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Barfuß gehen: Wann man besser darauf verzichten sollte

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Von: Jasmina Deshmeh

Vogelperspektive der Füße eines Paares (Symbolbild)
Barfuß gehen gilt als gesund. Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Barfußgehen macht nicht nur Spaß, es ist auch noch gesund. Es gibt aber Ausnahmen, in denen das Laufen mit nackten Füßen gefährlich sein kann.

Mönchengladbach – Im Sommer eine Runde barfuß zu laufen ist gesund. Nicht nur für die Sinne, sondern auch für die Körperhaltung und die Fußmuskulatur. Wer barfuß laufen nicht gewöhnt ist, sollte dabei allerdings einiges beachten. Und es mit der Belastung nicht gleich übertreiben.

Barfuß gehen: Deshalb ist es so gesund

Die meisten Menschen laufen selten barfuß, dabei ist es die natürlichste Form der Fortbewegung und durchaus förderlich für die Fußgesundheit. Denn falsches Schuhwerk kann unseren Füßen schaden und zu Fehlstellungen führen, etwa wenn die Schuhe zu klein oder zu eng sind oder wir regelmäßig auf hohen Absätzen gehen. Die Schuhe im Sommer öfter mal wegzulassen und mit nackten Füße durch den Garten zu laufen wirkt dagegen wie eine Fußreflexzonenmassage, die die Durchblutung anregt.

Weitere Vorteile des Barfußlaufens sind:

Barfuß gehen: Die Füße an den neuen Laufstil gewöhnen

Wer lange nicht barfuß gegangen ist, wird merken, dass die Füße entsprechend empfindlich sind und sollte erst einmal mit einer halben Stunde am Tag starten. So können sich die Füße langsam an den Untergrund gewöhnen und die nötige Hornhaut aufbauen. Auch der Laufstil wird sich verändern: Beim Barfußgehen ohne dämpfende und schützende Schuhe setzt der gesamte Fuß auf und wir treten behutsamer auf. Was zunächst ungewohnt ist, wird schnell zur Normalität und schont, einer amerikanischen Studie zufolge, langfristig die Knie- und Hüftgelenke.

Barfuß gehen: Kann es auch schaden?

Eltern ermahnen Kinder häufig, nicht auf kalten oder feuchten Böden barfuß zu gehen, weil sie fürchten, sie könnten sich eine Erkältung einfangen. Und natürlich ist langes Herumstehen mit klammgefrorenen Füßen auf nasskaltem Untergrund nicht unbedingt empfehlenswert. In Bewegung bewirkt Barfußsein jedoch genau das Gegenteil: Das Immunsystem wird gestärkt und der wohldosierte Kältereiz regt (ähnlich wie bei Kneippgüssen und beim Wassertreten) die Durchblutung an und fördert die Wärmeproduktion des Körpers.

Auch die Angst vor Nagel- und Fußpilz ist eher unbegründet. Denn die Sporen bevorzugen feuchtwarmes Klima, das vor allem durch langes Tragen von Schuhen und Socken entsteht. Anders sieht es aus, wenn bereits eine Infektion besteht. Dann sollte zum Schutz von Familienmitgliedern aufs Barfußgehen verzichtet werden, bis die Erkrankung abgeklungen ist. Denn schon kleinste Hautschüppchen können den Pilz übertragen.

Barfuß gehen: Und wie sieht es mit Joggen aus?

Immer mehr Menschen folgen sogar dem Trend, barfuß joggen zu gehen. Und tatsächlich können gut trainierte Füße die Lauftechnik verbessern, den gesamten Bewegungsapparat stärken und sogar das Lauftempo steigern. Auch hier gilt aber: Mit kleinen Einheiten beginnen, zum Beispiel auf einer Wiese oder im Sand, und die Laufstrecke nur langsam verlängern, um die Füße nicht zu überfordern.

Wer Angst vor kleinen Steinen und Scherben hat, kann auch auf sogenannte Barfußschuhe zurückgreifen. Sie haben eine flexible Sohle, umschließen jeden einzelnen Zeh und kommen dem Barfußgehen sehr nahe. Auch an sie müssen sich die Füße allerdings erst einmal gewöhnen. Am besten lässt man sich im Fachgeschäft Tipps zur richtigen Lauftechnik geben.

Barfuß gehen: Wer besser darauf verzichtet

In einigen Fällen ist es jedoch ratsam, aufs Barfußgehen zu verzichten. Das gilt zum Beispiel für Insektengiftallergiker, bei denen ein Stich zu einem anaphylaktischen Schock führen kann und damit lebensgefährlich ist. Vor allem allergische Kinder sind sich der Gefahr meist nicht bewusst und sollten im Sommer nur mit Schuhen durchs Gras gehen, rät der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB).

Gleiches gilt für Diabetiker oder Menschen mit Durchblutungsstörungen. Sie haben oft ein gestörtes Schmerzempfinden und bemerken kleine Verletzungen nicht sofort, was die Infektionsgefahr der Wunde erhöht. Auch Menschen mit Arthrose in den Zehengelenken sollten zumindest auf das Barfußjoggen verzichten, da sich die Beschwerden dadurch verschlimmern können.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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