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Endlich richtig abnehmen: Wie der Darm entscheidet, ob wir zu- oder abnehmen

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Von: Kristina Wagenlehner

Eine Frau steht vor einer hellblauen Wand und hält eine große Jeans in die Höhe. (Symbolbild)
Ob wir abnehmen oder nicht, entscheidet sich im Darm. (Symbolbild) © Ruslanshramko/Imago

Endlich richtig abnehmen funktioniert nur, wenn im Darm die geeigneten Bakterien wohnen. Zum Glück kann man seine Darmflora beeinflussen. 

St. Louis – Manche können scheinbar essen, was sie wollen, andere brauchen gefühlt die Schokolade nur anzusehen und nehmen schon zu. Forscher haben nun herausgefunden, dass die Ursache, warum manche schneller zunehmen als andere im Darm liegt.

Richtig abnehmen: Die Rolle der Darmbakterien

Bakterien, Viren, Pilze – in unserem Darm herrscht reger Betrieb. Mindestens 160 verschiedene Arten von Mikroorganismen leben dort. Sie verwerten die Nahrung und ziehen die Nährstoffe aus den Lebensmitteln, die der Mensch zum Leben braucht. Im Darm entscheidet sich, ob wir zu- oder abnehmen oder unser Gewicht halten. Dabei ist nicht nur wichtig was und wie viel Nahrung im Magen und schließlich im Darm landet, sondern auch, welche Mikroorganismen sich im Darm um die Nahrung kümmern.

Amerikanische Forscher der St. Louis Universität in Washington führten ein Experiment mit Zwillingsschwestern durch: Die eine war stark übergewichtig, die andere schlank. Von beiden entnahmen die Forscher Stuhlproben und verabreichten sie Mäusen, die zuvor keimfrei im Labor aufgewachsen waren. Nach ein paar Tagen hatten die Mäuse, die die Probe der übergewichtigen Schwester bekommen haben, zugenommen. Die Mäuse der zweiten Gruppe allerdings nicht, obwohl sie kaum weniger aßen. Die Forscher untersuchten daraufhin den Darm der Mäuse und stellten fest, dass sich die Zusammensetzung der Darmbakterien unterschied: Bestimmte Mikroben im Darm schienen also schlank, andere dick zu machen.

Richtig abnehmen: Dieser Bakterienstamm macht dick

Die Forschung über den Zusammenhang von Gewicht und Darmbesiedelung steht zwar noch am Anfang, jedoch liefern Studien bereits erste Ergebnisse. Zum Beispiel weisen stark übergewichtige Menschen oft eine sehr hohe Konzentration „Firmicutes“ auf. Dieser Bakterienstamm zieht besonders effizient Kalorien aus der Nahrung.

Schlanke Personen beheimaten häufiger mehr Bakterien vom Stamm der „Bacteroidetes“. Sie sind dafür bekannt, dass sie weniger Energie aus der Nahrung ziehen als andere Bakterien. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Mikrobiom von schlanken und übergewichtigen Menschen ist, dass im Darm schlanker Menschen mehr unterschiedliche Arten leben.

Richtig abnehmen: Die Darmflora entscheidet, ob eine Diät erfolgreich ist

Die Darmflora entscheidet also, wie viel Energie wir aus der Nahrung ziehen. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass manche Menschen trotz Zitronendiäten, Intervallfasten und Kaffee mit Zitronensaft-Diäten nicht abnehmen. Die gute Nachricht ist: Die Darmflora ist beeinflussbar. Und zwar, wer hätte es gedacht, über die Ernährung.

Richtig abnehmen: So erstellen Sie das ideale Schlankmacherklima im Darm

Um Ihre Darmflora aufzupeppen und dafür zu sorgen, dass sich insgesamt mehr Arten und vor allem mehr von den schlankmachenden Bakterien ansiedeln, empfehlen Wissenschaftler folgende Kost: Ballaststoffe, die vor allem in unverarbeiteten Lebensmitteln vorkommen, sind gut für die Darmflora. Diese Lebensmittel enthalten viele Ballaststoffe:

Außerdem soll Kefir gesund für den Darm sein.* Das bakterielle Gleichgewicht im Darm hingegen stören Antibiotika, viel Zucker oder reichlich Alkohol. Das Ungleichgewicht kann dazu führen, dass Personen zunehmen, auch wenn sie in Summe nicht mehr Kalorien zu sich nehmen.

Eine leicht kalorienreduzierte Diät kann ebenfalls die Ansiedlung schlankmachender Bakterien fördern. Das zeigt eine Studie der Wissenschaftler der Washington University. Sie verabreichten übergewichtigen Frauen ein Jahr lang 1.500 Kilokalorien pro Tag, Männer bekamen 1.800 Kalorien pro Tag. Die Stuhlproben ergaben, dass im Verlauf der Studie die Menge der „Bacteroidetes“-Bakterien zunahm, während die vom Stamm der „Firmicutes“ sank. Warum das so ist, konnten die Forscher aber bislang nicht erklären.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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