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Schwerem Covid-Verlauf vorbeugen: WHO empfiehlt erstmals Medikament

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Von: Christine Pander

Die Illustration eines Antikörper-Cocktails, der das Corona-Virus binden soll in knalligen Farben rot, blau, orange (Symbolbild)
Ob dieser Mix gegen das Corona-Virus hilft? (Symbolbild) © Science Photo Library/Imago

Die WHO hat zum ersten Mal eine Empfehlung für ein Medikament gegen Covid-19 gegeben. Es soll einen schweren Verlauf bei Risikopatienten verhindern. Doch der Antikörpermix ist kostspielig.

Genf – Einer Studie zufolge steigen die Überlebenschancen deutlich: Die teure Antikörper-Kombination, die in Deutschland in speziellen Fällen bereits zum Einsatz kommt und von den Krankenkassen bezahlt wird, ist eine Mischung aus Casirivimab und Imdevimab. Die Mittel stammen von der US-Firma Regeneron und dem Basler Pharmakonzern Roche. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie spricht sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Medikament aus.

Antikörpermix gegen Corona: Escape-Mutationen sollen verhindert werden

Die Begründung der WHO: Der Antikörper-Mix der beiden Hersteller kann die Überlebenschancen von Hochrisikopatienten bei einem schweren Verlauf deutlich verbessern. Und es gab auch bereits eine prominente Testperson: Der damalige US-Präsident Donald Trump war unter anderem mit dem Antikörper-Mix von Regeneron vor der Notfallzulassung in den USA behandelt worden, nachdem er sich mit dem Corona-Virus infiziert hatte.

Die WHO gibt ihre Empfehlung unter anderem mit dem Verweis auf eine Studie, die im Fachblatt „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde. Dieser Studie zufolge reduzierte die Antikörper-Therapie bei Patienten, die nach einer Infektion keine Antikörper aufgebaut hatten, die Todesfälle um ein Fünftel. Casirivimab und Imdevimab sind vielversprechend, weil durch die Kombination aus zwei Antikörpern die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die Therapie durch sogenannte Escape-Mutationen unwirksam wird. Allerdings ist die Herstellung der Antikörper-Präparate nicht nur aufwendig, sondern auch sehr teuer.

Antikörpermix gegen Corona: Präparat soll gerecht auf der Welt verteilt werden

Daher betont die WHO, wie wichtig es nun sei, der ganzen Welt einen gleichberechtigten Zugang zu allen empfohlenen Covid-19-Mitteln zu ermöglichen. In einer Mittelung heißt es dazu: Angesichts der hohen Kosten und der geringen Verfügbarkeit des Kombinationspräparates verhandele UNITAID mit Roche Pharmaceutical bereits darüber. Das Unternehmen solle demnach das Medikament auch in Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen verfügbar machen. Zudem könne sich die WHO vorstellen, die Medikamente auch über UNICEF nach von der WHO festgelegten Kriterien verteilen zu lassen.

Für alle Länder, die keine eigene Risikobewertung durchführen können, sind die Empfehlungen der WHO besonders wichtig. Auch Hilfsorganisationen orientieren sich daran und setzen in der Regel nur die WHO-empfohlenen Mittel ein, wie ntv.de berichtet. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schreibt, Regeneron habe bereits in mindestens elf ärmeren Ländern Patentanträge gestellt. Auch die Hilfsorganisation forderte das Unternehmen auf, auf die Durchsetzung von Patenten in ärmeren Ländern zu verzichten.

Im August letzten 2020 hatten sich der Schweizer Pharmakonzern Roche und das Biotechnologie-Unternehmen Regeneron bereits zusammengetan, um eine neuartige Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab zu entwickeln.**Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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