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Baby will ständig an die Brust: Tipps bei Clusterfeeding

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Von: Judith Braun

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Bei Clusterfeeding handelt es sich um eine Phase, in der Babys viel gestillt werden möchten. Mit fehlender Milchproduktion hat dies nichts zu tun.

Während der Stillphase kann es vorkommen, dass das Neugeborene plötzlich scheinbar viel häufiger an die Brust seiner Mutter möchte. Schnell stellt sich dann bei manchen Mamas die Sorge ein, dass das Baby möglicherweise nicht gut genug versorgt ist oder die Milchproduktion nicht richtig funktioniert. Oftmals handelt es sich dabei allerdings um das sogenannte Clusterfeeding. Was hat es genau damit auf sich hat und wie kann es überhaupt dazu kommen?

Baby will ständig an die Brust: Tipps bei Clusterfeeding

Mutter stillt ihr Neugeborenes
Clusterfeeding kann für Mütter anstrengend sein. Es herrscht allerdings meist kein Grund zur Sorge, dass das Baby zu wenig Nahrung bekommt. (Symbolbild) © gpointstudio/IMAGO

Bei Clusterfeeding handelt es sich um eine Periode, in der der Säugling besonders häufig und viel gestillt werden möchte. Laut aktuellem Forschungsstand konnte noch keine endgültige Ursache für Clusterfeeding gefunden werden. Möglicherweise liegt es jedoch daran, dass der Magen von Säuglingen sehr klein und somit schnell voll ist. Gleichzeitig leert er sich jedoch genauso rasch wieder, da Muttermilch gut verdaulich ist, sodass sie in etwa 90 Minuten Magen und Darm passiert.

Das zeigt sich besonders in den ersten Wochen, in denen das Neugeborene wächst und dadurch viel Energie verbraucht. So kann es sein, dass die Kleinen in dieser Phase mehr Energie in Form von Nahrung benötigen und deshalb öfters an die Brust möchten. Durch das Clusterfeeding wird gleichzeitig die Milchproduktion angeregt. Wer sich beim Stillen schwertut, sollte allerdings in der Stillphase auf Kräutertees aus Salbei und Pfefferminze verzichten, da sie die Milchproduktion eher hemmen.

Zudem spielt auch das Hormon Cholecystikinin (CCK) eine wichtige Rolle. Denn es steuert zum Teil den Hunger der Babys. Sein Wert steigt an, wenn das Baby an der Brust ist. Nach etwa 20 Minuten signalisiert es dem kleinen Körper, dass er satt ist. Wenn nach weiteren zehn bis zwanzig Minuten der Wert wieder sinkt, geht der Kreislauf von vorne los: Der Säugling hat wieder Hunger und möchte erneut an die Brust. Dieses Phänomen kommt bei sehr jungen Babys oder älteren Kindern währed eines Wachstums- oder Entwicklungsschubs häufig abends vor, weshalb Experten vermuten, dass das Baby sich auf die Schlafpause vorbereitet und seinen Bauch auf Vorrat füllt.

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Clusterfeeding-Tipps für Mütter: Genügend trinken und essen

Häufig haben Mütter, deren Babys zu Clusterfeeding neigen, die Befürchtung, dass sie zu wenig Milch produzieren. Dabei gibt es eigentlich keinen Grund zur Sorge, solange der Säugling eine gute Menge Windeln produziert und nicht vor Hunger ständig schreit. Um das Schreien von Babys richtig deuten zu können, braucht es am Anfang eine gewisse Übung, da uns Menschen diese Fähigkeit nicht angeboren ist. Mit Wasser sollte Muttermilch allerdings niemals gestreckt werden, da dies für ein Baby gefährlich werden kann. Sollte ein Baby jedoch mehrfach länger als eine Stunde an der Brust bleiben und zusätzlich auch noch Gewicht verlieren, dann sollten Mütter mit dem Kinderarzt oder der Hebamme sprechen.

Da Clusterfeeding vor allem auch für die Mutter anstrengend sein kann, empfiehlt es sich, in dieser Situation besonders viel zu trinken und für genügend Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Schließlich raubt es auch den Müttern Energie. Daher sollten sie besonders darauf achten, dass sie gut essen. Am besten essen die stillenden Mamas viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt und bevor sie mit dem Stillen beginnen. Zudem kann es helfen, wenn sie es sich während des Stillens zum Beispiel mit einem Hörbuch bequem und gemütlich machen, da sie die nächste Zeit schließlich mit Stillen beschäftigt sein werden. Wer dennoch befürchtet, dass das Baby nicht genug Nahrung bekommt, sollte sich nicht scheuen, den Kinderarzt oder die Hebamme um Hilfe zu fragen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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