1. 24vita
  2. Krankheiten

Schilddrüsenunterfunktion kann zu Herzerkrankungen führen

Erstellt:

Von: Natalie Hull-Deichsel

Kommentare

Bereits eine leichte Schilddrüsenunterfunktion kann das Herz massiv schwächen. Frauen ab 62 Jahren sind für eine Herzinsuffizienz besonders gefährdet.

In Deutschland leiden ca. fünf von 100 Menschen an einer Schilddrüsenunterfunktion, der sogenannten Hypothyreose. Diese kleine endokrine Drüse bildet wichtige Hormone, die den Stoffwechsel des Körpers beeinflussen. Fehlt der Schilddrüse Jod zur Produktion ihrer Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion entwickeln, teils mit erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen.

Schilddrüsenunterfunktion: Ohne Behandlung kann das Herz Schaden nehmen

Menschliches Modell mit Herz in 3-D.
Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann Herzerkrankungen zur Folge haben. (Symbolbild) © Science Photo Library/Imago

Es gibt sieben Warnsignale, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten und sogar zehn Anzeichen wie Augenzucken, die im Zuge einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten können. Beide Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden. Während allerdings bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Hälfte der Patienten nach einer Medikamententherapie geheilt ist, leiden Betroffene einer Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto trotz Therapie nicht selten weiterhin unter Beschwerden.

Welche weitreichenden Folgen Schilddrüsenerkrankungen für den menschlichen Organismus haben können, ist Medizinern bekannt. Nicht nur schwere Ödeme und Depressionen können sich bei einer Schilddrüsenunterfunktion einstellen, auch das Herz ist aufgrund der fehlenden Hormonproduktion der Schilddrüse in Mitleidenschaft gezogen.

Bereits in einer Studie von 2018 konnten Kardiologen rund um Dr. Yu Ning der Capital Medical University in Peking den Zusammenhang Schilddrüsenunterfunktion und Herzkrankheit belegen. Die Forscher werteten dafür Daten auf Basis von 3.900 Studien aus. Im Rahmen der Untersuchungen wollten die Foscher der Frage auf den Grund gehen, ab welcher Beeinträchtigung der Schilddrüse welche Herzkrankheit am häufigsten auftritt. Die Auswertungen der Ergebnisse ergaben, dass Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion im Vergleich zu Patienten ohne Schilddrüsenerkrankung ein fast doppelt so hohes Risiko haben, durch eine Herzinsuffizienz oder einen Herzinfarkt zu versterben.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen 24vita-Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Schilddrüsenerkrankung: Kettenreaktion an Beschwerden wird dadurch im Körper ausgelöst

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen löst im Grunde eine Kettenreaktion im Körper aus: Patienten zeigten im Zusammenhang mit der Schilddrüsenerkrankung einen verlangsamten Herzschlag. Daraus resultierte langfristig eine Herzmuskelschwäche und ein eingeschränkter Stoffwechsel, wodurch die Aufnahme von Nährstoffen wie Vitamine und Mineralien erschwert ist und zu Mangelerscheinungen führen kann.

Zudem ist eine Herzerkrankung beispielsweise aufgrund von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) – infolge eines erhöhten Cholesterinspiegel – häufig nachweisbar, wie es das Portal Internisten im Netz beschreibt. In seltenen Einzelfällen fielen Patienten sogar ins Koma aufgrund einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare