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Zöliakie: Osteoporose kann Folge der Autoimmunerkrankung sein

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Menschen mit Zöliakie sollten ihre Knochendichte messen lassen. Durch die chronische Darmentzündung aufgrund von Gluten kann das Skelett brüchig werden.

Gluten – ein Begriff, der gerade in den letzten Jahrzehnten an Bekanntheit erlangte. Dabei sind es vielmehr die unangenehmen Begleiterscheinungen, die mit dem Verzehr von Gluten – auch „Klebereiweiß“ genannt und Speicherprotein von vielen Getreidearten – assoziiert werden. Häufig ist umgangssprachlich immer von „Glutenunverträglichkeit“ die Rede, wenngleich diese nicht mit der schweren Autoimmunerkrankung Zöliakie – die in gewisser Weise einer Nahrungsmittelallergie ähnelt – gleichgesetzt werden kann.

Eine Zöliakie kann durch ihren Erkrankungsverlauf langfristig Knochenschwund, sogenannte Osteoporose, zur Folge haben. Es gibt Möglichkeiten, einer Schädigung der Knochen vorzubeugen, wie Studien belegen.

Zöliakie: Osteoporose kann Folge der Autoimmunerkrankung sein

Arzt untersucht Knie eines Patienten.
Osteoporose kann Folge der Autoimmunerkrankung Zöliakie, der entzündlichen Reaktion auf Gluten, sein. (Symbolbild) © Robert_Przybysz/Imago

Die Zöliakie ist weder eine Allergie gegen Gluten oder Weizen noch eine Unverträglichkeit, wie es die Deutsche Gesellschaft für Zöliakie e. V. betont. Es handele sich um eine chronische Autoimmunerkrankung, durch die eine lebenslange autoimmune Reaktion gegenüber dem Klebereiweiß Gluten beziehungsweise der Unterfraktion Gliadin besteht. Gluten und Gliadin kommen in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste sowie in den alten Weizensorten Einkorn, Emmer und Khorasan-Weizen vor. Ein Verzicht dieser Getreidesorten kann Symptome der Zöliakie und Glutenunverträglichkeit nahezu verhindern.

Durch den Verzehr von Gluten kommt es bei Zöliakie-Betroffenen zu einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut ähnlich wie bei Morbus Crohn und damit zu einer veränderten Nährstoffaufnahme, was wiederum einen Vitamin- und Mineralstoffmangel zur Folge hat.

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Nährstoffe wie Vitamin D, Calcium und Magnesium sind jedoch für einen gesunden Knochenaufbau wichtig. Gleichzeitig wirkt sich die Entzündungsreaktion im Körper negativ auf die Knochendichte aus. Das Risiko einer Osteoporose ist für Zöliakie-Betroffene demnach höher.

Zöliakie: Ernährungsumstellung kann Osteoporose vorbeugen

Wissenschaftler unter Dr. William Stenson der Washington University School of Medicine konnten bereits feststellen, dass die Überempfindlichkeit gegenüber Gluten unter Menschen mit Osteoporose viel verbreiteter ist als bei Menschen ohne Osteoporose. Daher ist es wichtig, dass Ärzte bei Patienten mit osteoporotischen Merkmalen ohne erkennbare Ursachen auch eine Diagnostik auf Zöliakie in Betracht ziehen, wie Dr. Stenson und sein Forscherteam in einer Studie untermauern.

Die Wissenschaftler beschlossen, die betroffenen Osteoporose-Patienten auf eine glutenfreie Diät zu setzen und stellten fest: Die Knochendichte verbesserte sich – und zwar noch stärker als unter einer medikamentösen Therapie.

Eine Ernährungsumstellung kann somit nicht nur gegen chronische Entzündungen bei Diabetes, Rheuma, Arthrose sowie Akne helfen. Auch Knochenveränderungen im Zuge einer Zöliakie und Glutenunverträglichkeit sind bei frühzeitiger Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung reversibel.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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