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Corona-Studie belegt: In der zweiten Welle waren mehr Kinder infiziert als gedacht

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Von: Jasmina Deshmeh

Grundschüler sitzen im Unterricht und melden sich (Symbolbild)
Gemeinsam im Klassenraum sitzen? In Zeiten von Corona nicht ungefährlich, denn in der zweiten Corona-Welle haben sich deutlich mehr Kinder infiziert als bisher gedacht (Symbolbild) © Shotshop/imago-images

Welche Rolle spielen Kinder bei der Übertragung von SARS-CoV-2? Diese Frage beschäftigt Experten seit Langem. Eine Studie des Helmholtz Zentrum München könnte nun neue Hinweise liefern und zur Entscheidung, ob Schulen und Kitas offen bleiben, beitragen.

München – Um über Kindergarten- und Schulöffnungen zu entscheiden, ist es wichtig zu wissen, wie verbreitet SARS-CoV-2-Infektionen bei Kindern in dieser Altersklasse sind. Ein Forscherteam um Anette-Gabriele Ziegler vom Helmholtz Zentrum München konnte dazu nun interessante Erkenntnisse liefern. Eigentlich ging es in der Screening-Studie „Fr1da“ um ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes, für das die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Blutproben von Kindern aus Bayern entnahmen. Um die Proben auch für die Pandemie-Bekämpfung nutzen zu können, untersuchten sie die Expertinnen und Experten auch mit besonders genauen Corona-Antikörpertests. Das Ergebnis überrascht.

Corona-Studie zeigt: Mehr Infektionen bei Kindern in der zweiten Welle

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest: Während der zweiten Welle wiesen deutlich mehr getestete Kinder Corona-Antikörper auf, als noch in der ersten Welle im Frühjahr 2020. Schon damals zeigten die Testergebnisse, dass sich sechsmal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus infiziert hatten (0,87 Prozent), als über PCR-Tests gemeldet.

Während der zweiten Welle zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 stellten die Forscherinnen und Forscher sogar eine Antikörperhäufigkeit von 5,6 Prozent fest. Bei Vorschulkindern, die zwischen November 2020 und Februar 2021 getestet wurden, lag die Häufigkeit sogar bei 8,4 Prozent. Damit war die Antikörperhäufigkeit am Ende der zweiten Welle etwa achtmal höher als am Ende der ersten Welle. Auch in der zweiten Welle zeigten die Ergebnisse, dass drei- bis viermal so viele Vorschul- und Schulkinder in Bayern mit dem Coronavirus infiziert waren, als über PCR-Tests gemeldet, berichtet auch Merkur.de.*

Corona-Studie zeigt: Viele Kinder ohne Symptome

Markus Hippich, Erstautor der Studie und Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München, erklärt: „Dass die Häufigkeit der Infektion bei Kindern höher ist, als durch die PCR-basierte Virusüberwachung gemeldet, ist wahrscheinlich zum Teil auf asymptomatische Fälle im Kindesalter zurückzuführen.“ So füllten von 446 antikörperpositiv getesteten Kinder in der zweiten Welle 92,6 Prozent Fragebögen zu Symptomen aus. Dabei zeigt sich: 68 Prozent der Vorschulkinder mit Antikörpern hatten keine Symptome, bei den Schulkindern waren es 51,2 Prozent.

Die steigenden Corona-Infektionen während der zweiten Welle führt das Forschungsteam auf verschiedene Ereignisse zurück:

Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler: „Oft wird angenommen, dass Kinder eine geringere Anfälligkeit für eine SARS-CoV-2-Infektion haben als Erwachsene. Die Datenlage dazu ist jedoch spärlich. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass sowohl Kinder im Vorschul- als auch im Schulalter für eine SARS-CoV-2-Infektion empfänglich sind.“ Um das Infektionsgeschehen in dieser Bevölkerungsgruppe besser in den Griff zu bekommen, seien entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung in Kindergärten und Schulen hilfreich, rät sie. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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