Risiko für Gebärmutterhalskrebs: Jeder dritte Mann ist Träger der krebserregenden HP-Viren – Impfung schützt
HPV betrifft Männer und Frauen. Frauen sind jedoch häufiger von schweren Folgeerkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs betroffen. Ab wann ein Schutz empfohlen wird.
Das humane Papillomvirus (HPV) ist weltweit die häufigste sexuell übertragbare Virusinfektion und eine Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Es gibt mehr als 200 Virustypen von HPV, die sexuell übertragen werden können – mindestens zwölf davon sind onkogen und somit krebserregend. Männer sind nicht selten unbemerkt Träger der HP-Viren und können Frauen durch intimen Kontakt anstecken. Doch auch Männer sind von möglichen Folgen durch eine Infektion betroffen, wie Peniskrebs, Analkrebs oder Kopf-Hals-Tumore.
Eine internationale Studie bestätigt: Fast jeder dritte Mann weltweit ist mit mindestens einem genitalen HPV-Typ infiziert und etwa jeder fünfte Mann mit einem oder mehreren HPV-Typen. Eine entsprechende Impfung ist nach wie vor der beste Schutz, um sich vor einer Infektion und den möglichen Folgen wie der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zu schützen.
HPV-Infektion: Häufigkeit bei Jungen und Männern ab 15 Jahren ist hoch

Die Epidemiologie des humanen Papillomavirus (HPV) bei Frauen ist bisher gut dokumentiert – bei Männern hingegen weniger. Umso wichtiger sei es, so die Autoren der übergreifenden Studie, zu wissen, wie hoch die Infektionsrate auch bei Männern ist.
Für die Auswertung wurden die Ergebnisse von 65 Studien mit 44 769 Männern aus 35 Ländern zusammengefasst und validiert. Es zeigte sich, dass die Zahl der HPV-Infektionen bei jungen Erwachsenen hoch ist, im Alter zwischen 25 und 29 Jahren ihr Maximum erreicht und danach wieder leicht zurückgeht, insbesondere in Europa, Nordamerika, Lateinamerika, der Karibik, Australien, Neuseeland und Afrika südlich der Sahara. In Ost- und Südostasien kommt es zu weniger HPV-Infektionen bei Männern.
Die Autoren der Studie, die im September 2023 in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet erscheint, fassen die Bedeutung der Untersuchung wie folgt zusammen: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die HPV-Prävalenz bei Männern über 15 Jahren hoch ist und belegen, dass sexuell aktive Männer, unabhängig vom Alter, ein wichtiges Reservoir für genitale HPV-Infektionen darstellen. Diese Schätzungen unterstreichen die Bedeutung der Einbeziehung von Männern in umfassende HPV-Präventionsstrategien, um die HPV-bedingte Morbidität und Mortalität bei Männern zu reduzieren und letztendlich die Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs und anderen HPV-bedingten Erkrankungen zu erreichen.“
HPV und Gebärmutterhalskrebs: Eine Impfung kann die Entstehung eines bösartigen Tumors verhindern
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Ziel der HPV-Impfung ist es, das Risiko für HPV-bedingte Krebsformen wie Gebärmutterhalskrebs und Analkrebs zu reduzieren.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

