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Verbitterungsstörung: Erklärung, Symptome und Therapie

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Von: Kristina Wagenlehner

Junger zorniger Mann in einem industriellen Umfeld (Symbolbild)
Bei einer Verbitterungsstörung empfinden Menschen neben Resignation auch Zorn. (Symbolbild) © Miguel Frias/Imago

Was, wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt? Wenn man die Enttäuschungen des Lebens nicht verarbeitet? Dann droht eine chronische Verbitterung – eine Verbitterungsstörung.

Krefeld – Von der Freundin belogen, vom Partner betrogen und den Kollegen schamlos ausgenutzt. Solche Herabwürdigungen, Vertrauensbrüche und Ungerechtigkeiten sind schmerzhaft und leider häufig Teil des Lebens. Über die Zeit verblasst der Schmerz und im besten Fall zieht man Lehren für die Zukunft daraus. Doch was passiert, wenn man sich von den schmerzhaften Erfahrungen nicht erholt? Was, wenn man tatsächlich nicht über sie hinwegkommt?

Verbitterungsstörung: Was die Störung kennzeichnet

Die Partnerin packt von heute auf morgen ihre Sachen, die Beförderung bekommt die Kollegin oder man wurde ausgenutzt. Enttäuschungen bleiben im Leben leider nicht aus. Auch, wenn es mitunter lange dauert, bis das Selbstbewusstsein wieder hergestellt ist – meist klappt es. Doch es gibt Unterschiede: Manche kommen besser und schneller über Enttäuschungen hinweg als andere – und einige gar nicht. Dann entwickelt sich eine krankhafte Verbitterungsstörung und die Verbitterung wird chronisch.

Im Zentrum von einer Verbitterungsstörung steht das subjektive Empfinden, dass man um etwas betrogen oder beraubt wurde – und dass man nicht die Möglichkeit hatte, etwas dagegen zu unternehmen oder das Unrecht anders zu bewältigen. So beschreibt es der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP). Eine innerliche Verbitterung könne insbesondere dann vorkommen, wenn schmerzliche Enttäuschungen in jenen Bereichen passieren, die einem Menschen besonders viel bedeuten, sagt die BVDP-Vorsitzende Christa Roth-Sackenheim.

Verbitterungsstörung: Die Symptome

Die medizinische Diagnose lautet: Posttraumatische Verbitterungsstörung. Sie ist von der Posttraumatischen Belastungsstörung abzugrenzen, auch wenn sie mit ihr einige Aspekte gemein hat. Der Unterschied ist, dass bei einer Verbitterungsstörung kein lebensbedrohliches Ereignis der Auslöser ist. Vielmehr sei es ein „eher lebensübliches Kränkungs- oder Ungerechtigkeitserlebnis“. Die vorherrschende Emotion sei Verbitterung und nicht Angst wie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung, wie der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) informiert.

Personen, die von einer Verbitterungsstörung betroffen sind, fühlen sich zornig, hilflos, hoffnungslos und resigniert. Häufig schämen sie sich und machen sich Vorwürfe, dass sie die Enttäuschung nicht verhindern konnten. Werden sie darauf angesprochen, reagieren sie emotional. Die Störung kann auch körperliche Symptome auslösen. Dazu gehören:

Verbitterungsstörung: Therapie und Behandlung

Die Verbitterungsstörung wird im Kontext mit beruflichen oder privaten Konflikten beobachtet. Sie kann sich aber auch als Reaktion auf andere schwerwiegende negative Lebensereignisse, wie eine schwere Erkrankung oder einen Unfall, entwickeln. Die Verbitterung, die damit einhergehenden Gefühle und eine negative Lebenseinstellung durchdringen meist das gesamte Leben der Betroffenen: Sie erinnern sich immer wieder an die Situation. Mitunter sei es ihnen auch wichtig, das Ereignis im Detail nicht zu vergessen, sagt Roth-Sackenheim. Sie erhoffen sich damit, das Erlebte besser zu bewältigen. Ein Psychologe kann im Rahmen einer Therapie dabei unterstützen, das Ereigniss und die Kränkung zu verarbeiten. (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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