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Studie zu Fingerschweiß: Das sagt er Überraschendes über Ihre Gesundheit aus

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Von: Jasmin Pospiech

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Eine schwarze Frau streckt zwei Finger in eine Kamera. (Symbolbild)
Viele wissen gar nicht, dass sie an den Fingern ebenso wie an den Händen schwitzen können. (Symbolbild) © Abraham Gonzalez/Imago

Unsere Hände und Finger verraten viel über unseren Gesundheitszustand. Mehr sogar, als uns lieb ist. Nun hat eine neue Messmethode erstaunliches zutage gefördert.

Wien – Blut, Urin und Sperma: Es gibt allerhand Körperflüssigkeiten, mit denen Ärzte herausfinden können, wie es um unsere Gesundheit steht. Dazu nehmen sie Proben und lassen sie meist mithilfe von externen Laboren auswerten, auch Biomonitoring genannt. Doch das hat Nachteile: Einerseits empfinden Patienten die Probenentnahme als schmerzhaft bis unangenehm. Andererseits geht dadurch auch viel kostbare Zeit verloren, bis das Testergebnis vorliegt.

Studie zu Fingerschweiß: Das sagt er Überraschendes über Ihre Gesundheit aus

Einfacher und schneller soll dagegen eine neue, nicht-invasive Messmethode über den Fingerschweiß sein. Diese hat jetzt ein österreichisches Forscherteam von der Fakultät für Chemie der Universität in Wien mithilfe von bioinformatischer Netzwerk-Analysemethoden entwickelt und kürzlich in einer Studie im Wissenschaftsjournal „Nature“ vorgestellt.

Die Forscher um Studienleiter Christopher Gerner, analytischer Chemiker der Universität Wien und Leiter der Joint Metabolome Facility der Universität Wien und Medizinischen Universität Wien, gaben Studienteilnehmern auf nüchternem Magen entweder Kaffee zu trinken oder verabreichten ihnen Koffeintabletten.

Einige Minuten später sollten sich die Probanden dann ihre Hände für zwei Minuten waschen. Doch dazu durften sie nur eine genau festgelegte Menge an warmem Leitungswasser hernehmen. Anschließend mussten sie ihre Hände mit Einweg-Papierhandtüchern abtrocknen und die Hände für eine Minute bei Raumtemperatur in der Luft halten. Abschließend wurden den Teilnehmern mit einer Pinzette ein spezieller Papierfilter übergeben. Diesen haben sie dann wiederum für eine Minute zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten.

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Studie zu Fingerschweiß: „Man kann damit unmittelbar verfolgen, was jemand gegessen hat“

Erst dann haben die Forscher Proben von den Papierfiltern genommen und den entstandenen Fingerschweiß mittels Massenspektrometrie – einem Verfahren, um die Masse von Molekülen zu ermitteln – untersucht. Dadurch war es ihnen möglich, den individuellen Stoffwechsel-Zustand eines Menschen genau zu bestimmen. (Krankheiten erkennen: Das sagen Ihre Hände wirklich über Ihre Gesundheit aus)

„Im Fingerschweiß kann man Biomoleküle wie Metabolite sehr präzise messen, präziser als etwa im Speichel“, sagt auch Studienleiter Gerner. Schließlich handelt es sich bei den sogenannten Metaboliten um Substanzen, die als Zwischenstufen oder als Abbauprodukte von Stoffwechselvorgängen des Organismus entstehen. (Studie: Wer regelmäßig dieses Gemüse isst, soll Darmkrebs vorbeugen)

 „Man kann damit unmittelbar verfolgen, was jemand gegessen hat“, bestätigt auch Studienautorin Julia Brunmair auf der Webseite der Universität Wien: „Es ist zum Teil auch verblüffend: Nach dem Konsum von Erdbeeren war etwa ein nicht mehr zugelassenes Insektizid nachweisbar. Nach konsumierten Orangen konnten wir – im Fall von Bio-Orangen – gesunde Flavonoide und – im Fall von nicht-biologischem Anbau – zudem entsprechende Pestizide nachweisen.“

Studie zu Fingerschweiß: Neue Methode bald auch im Praxisalltag?

Der Grund dafür: Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, werden erst im Magen-Darm-Trakt verdaut und in kleinere Moleküle wie Zuckermoleküle, Fette, Proteine zerlegt. Diese gehen dann ins Blut über und verteilen sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper.

Außerdem soll sich anhand der gewonnenen Daten gezeigt haben, wie aktiv spezielle Enzyme in der Leber der jeweiligen Probanden waren.

Dank dieser wichtigen Erkenntnisse erhoffen sich die Forscher, mehr Informationen über Ernährungsgewohnheiten sowie Stoffwechselzustände* zu erhalten. Zudem können sie Aufschluss über die Einnahme sowie Schadstoffbelastungen durch bestimmte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel geben. Mit dem Ziel, dass diese neue und einfache Methode übliche Blut- und Urintests im Praxisalltag nicht nur ergänzt, sondern in Zukunft eventuell sogar vollständig ersetzt.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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