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Stiko plant Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren: Was Sie jetzt wissen müssen

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Von: Christine Pander

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Ein gelber Impfpass, eine Spritze und der Schriftzug Booster. (Symbolbild)
Booster-Impfungen sollen bald für alle ab 18 Jahren möglich sein. (Symbolbild) © DROFITSCH/EIBNER/Imago

Mitten in der vierten Corona-Welle überlegen viele Geimpfte, ob sie sich den Booster holen. Die Stiko plant derweil eine Empfehlung für alle ab 18 Jahren.

Berlin – Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) drängt schon seit einer Weile auf die dritte Impfung für alle Erwachsenen, der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) sowieso und nun äußert sich auch der Chef der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens (71) optimistisch: Er geht davon aus, dass die Kommission eine Empfehlung für Booster-Impfungen gegen das Corona-Virus ab 18 Jahren abgeben wird.

Stiko plant Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren: Was Sie jetzt wissen müssen

In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ hatte Mertens berichtet, dass am heutigen Mittwoch (Stand: 17. November) über eine Empfehlung beraten werde. Denn klar ist: Der Impfschutz nach einer Grundimmunisierung (bestehend aus zwei Impfungen) nimmt mit der Zeit ab. Wie sehr, darüber sind sich die Experten noch nicht einig. Es wäre eine große Neuerung: Denn bislang empfiehlt die Stiko die Booster-Impfung nur für Geimpfte ab 70 Jahren und für medizinisches Personal.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt sogar noch eins drauf: Er ist nicht nur dafür, alle ab 18 Jahren ein drittes Mal zu impfen. Auch was den Abstand zur zweiten Impfung betrifft, sei die Empfehlung, sechs Monate zu warten, eher als Orientierung zu sehen. Laut der Tagesschau hat er in einem Brief an die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, geschrieben, der Abstand von sechs Monaten sei als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten sei. Letztlich obliege es dem impfenden Arzt, im eigenen Ermessen auch etwas früher zu impfen.

Stiko plant Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren: Ausreichend Impfdosen vorhanden

Das Schreiben an alle Vertragsärzte in Deutschland soll dazu beitragen, Impfwillige nicht mehr abzuweisen, die die sechs Monatsfrist noch nicht ganz exakt erreicht haben. Sich früher impfen zu lassen, machte bislang Experten zufolge aus immunologischer Sicht jedoch wenig Sinn.

Das liegt daran, dass in den ersten Monaten nach der zweiten Impfung ein sehr guter Impfschutz besteht und zum anderen die Wirkung einer Auffrischungsimpfung erst nach längerer Zeit am effektivsten ist. Diesen Rückschluss ziehen Experten aufgrund von Erfahrungswerten mit anderen Impfungen. Somit ist vermutlich auch der Nutzen einer Booster-Impfung nach mindestens sechs Monaten oder länger am größten.

Stiko plant Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren: Dennoch muss es gerecht zugehen

Aber wenn nun plötzlich so viele Menschen geimpft werden könnten, reichen dann die verfügbaren Impfdosen überhaupt aus? Spahn zufolge sei das kein Problem: Der Süddeutschen Zeitung sagte er, Deutschland habe genug Impfdosen für Auffrischimpfungen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz indes fordert auch beim Boostern eine Vorrangprüfung für bestimmte Bevölkerungsgruppen, ähnlich wie zu Beginn der Impfkampagne. Eine Priorisierung nach Alter, Krankheit sowie Berufsgruppe müsse erneut in Betracht gezogen werden, damit Menschen, die den Schutz durch die Boosterimpfung dringender benötigen, diesen auch bevorzugt erhalten.

Die derzeitigen Empfehlungen zum Boostern lauten:

Durchgeführt werden Booster-Impfungen von Hausärzten, mobilen Impfteams, Impfzentren oder durch Betriebsärzte mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna. Wer bei der Grundimmunisierung bereits mit einem der beiden Impfstoffe geimpft wurde, sollte bei der Booster-Impfung möglichst wieder denselben Impfstoff erhalten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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