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Tumor mit Ultraschall zerstört: Durchbruch im Kampf gegen Krebs?

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Von: Judith Braun

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Leberkrebs zählt weltweit zu den zehn häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Wissenschaftler haben eine neue Technik zur Bekämpfung des Tumors entwickelt.

Michigan – Zu den gängigen Behandlungen einer Krebserkrankung gehören unter anderem Bestrahlung und Chemotherapie. Wissenschaftlern der University of Michigan ist nun allerdings möglicherweise ein Durchbruch im Kampf gegen Krebs gelungen. Sie erforschten eine neue Behandlungsmethode und waren erfolgreich: Mit Ultraschalwellen konnten sie in einem Experiment Lebertumore bei Ratten zerstören. Für Krebspatienten könnte dies neue Hoffnung auf Heilung bedeuten.

Tumor mit Ultraschall zerstört: Durchbruch im Kampf gegen Krebs?

Illustration eines durchsichtigen Körpers mit inneren Organen (Symbobild)
Wissenschaftler entwickelten eine neue Technik im Kampf gegen Leberkrebs. (Symbolbild) © Science Photo Library/IMAGO

Zwar trat Leberkrebs im Gegensatz zu anderen Krebsformen in Deutschland in der Vergangenheit seltener auf. Die Anzahl der Fälle hat sich allerdings innerhalb der letzten 35 Jahre verdoppelt, wobei Männer zwei- bis dreimal häufiger erkranken als Frauen. Das geht aus einem Bericht der „Deutsche Krebsgesellschaft“ hervor. Dabei kann Bauchfett beispielsweise ein Risikofaktor für Leberkrebs darstellen.

Da der Krebs in sieben von zehn Erkrankungen erst im fortgeschrittenen Stadien festgestellt wird, stehen die Heilungschancen in diesen Fällen schlecht. Demnach gehört Leberkrebs weltweit und in den USA zu den zehn häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Hoffnung macht nun jedoch eine Studie von Forschern der University of Michigan.

Wissenschaftler entwickeln neue Technik zur Behandlung von Leberkrebs

Sie entwickelten eine Technik, die die Ergebnisse von Behandlungen bei Krebs und neurologischen Erkrankungen verbessern könnten. Mit nicht-invasiven Ultraschallwellen konnten sie Lebertumore bei Ratten unschädlich machen. Durch die Zerstörung von bis zu 75 Prozent des Lebertumors schaffte es das Immunsystem der Ratten, die Reste selbst zu vernichten und bei mehr als 80 Prozent der Tiere eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Zhen Xu, Professorin für Biomedizintechnik an der University of Michigan und korrespondierende Autorin der Studie erklärte: „Auch wenn wir nicht auf den gesamten Tumor abzielen, können wir dennoch eine Rückbildung des Tumors bewirken und auch das Risiko zukünftiger Metastasen verringern“.

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Histotripsie: Wie die Ultraschall-Technik Tumore zerstören kann

Normalerweise werden typische Ultraschallwellen verwendet, um Bilder des Körperinneren zu erzeugen. Bei der sogenannten Histotripsie, wie die Behandlung von Leberkrebs heißt, werden nicht-invasive Ultraschallwellen nun genutzt, um das Gewebe mechanisch mit Millimeterpräzision zu zerstören. Mithilfe eines Schallkopfs werden Mikrobläschen in den befallenen Gewebe erzeugt. Diese denen sich schnell aus und fallen wieder zusammen, wodurch sie die Struktur des Tumors aufbrechen und Krebszellen abtöten. Dabei hat das Verfahren nicht die schädlichen Nebenwirkungen, die oftmals bei den üblichen Behandlungsarten wie Chemotherapie oder Bestrahlung auftreten.

Im Moment wird die neuartige Technik in den USA und Europa bereits im Rahmen einer Studie von Leberkrebs am Menschen verwendet. Die Hoffnung der Forschergruppe ist es, dass ihre „Erkenntnisse aus dieser Studie zukünftige präklinische und klinische Histotripsie-Untersuchungen in Richtung des ultimativen Ziels der klinischen Einführung der Histotripsie-Behandlung für Leberkrebspatienten motivieren werden.“ Die Therapie eines Lungenkarzinoms könnte übrigens bald ein neues Medikament erleichtern. Auch bei Darmkrebs gibt es Hoffnungen: Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen Corona könnte bald auch Krebspatienten nützen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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