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„Broken-Heart-Syndrom“: Das steckt dahinter, wenn einem das Herz bricht

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Von: Christine Pander

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Die Hand eines Erwachsenen und eines Kindes liegen aufeinander und halten in der Handfläche ein rotes Herz aus Plastik (Symbolbild)
Um das Herz ranken sich viele Mythen und Märchen (Symbolfoto) © Ronstik/ Imago

Um das Herz und die Herzgesundheit ranken sich zahlreiche Mythen. Doch was ist tatsächlich daran, wenn einem wortwörtlich das Herz bricht?

Ein Herz kann tatsächlich brechen: zum Beispiel durch Liebeskummer. Leider bleibt das vermutlich fast niemanden erspart, der mal richtig verliebt war. Da mag es sich so anfühlen, als ob das Herz zerspringt. Und nicht selten wird von „gebrochenen Herzen“ gesprochen, wenn eine Liebe vorbei ist. Aber kann es tatsächlich brechen, das Herz? Kardiologen beobachten zwar bei Menschen mit großem Liebeskummer ein Phänomen, das unter dem Namen „Broken-Heart-Syndrom“ bekannt wurde.

„Broken-Heart-Syndrom“: Das steckt dahinter, wenn einem das Herz bricht

Es beschreibt eine Funktionsstörung der linken Herzkammer, die bei Menschen nach heftiger Erregung, wie etwa nach dem Tod eines geliebten Menschen, einem Unfall oder einer großen Überraschung, eintreten kann. Äußerlich ähnelt es den Symptomen nach einem Herzinfarkt.

Erstmals beschrieben japanische Wissenschaftler das „Syndrom des gebrochenen Herzens“ in den neunziger Jahren, das Wissen über die Krankheit kam damals nur aus Fallberichten und kleineren Studien. Inzwischen gibt es auch größere Studien, zum Beispiel eine der weltweit größten von den Kardiologische Zentren aus der Schweiz, Deutschland und sieben weiteren Ländern. Angaben über 1750 Patienten sind darin ausgewertet worden.

Die Ergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. „Unsere Daten weisen darauf hin, dass die Erkrankung womöglich deutlich unterdiagnostiziert wird“, schreiben die Studienleiter Christian Templin und Jelena-Rima Ghadri. Die Mediziner fanden unter anderem heraus, dass ein gebrochenes Herz häufig unerkannt bleibt.

Herzmythen im Check: Handy nicht in Brusttasche stecken

Ein richtiger Herzinfarkt ist es beim „Broken-Heart-Syndrom“ aber nicht: Der Herzmuskel erholt sich meist wieder. Im Extremfall kann es aber zu einem sogenannten kardiogenen Schock führen: Der Blutdruck fällt ab, der Körper wird nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt. Fünf Prozent der Patienten sterben. Die Symptome ähneln denen eines Herzinfarktes sehr: Atemnot, Engegefühl in der Brust, teils massive Schmerzen. Oftmals sinkt der Blutdruck, das Herz rast, den Patienten bricht der Schweiß aus, sie leiden unter Übelkeit und Erbrechen.

2. Das Handy in der Brusttasche eines Hemdes kann Infarkte auslösen: Die Befürchtung, elektromagnetische Felder könnten einen Herzschrittmacher stören, rührt noch von Früher her. Im Gegensatz zu älteren Modellen sind die heutigen Herzschrittmacher weniger störanfällig, denn sie sind besser gegen Strahlungen abgeschirmt. SIn der Hemdtasche sollten sie dennoch nicht aufbewahrt werden, sicherheitshalber.

Herzmythen im Check: Auf der linken Seite schlafen ist gesund

3. Es ist gesund, auf der linken Seite zu schlafen, weil dort das Herz sitzt: Das ist Kardiologen zufolge richtig. Denn die Hauptschlagader, die Aorta, zweigt vom Herz nach links ab. Wenn Sie auf der rechten Seite liegen, muss Ihr Herz das Blut quasi „bergauf“ pumpen. Wer auf der linken Körperseite schläft, unterstützt die Pumpfunktion des Herzens. Das bestätigt der Arzt John Doulliard in einer Studie, die 2015 im Magazin „The Journal of Clinical Gastroenterology“ veröffentlicht wurde.

4. Vor Schreck kann einem das Herz stehen bleiben: Für gesunde Menschen ist der Sprung ins kalte Nass riskant. Der abrupte Temperaturwechsel löst im Körper enormen Stress aus: Der Blutdruck steigt rasant an. Bei Personen mit einem kranken Herzen kann der Kälteschock sogar lebensbedrohlich werden. Beim gesunden Menschen ist es dagegen fast unmöglich, dass so etwas passiert, selbst wenn er oder sie gewaltig geschockt wird. Aufpassen müssen allerdings Menschen mit Vorerkrankungen am Herzen: Bei Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel der koronaren Herzkrankheit kann es durch den extremen Adrenalin-Ausstoß zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen.

So lassen sich Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen:

5. Wer einen Herzschrittmacher trägt, kann nicht sterben: An die 65 000 Menschen bekommen jährlich einen Herzschrittmacher eingesetzt. Und viele stellen sich die Frage, ob sie überhaupt auf natürlichem Weg sterben können, solange dieser intakt ist. Doch die Sorge ist Experten zufolge unbegründet. Der Herzschrittmacher registriert selbsttätig, wenn sein Träger stirbt und stellt dann automatisch die Arbeit ein. Fazit: Betroffene können trotz Herzschrittmacher sterben.

Das Gerät registriert über Sonden die bestehende Erregung und schickt schwache Ströme, um den Rhythmus anzupassen, erklärt das Patientenmagazin „HausArzt“. Bleiben diese natürlichen Signale des Herzens aus, erkennt dies das Gerät. Es arbeitet dann einfach nicht mehr weiter. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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