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Alarmierende Studie: Viele Covid-Genesene kämpfen noch Monate später mit Gedächtnislücken

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Von: Jasmin Pospiech

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Immer mehr einstige Corona-Infizierte klagen Monate nach der Erkrankung über diffuse Beschwerden. Neben Erinnerungslücken finden Betroffene oftmals keine Worte mehr.

New York – Von Atemnot bis Schwindel oder Sinnesveränderungen: Immer mehr genesene Corona-Infizierte berichten, dass sie auch Monate nach der Erkrankung noch Probleme bzw. erhebliche Beschwerden haben. Mit zunehmender Dauer der Pandemie werden die sogenannten „Long Covid“-Folgen immer deutlicher. Das bedeutet, dass ehemalige Erkrankte bereits bei einem milden Krankheitsverlauf oder einer unbemerkten Infektion längerfristige gesundheitliche Konsequenzen fürchten müssen.

Alarmierende Studie: Viele Covid-Genesene kämpfen noch Monate später mit Gedächtnislücken

Nun zeigt eine US-Studie, dass tatsächlich etwas dran ist: Demnach sollen Betroffene, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, öfter über Gedächtnisprobleme bzw. über eine Art „Gehirnnebel“ geklagt haben. Die Studie wurde kürzlich im medizinischen Fachblatt „Jama“ veröffentlicht.

Darin steht, dass ehemalige Patienten, die besonders schwere Verläufe der Krankheit hatten, nach einem Klinikaufenthalt aufgrund von Corona häufiger mit Wortfindungsstörungen zu kämpfen hatten als Patienten, die ambulant behandelt wurden. Demnach sollen es in der ersten Gruppe 35 Prozent gewesen sein, während es bei den ambulanten Patienten nur 13 Prozent waren. (Studie aus Kanada zeigt: Sechs Prozent der infizierten Kinder entwickeln Long Covid)

Eine ältere Frau ist nachdenklich und hat Gedächtnisprobleme. (Symbolbild)
Viele Corona-Genesene haben später noch mit Gedächtnisproblemen zu kämpfen. (Symbolbild) © Diagentur/dpa

Über Aufmerksamkeitsprobleme haben 15 Prozent der im Krankenhaus Behandelten geklagt, bei der zweiten Gruppe dagegen nur etwa fünf Prozent. Auch das Erinnerungsvermögen* scheint besonders bei den Patienten mit Klinikaufenthalt gelitten zu haben (39 Prozent), während es bei den ambulant Behandelten bedeutend weniger waren (zwölf Prozent). (Studie: Wenn Sie das ständig tun, sind Sie außergewöhnlich intelligent)

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Alarmierende Studie: Schwere Corona-Verläufe hinterlassen häufiger Spuren

Die Ergebnisse der Studie speisen sich aus den Daten von 740 Covid-19-Patienten, die bei der US-Krankenhausgruppe Mount Sinai registriert waren. Über die Hälfte der Probanden waren Frauen. Fast jeder Vierte in der Studie soll zudem angegeben haben, noch immer Probleme zu haben, sich etwas merken oder sich an etwas erinnern zu können. Gleich darauf folgen neben Wortfindungsstörungen auch Schwierigkeiten, schnell Informationen verarbeiten zu können.

Neben kognitiven Langzeitfolgen von Covid-19 soll es allerdings noch zahlreiche weitere Beschwerden geben, unter denen ehemalige Corona-Patienten weiterhin zu leiden haben, heißt es weiter. Das Problem daran: Viele überschneiden sich mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen. Daher ist es schwierig, Symptome genau voneinander abzugrenzen und festzustellen, welche von Long Covid herrühren. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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