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Allergien vorbeugen: Trinkt die Mutter in der Stillzeit Kuhmilch, sinkt das Risiko für Nahrungsmittelallergien

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine dunkelhaarige Frau sitzt auf einer dunklen Ledercouch und stillt einen Säugling (Symbolbild).
Trinkt eine Mutter während der Stillzeit Kuhmilch, senkt das das Risiko für Nahrungsmittelallergien, wie eine Studie zeigt (Symbolbild). © imago images / Westend61

Stillen leistet einen wertvollen Beitrag zur Allergieprävention. Forscher aus Schweden haben nun in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass auch die Ernährung der Mutter in dieser Zeit eine entscheidende Rolle spielt. 

Göteborg – Kinder werden nicht als Allergiker geboren. Zwar gibt es eine genetische Veranlagung für Erkrankungen des atopischen Formenkreises (Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergien), ob es tatsächlich zu einem Ausbruch der Krankheit kommt, hängt aber von verschiedenen Bedingungen ab. Forscher aus Schweden haben nun herausgefunden: Trinkt die Mutter während der Stillzeit Kuhmilch, kann das das Risiko für eine Nahrungsmittelallergie beim Säugling reduzieren. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht.

Allergie-Prävention durch Kuhmilch: Die Studie

Die Ergebnisse der Wissenschaftler basieren auf Befragung von mehr als 500 schwedischen Frauen zu ihren Essgewohnheiten und dem Auftreten von Allergien bei ihren Kindern im Alter von einem Jahr. Dazu wurden die Frauen dreimal ausführlich zu ihrem Essverhalten befragt:

Überprüft wurde die gemeldete Milch-Aufnahme durch Biomarker im Blut der Mütter und in der Muttermilch. Dabei handelt es sich um zwei Fettsäuren, die im Magen der Kuh gebildet werden und für Milchprodukte spezifisch sind. Zur Diagnose der Allergien wurden die Kinder von einem Kinderallergologen untersucht.

„Wir haben festgestellt, dass Mütter von gesunden Einjährigen während des Stillens mehr Kuhmilch konsumierten als Mütter von allergischen Einjährigen. Obwohl der Zusammenhang klar ist, behaupten wir nicht, dass das Trinken von Kuhmilch ein allgemeines Heilmittel für Lebensmittelallergien wäre“, erklärt Mia Stråvik, Doktorandin in der Abteilung für Lebensmittelwissenschaft an der Chalmers University of Technology und Erstautorin der Studie in einer Pressemitteilung. Es gebe viele Faktoren, die das Risiko einer Nahrungsmittelallergie beeinflussen, darunter eine genetische Veranlagung.

Allergie-Prävention durch Kuhmilch: Ernährung der Mutter ist ein wichtiger Faktor

Dennoch sei es wichtig, auf die richtige Ernährung in der Stillzeit zu achten. „Die Ernährung ist ein Faktor, auf den die Eltern selbst direkten Einfluss haben können. Heutzutage ist es für junge Frauen durchaus üblich, das Trinken von Milch zu vermeiden, was teilweise auf vorherrschende Trends und Bedenken zurückzuführen ist, von denen einige mit Mythen über die Ernährung verbunden sind“, so Stråvik. So sei eine Allergie gegen Milcheiweiß bei Erwachsenen ungewöhnlich, so dass die meisten Frauen Milch und Milchprodukte ohne Probleme konsumieren könnten. Eine Laktoseintoleranz, bei der der Körper Milchzucker nicht abbauen kann, sei etwas völlig anderes. In diesem Fall seien laktosefreie Milchprodukte eine mögliche Alternative.

Allergie-Prävention durch Kuhmilch: Milch könnte kindliches Immunsystem stimulieren

Doch wie genau könnte Kuhmilch zur Allergieprävention beitragen? Die Forscher vermuten, dass Milch Substanzen enthält, die die Reifung des kindlichen Immunsystems stimulieren. Das sei erforderlich, damit das Kind eine Toleranz gegenüber verschiedenen Nahrungsmitteln entwickelt. Nach der sogenannten Hygienehypothese kann der frühe Kontakt mit verschiedenen Mikroorganismen als Kickstart und Training für das Immunsystem eines Kindes dienen, während übertriebene Hygiene dazu führt, dass das Immunsystem nicht ausreichend gefordert und damit nicht ausreichend aktiviert wird.

Angesichts der hygienischen Zustände in modernen Gesellschaften könnten über die Nahrung aufgenommene Substanzen einen wichtigen Beitrag zur Aktivierung des Immunsystems des Kindes leisten, so die Forscher. Der genaue Mechanismus, warum Milch diese vorbeugende Wirkung gegen Allergien hat, sei jedoch „noch unklar.“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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