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Allergene Duftstoffe: EU-Kommission hat drei weitere Zusätze in Kinderspielzeug verboten

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Von: Christine Pander

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Ein Mädchen mit kurzem braunen Haar hält zwei Puppen im Arm
Spielzeug soll Spaß machen und darf keine Giftstoffe enthalten (Symbolfoto). © imago images/ Eva Blanco

Puppen, Kuscheltieren oder Spielzeugautos werden bisweilen Duftstoffe zugesetzt, die bei Kindern Kontaktallergien auslösen können. Drei Substanzen sind ab sofort verboten.

Berlin – Spielzeug für Kinder unter drei Jahren soll keine Duftstoffe enthalten: Die Forderung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist deutlich formuliert. Seit Jahren weist die Behörde immer wieder darauf hin, dass Kinder bei häufigerem Kontakt mit allergenen Duftstoffen an einer Kontaktallergie erkranken könnten.

Allergieauslösende Duftstoffe: Kontaktallergie ist nicht heilbar

Je jünger die Kinder sind, desto problematischer ist es: Denn nach Angaben des BfR ist eine Kontaktallergie ein Leben lang nicht heilbar. Es können nur die Symptome, nicht aber die Ursachen einer Kontaktallergie behandelt werden.*

Insgesamt gibt es rund 2500 Duftstoffe. Nicht alle sind gefährlich, nur einige können bei mehrfachem Kontakt mit der Haut Allergien mit Symptomen wie Hautauschlag, Rötungen, Bläschen oder Entzündungen auslösen. Je häufiger und intensiver ein Kind mit allergenen Stoffen in Berührung kommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Kontaktallergie entwickelt.

Die Europäische Kommission hat daher die Liste der verbotenen Duftstoffe in Spielzeug und Spielzeugmaterial um drei Stoffe erweitert. Außerdem erhebt sie eine Kennzeichnungspflicht für 61 weitere allergene Duftstoffe. Die Regelungen müssen von den Mitgliedsstaaten innerhalb der nächsten 18 Monate umgesetzt werden. Damit soll das Allergie-Risiko gesenkt werden.

Die Duftstoffe Atranol, Chloratranol und Methylheptincarbonat sind ab sofort für die Verwendung in Spielzeug und Spielzeugmaterialien verboten. Atranol und Chloratranol sind Substanzen, die in Eichenmoos vorkommen. Im August vergangenen Jahres wurden diese Stoffe bereits in Kosmetika verboten, da Wissenschaftler teilweise eine besonders starke Reizung der Haut nachweisen konnten.

Allergieauslösende Duftstoffe: Spielzeug muss laut EU sicher sein

Auch der synthetische Duftstoff Methylheptincarbonat wurde jetzt in Spielzeug und Spielzeugmaterialien verboten. Der Duftstoff galt lange als harmlos, hat aber laut Ökotest eine hohe Sensibilisierungsquote gezeigt und wird daher inzwischen als starkes Allergen eingestuft.

„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Bürger haben für uns Priorität. Indem wir sicherstellen, dass in der EU vermarktetes Spielzeug den Sicherheitsanforderungen für allergene Duftstoffe entspricht, tragen wir dazu bei, dass Kinder in Europa sicher aufwachsen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der EU-Kommission.

Allergieauslösende Duftstoffe: EU warnt vor allergenen Stoffen

Zuvor hatten die verschiedene Substanzen bereits in Kosmetika für Aufregung gesorgt. Die beratende Sachverständigengruppe für die Sicherheit von Spielzeug der EU nahm dies zum Anlass und betonte, dass ein allergener Stoff, der ein Risiko in kosmetischen Mitteln darstelle, auch durchaus in Spielzeug problematisch sein könne.

Eltern sollten beim Kauf von Spielzeug darauf achten, dass möglichst wenig allergieauslösende Substanzen enthalten sind. Denn Kinder im Alter bis zum dritten Lebensjahr stecken sich Dinge gerne in den Mund: Daher sollte Spielzeug immer Schweiß- und Speichelfest sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich keine Schadstoffe aus dem Material lösen.

Allergieauslösende Duftstoffe: Diese Tipps helfen beim Spielzeug-Kauf

Kann bei der Produktion nicht garantiert werden, dass die Spielwaren Schweiß- und Speichelfest sind, muss der Hersteller dies mit dem Satz „Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet“ kennzeichnen. Diese Tipps beim Einkauf können bei der Vermeidung von Kontaktallergien helfen:

Immer wieder wird gesundheitsgefährdendes Spielzeug zurückgerufen, weil es als gesundheitlich bedenklich eingestuft wird. Vor allem in Billiglohnländern werden Produkte zum Teil unter Einsatz von hochgradig giftigen Substanzen hergestellt.

Abgesehen von Unverträglichkeiten durch den Hautkontakt, den Kindern zu den Spielsachen haben, ist auch die Gefahr einer allergischen Reaktion auf enthaltene Giftstoffe sehr hoch. Auch vor Nickel in Metalllegierungen warnen Ärzte eindringlich. Vorsicht ist daher bei jedem Kauf von Spielsachen geboten.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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