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Langzeitstudie findet heraus: Künstliche Süßstoffe können das Krebsrisiko erhöhen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Süßstoffe, wie sie in Energy-Drinks vorkommen und die gerne auch im Kaffee landen, erhöhen das Risiko für Krebs. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie.

Paris – Künstliche Süßstoffe, beispielsweise Aspartam, sind in vielen Haushalten zu finden. Praktisch sind sie, finden viele Verbraucher, süßen sie doch über 200 Mal stärker als Zucker, sodass man nur ganz wenig davon benötigt. Dennoch haben Süßstoffe einen schlechten Ruf. So heißt es vonseiten mancher Wissenschaftler, Süßstoffe würden zu Übergewicht führen – von anderer Seite, dass sie die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigen können. Süßstoffe wie Aspartam und ihre Wirkung spalten die Wissenschaft, die bisherigen Ergebnisse gehen weit auseinander.

Was bedeutet das nun für den Verbraucher? Sind die nahezu kalorienfreien Süßstoffe schädlich für unsere Gesundheit? Denn auch in vielen Soft- und Energy-Drinks verstecken sich Süßstoffe. Eine Langzeitstudie der Sorbonne Universität Paris geht dem Verdacht des erhöhten Krebsrisikos nach und kommt zu interessanten Ergebnissen.

Kann Süßstoff wie Aspartam das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen?

Die 2009 gestartete Studie ist ein noch laufendes Forschungsprojekt und zielt darauf ab, mögliche pathogene Einflüsse des Ernährungsverhaltens auf die Gesundheit aufzudecken. Die Wissenschaftler gehen dem Verdacht nach, ob und inwieweit künstliche Süßstoffe das Krebsrisiko erhöhen.

In der webbasierten, prospektiven Kohortenstudie – sogenannte „NutriNet-Santé-Studie“ – untersuchte das Forschungsteam unter der Leitung von Charlotte Debras den Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Gesundheit. Dafür analysierte es die Daten von 171.000 Personen, die mittels Online-Fragebogen Angaben zu ihrem Lebensstil und zu Essgewohnheiten machten. Die Forscher verglichen 24-Stunden-Ernährungsaufzeichnungen mit Krebsdiagnosen der Probanden über einen Zeitraum von acht Jahren. Um valide Aussagen treffen zu können, führte das Team statistische Analysen durch, um den Zusammenhang zwischen künstlichen Süßstoffen und dem Krebsrisiko betrachten zu können.

Frau mit Kaffee, in den sie Süßstoff geben möchte. (Symbolbild)
Süßstoffe wie Aspartam, die beispielsweise zum Süßen von Getränken verwendet werden, stehen im Verdacht, die Entstehung von Krebserkrankungen zu begünstigen. (Symbolbild) © Antonio Guillen Fernández/Imago

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Süßstoff steht in Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs

Was sich zeigte: Studienprobanden, die nach eigenen Angaben größere Mengen an künstlichen Süßstoffen – insbesondere Aspartam und Acesulfam-K – regelmäßig zu sich nahmen, hatten ein um 13 Prozent höheres Risiko, an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs zu erkranken. Es gab 979 Personen in der Studie, die an Brustkrebs erkrankten und 403, die Prostatakrebs entwickelten sowie 2023 Patienten mit Darmkrebsbefund.

Zwar handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die auf wahrheitsgetreuen Angaben der Probanden fußt, dennoch sieht Studienleiterin Charlotte Debras eine wichtige Tendenz in den Ergebnissen der Studie: „Vieles deutet darauf hin, dass künstliche Süßstoffe, die in vielen Lebensmittel- und Getränkemarken weltweit enthalten sind, mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden können.“ Es wäre wichtig, auf künstliche Süßstoffe zu verzichten und an sich weniger Zucker zu sich zu nehmen. Mit der Ernährung könne man viel richtig, aber eben auch viel falsch machen. Die Prostata kann man(n) beispielsweise mit bestimmten Lebensmitteln stärken und Krebs vorbeugen.

Süßstoff Aspartam: Wie könnte der Verzehr zu Krebszellen im Körper führen?

Beim Verzehr und der Verdauung von Süßstoff Aspartam, entsteht Formaldehyd als Nebenprodukt. Die Forscher vermuten, dass Formaldehyd unter Umständen dazu beitragen könnte, dass aus einer Zelle eine Krebszelle wird.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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