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Studie zu Placebo: Wirkstofffreie Medikamente helfen auch bei bewusster Einnahme

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Von: Christine Pander

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Medikamente ohne Wirkstoffe haben auch einen Effekt, wenn die Nutzer wissen, dass sie nur ein Placebo schlucken: Das zeigt eine neue Studie aus Freiburg.

Freiburg – Offensichtlich wirken Medikamente auch dann, wenn die Anwender vorab erfahren, dass sie wirkstofffreie Präparate schlucken: Das haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg kürzlich in einer aktuellen Studie ermittelt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports publiziert.

Studie zu Placebo: Teilnehmer wussten vorab Bescheid

Um der Frage nachzugehen, ob Placebos für Patienten einen nachweisbaren Nutzen haben können, haben die Forscher 13 Studien mit 834 Teilnehmern verglichen. Die Bandbreite der Erkrankungen ging dabei von Depressionen über Allergien bis hin zu Rückenschmerzen.

Das besondere: Bereits vor der Einnahme hatten die Teilnehmer die Info erhalten, dass sie ein Medikamente ohne Wirkstoff verabreicht bekommen. Alle Probanden wurden außerdem darüber informiert, worauf die Wirkweise eines Placebo-Effektes beruht und was die Scheinmedikamente enthalten. Fazit: Die Placebos wirkten dennoch. Die Forscher setzen nun große Hoffnung darauf, dass man Patienten künftig eine gezielte Manipulation oder Täuschung ersparen könnte.

Studie zu Placebo: Negative Gegenstück ist der Nocebo-Effekt

Der Glaube versetzt Berge: Das gilt aber auch leider in die andere Richtung. Beim Gegenteil, dem Nocebo-Effekt, haben Patienten dem Saarbrücker Internisten und Psychosomatiker Dr. Winfried Häuser zufolge mit der „dunklen Seite der menschlichen Einbildungskraft“ zu tun. Abgeleitet vom lateinischen „nocere“, das schaden heißt und im Gegensatz zu „Placebo“, das so viel heißt wie „ich werde gefallen,“ bedeutet Nocebo: „Ich werde schaden“. Er ist das negative Gegenstücke zum Placebo-Effekt.*

Das steckt hinter dem Nocebo-Effekt:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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