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Schizophrenie: „Dunkle Gene“ sollen Hinweis auf wahre Ursache geben

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Von: Jasmin Pospiech

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Die Schizophrenie ist eine psychische Störung, die Betroffenen das Leben sehr schwer macht. Forscher rätseln, was die Ursache ist. Nun kommt Licht ins Dunkel.

Cambridge – Die Schizophrenie zählt zu den schwersten psychischen Erkrankungen. Laut dem Robert-Koch-Institut erkrankt weltweit ein Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben, meist zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr, an der psychischen Störung. Betroffene haben es schwer, im Alltag zurechtzukommen. In besonders schweren Fällen ist ein normales Leben nicht mehr möglich.

Schizophrenie: „Dunkle Gene“ sollen Hinweis auf wahre Ursache geben

Auch für Angehörige und das soziale Umfeld ist die Erkrankung eine enorme Belastung. Schließlich nehmen Patienten ihre Umgebung, Gefühle und auch sich selbst anders wahr als gesunde Menschen. Während einer akuten psychotischen Phase kann es zu folgenden Symptomen kommen:

Generell treten noch weitere Beschwerden wie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme und eine damit verbundene soziale Isolation und Antriebslosigkeit hinzu.

Ein junger Mann kauert in einer Ecke eines Raumes, die Arme hat er über seinen Kopf geschlagen. (Symbolbild)
Menschen, die an Schizophrenie leiden, fällt es in psychotischen Phasen schwer, ihren Alltag zu bewältigen. (Symbolbild) © AndreyPopov/Imago

Die Ursache für die psychische Erkrankung ist noch nicht ganz geklärt, dennoch fällt auf, dass bei Betroffenen oftmals eine familiäre Veranlagung vorliegt. Hinzu kommen folgende Auslöser für eine psychotische Phase:

Schizophrenie: Erbinformationen noch nicht vollständig entschlüsselt

Schon seit längerem versucht die Forschung herauszufinden, warum Schizophrenie und andere psychische Störungen in Bevölkerungsgruppen überhaupt existieren. Wissenschaftler der University of Cambridge wollen nun eine Erklärung gefunden haben.

Diese soll in evolutionär erst kürzlich entwickelten Regionen der menschlichen DNA liegen, der sogenannten „dunklen Materie im Genom“. Diese ist noch nicht ausreichend erforscht. Den Forschern zufolge sollen diese versteckten Gene imstande sein, Proteine zu programmieren, die wichtig für die Gehirnentwicklung sind.

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Zudem erhöhen sie das Risiko einer Person, an Schizophrenie oder auch bipolarer Störung zu erkranken. Und genau diese Proteine sollen Ziel neu entwickelter Medikamente werden. Ihre Ergebnisse haben die britischen Genforscher im Fachblatt Molecular Psychiatry vorgestellt.

Schizophrenie: Gibt es bald neue Medikamente gegen die Krankheit?

Sie sind der Meinung, dass die genetischen Ursachen für Psychosen außerhalb der bereits bekannten Gene zu finden sind. Letztere machen schließlich nur ein bis zwei Prozent des menschlichen Genoms, also der Gesamtheit aller Erbinformationen einer Zelle, aus. Bei einem Gen handelt es sich um einen Abschnitt auf der DNA, der wiederum die Information zur Herstellung einer RNA enthält. Letztere dienen als Bauplan für Eiweiße. Gene bestimmen am Ende die Merkmale eines Lebewesens, zum Beispiel, welche Augen- oder Haarfarbe eine Person hat. Doch die britischen Wissenschaftler gehen davon aus, dass nicht nur Gene, sondern das komplette menschliche Genom die Fähigkeit hat, neue Proteine zu programmieren.

Dabei habe man neue Eiweiße gefunden, die in biologischen Abläufen wie etwa Stoffwechselvorgängen involviert und gestört sind bei Krankheiten wie Schizophrenie oder bipolarer Störung, heißt es. Das wiederum wirke sich auch auf das menschliche Gehirn aus, zusätzliche Umwelteinflüsse können schließlich in Menschen, die diese besonderen Genmutationen aufweisen, schwere psychische Erkrankungen auslösen. Wenn man diese Proteine allerdings ins Visier nehme und spezielle Medikamente dagegen entwickle, so hoffen die Forscher, könnten Schizophrenie & Co. in Zukunft besser behandelt werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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