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AstraZeneca: Was passiert, wenn die Zweitimpfung verspätet kommt

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Von: Kristina Wagenlehner

Impfdosen von AstraZeneca und Biontech/Pfizer (Symbolbild)
Personen, die ihre zweite AstraZeneca-Impfung zu spät bekommen, müssen sich laut einer neuen Studie keine Sorgen machen. (Symbolbild) © Nathan Denette/Imago

Lieferengpässe, fehlende freie Impftermine oder persönliche Umstände können dazu führen, dass die AstraZeneca-Zweitimpfung zu spät verabreicht wird. Ist das schlimm?

Oxford – Der Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca wird in erster Linie an über 60-Jährige und immer in zwei Dosen verabreicht. Zwischen den beiden Impfungen sollten, laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), zwischen vier und zwölf Wochen liegen.

AstraZeneca: Abstand zwischen Erst- und Zweitabstand zu groß

Was aber, wenn der Abstand zwischen den Impfungen länger ist oder man sich in der Zeit dazwischen womöglich ansteckt? Eine aktuelle Studie der Universität Oxford untersuchte, ob sich die Schutzwirkung einer Corona-Impfung mit dem Wirkstoff Vaxzevria von AstraZeneca ändert, wenn mehr Zeit, als die empfohlen vier bis zwölf Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung liegt. Das Ergebnis beruhigt: Verzögert sich die Gabe der zweiten AstraZeneca-Dosis, brauchen sich Patientinnen und Patienten keine Sorgen zu machen. Der Impfschutz wird dadurch nicht verringert. Die Studie ergab: Der Impfstoff von AstraZeneca erzielt auch bei einem längeren Abstand zwischen erster und zweiter Dosis eine hohe Schutzwirkung gegen Covid-19.

Ein längerer Abstand zwischen den beiden Impfgaben könnte sogar Vorteile bringen. Bestand zwischen den beiden Impfungen ein Abstand bis zu 45 Wochen konnten die Forscher der Universität Oxford eine ebenso starke oder teilweise sogar bessere Immunantwort nachweisen wie bei dem standardmäßigen kürzeren Intervall. Allerdings wurde die Studie noch nicht von Fachleuten begutachtet.

„Das ist eine beruhigende Nachricht für Länder mit niedrigen Impfstoffmengen, die sich um Verzögerungen der zweiten Dosis in ihren Bevölkerungen sorgen“, sagte der Immunologe Andrew Pollard, der auch an der Entwicklung des Vakzins beteiligt war. „Sogar nach zehn Monaten Abstand nach der ersten Dosis gibt es eine exzellente Immunantwort.“

AstraZeneca: Dritte Impfung mit dem Wirkstoff Vaxzevria

Außerdem untersuchten die Wissenschaftler, inwieweit eine dritte Dosis mit AstraZeneca wirkt. Die Drittimpfung wurde mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfung verabreicht. Die Forscher stellten zwei Dinge fest: zum einen eine deutlich stärkere Immunantwort. Zum anderen soll der Schutz vor den derzeit kursierenden Varianten des Corona-Virus besser sein. Die Furcht vor der Delta-Variante lässt zudem neue Forderungen laut werden.* In Großbritannien wird bereits darüber diskutiert, ob im Herbst mit Auffrischungsimpfungen begonnen werden soll.

Neben AstraZeneca werden in Deutschland noch weitere Impfungen gegen das Corona-Virus angeboten. Das sind:

Für die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna fand eine aktuelle amerikanische Studie außerdem kürzlich heraus, das sie offenbar lange wirken und eine Auffrischung womöglich gar nicht notwendig sein müsse.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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