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Studie zeigt: Neurodermitis kann bei Kindern zu Lernstörung führen

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Von: Jasmina Deshmeh

Wenn die Haut bei Neurodermitis immer wieder stark juckt, fällt die Konzentration schwer. Darauf wollen die Autoren einer Studie aufmerksam machen. Umso wichtiger ist daher eine frühzeitige Therapie.

München – Bei Neurodermitis ist die Haut immer wieder entzündet und juckt. Dieser Juckreiz kann sehr belastend sein, vor allem für Kinder. Denn Kratzen kann die Symptome noch verstärken und dazu führen, dass Reizstoffe in die geschädigte Hautbarriere eindringen. „Nicht kratzen!“ ist deshalb ein Gedanke, der vielen Neurodermitis-Betroffenen immer wieder durch den Kopf geht. Verständlich, dass dann nicht mehr viel Raum für Schulfächer wie Mathe und Englisch ist. Einige Kinder und Jugendliche entwickeln aufgrund der Erkrankung sogar ernstzunehmende Lernstörungen, wie eine aktuelle internationale Studie zeigt.

Studie zeigt: Neurodermitis tritt häufig in Verbindung mit Allergien auf

Neurodermitis ist eine Erkrankung, die häufig im Kindes- und Jugendalter auftritt. Sie ist gekennzeichnet durch immer wiederkehrende, juckende Ekzeme, oft auch in Verbindung mit sichtbaren Hautverdickungen. Bei der Entstehung der Krankheit spielen neben einer erblichen Veranlagung auch verschiedene Faktoren eine Rolle, wie:

Da sie häufig in Verbindung mit anderen allergischen Erkrankungen auftritt, wird sie auch als „atopische Dermatitis“ bezeichnet.

Viele Betroffene leiden durch den starken Juckreiz an Schlafstörungen und tagsüber an Konzentrationsproblemen – so auch Kinder. Dass sie zusätzlich oft von allergischem Asthma, Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien betroffen sind, erschwert ihren Alltag zusätzlich. Studien zeigen sogar, dass sich Neurodermitis nachteilig auf das Sozialleben auswirken kann. Depressionen, Angstzustände und sogar ein erhöhtes Suizidrisiko werden immer wieder mit einer ausgeprägten Neurodermitis in Verbindung gebracht.

Studie zeigt: Leidensdruck bei Kindern ist hoch

Neurodermitis gilt weltweit als Hauterkrankung mit der höchsten Krankheitslast, also den größten Auswirkungen in Bezug auf finanzielle Kosten, Häufigkeit und Todesfälle. So sind nach Angaben der Global Burden of Disease Studie 15 bis 20 Prozent der Kinder und etwa zehn Prozent der Erwachsenen betroffen. Damit belegt Neurodermitis den 15. Platz der nicht-tödlichen Erkrankungen.

Die Autoren der Studie betonen deshalb die zentrale Rolle der Behandlung des unangenehmen Juckreizes in der Neurodermitis-Therapie und bei der Entwicklung neuer Medikamente, wie der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum München berichtet. Denn dieser, so die Experten, beeinflusse das Wohlbefinden der Betroffenen am stärksten. Zugleich ist die Behandlung schwierig, denn das Krankheitsbild unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und abhängig von geografischen und ethnischen Einflüssen teilweise stark.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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