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Schüler mit Downsyndrom: Hat seine Direktorin ihn in Holzkiste gesperrt?

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Von: Jasmin Farah

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Entsetzliche Vorstellung: Eine Direktorin soll einen Neunjährigen mit Downsyndrom in eine Kiste eingesperrt haben. Für sie sei es „der letzte Ausweg“ gewesen.

Jessen (Sachsen-Anhalt) – Was ist nur an diesem Vormittag in der Förderschule passiert, dass eine Direktorin zu solch drastischen Mitteln gegriffen hat? Wollte sie den neunjährigen Jungen mit Downsyndrom hart bestrafen oder ist etwa mehr vorgefallen? Das herauszufinden, wird jetzt die Aufgabe der Polizei in Jessen in Sachsen-Anhalt sein. Schließlich wurden sie von den Eltern des Jungen eingeschaltet, die außer sich sind.

Schüler mit Downsyndrom: Hat seine Direktorin ihn in Holzkiste gesperrt?

Der Vorfall soll sich bereits am 14. Dezember vergangenen Jahres auf dem Schulhof der Förderschule abgespielt haben. Die Direktorin habe den Schüler mit Handicap laut Aussagen einer Mitschülerin bei fünf Grad Außentemperatur für 25 Minuten in eine Spielzeugkiste eingesperrt und sich dann sogar darauf gesetzt haben. Die Schülerin habe daraufhin ihrer Mutter eine Sprachnachricht gesendet und ihr von dem Vorfall erzählt, berichtet die „Bild am Sonntag“.

Junge mit Down-Syndrom in der Schule (Symbolbild)
Die Direktorin soll sich bei dem neunjährigen Schüler mit Down-Syndrom nicht mehr zu helfen gewusst haben. (Symbolbild) © Image Source/Imago

Kurz darauf habe sie eine weitere Nachricht geschickt, in der sie sich besorgt zeigt, dass der Junge mit Downsyndrom (Trisomie 21) in der Kiste keine Luft bekomme. Daraufhin hat deren Mutter die Nachricht an die Eltern des Jungen weitergeschickt, die sofort zur Schule gefahren sind. Dort angekommen, habe die Direktorin noch immer auf der Kiste gesessen und erst dann den Neunjährigen davon befreit. Die Eltern haben schließlich die Polizei gerufen, welche den Jungen aus der Schule geholt habe. Gegenüber der Bild soll ein Polizist erklärt haben, dass sich die Direktorin nicht anders zu helfen gewusst habe und diese Maßnahme ihr „letzter Ausweg“ gewesen sei.

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Schüler mit Downsyndrom: Eltern drohen mit Anzeige

Sie selbst will sich aufgrund des laufenden Verfahrens öffentlich nicht äußern. Das Landesschulamt hat allerdings angekündigt, der Sache nachzugehen, aber noch keine dienstrechtlichen Maßnahmen eingeleitet zu haben. Dennoch nehme es „den Vorfall sehr ernst“, betont es. Die Eltern des Jungen mit Downsyndrom sollen aber bereits einen Anwalt eingeschalten haben, um zu prüfen, ob weitere rechtliche Schritte eingeleitet werden. Zudem soll er vorerst nicht in die Schule zurückkehren, heißt es. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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