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Lauterbach ruft zum freiwilligen Masketragen auf

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Von: Carina Blumenroth

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Die Coronazahlen in Deutschland steigen — die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 sind auf dem Vormarsch. Die könnten für eine neue Coronawelle sorgen.

Berlin — Das Coronavirus ist noch nicht Geschichte, im Moment steigen die Coronazahlen in Deutschland sprunghaft an. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ruft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, in Innenräumen freiwillig eine Maske zu tragen. Eine Sommerwelle, so schreibt Karl Lauterbach (59, SPD) bei Twitter, sei erwartbar gewesen. Seiner Meinung nach seien Masketragen im Innenraum und die vierte Coronaimpfung „die besten Gegenmittel“.

Sieben-Tage-Inzidenz sprunghaft angestiegen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit einer FFP2-Maske.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist weiterhin dafür, Maske zu tragen. (Symbolbild) © Kay Nietfeld / dpa

Seit Tagen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland stetig an. Erfasst wird bei der Sieben-Tage-Inzidenz die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Von Montag auf Dienstag gab es dabei einen Sprung von 385,4 zu 447,3 – das geht aus Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Die Wissenschaftler des RKI haben auch herausgefunden, dass es im Moment einen drastischen Anstieg an Coronainfektionen bei Menschen zwischen 15 und 59 Jahren gibt. Im Vergleich zur Vorwoche gab es in dieser Altersspanne einen Anstieg von über 300 bei der Sieben-Tage-Inzidenz.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz werden in Deutschland lediglich die Infektionen gezählt, die mit einem PCR-Test nachgewiesen wurden. Das waren am Dienstag laut RKI 105.840 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Nicht gezählt werden unter anderem asymptomatische Verläufe oder Infektionen, die nur per Schnelltest nachgewiesen werden. Daher ist von einer höheren Zahl auszugehen.

Die Omikron-Variante ist laut Studien und Forschungsberichten viel ansteckender als die Delta-Variante, aber Geboosterte haben mit Omikron deutlich kürzer Symptome. Trotzdem sei es sicherer, sich vor einer Erkrankung bestmöglich zu schützen.

Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 in Deutschland

In Deutschland dominiert nach wie vor mit 99 Prozent die Omikron-Variante des Coronavirus. Die Subvarianten BA.4 und BA.5 weisen momentan das meiste Wachstum auf. Das geht aus dem Wochenbericht des RKI hervor. Laut den Wissenschaftlern sei dies ein Indiz dafür, dass diese Varianten bald die Mehrzahl an Infektionen ausmachen: „Aller Voraussicht nach werden sich diese beiden Sublinien stärker verbreiten, sodass es auch insgesamt zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen schon im Sommer kommen kann“.

Coronavirus: Impfung als Schutz?

„Die vierte Impfung schützt vor schwerer Krankheit und senkt für ein paar Monate, wenn auch unvollständig, Ansteckungsrisiko“, schreibt Karl Lauterbach (59, SPD) bei Twitter und appelliert damit, dass sich die Menschen bestmöglich vor einer möglichen Infektion schützen.

Laut Bundesgesundheitsministerium haben derzeit rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland eine zweite Auffrischungsimpfungen erhalten. Für rund vier Millionen Menschen gibt es derzeit noch keinen zugelassenen Impfstoff, darunter fallen Kinder bis vier Jahre.

Corona: Nationale Impfkonferenz in Wiesbaden

Auch weitere Politiker setzen auf das Impfen, bei der nationalen Impfkonferenz haben sich Minister von Rheinland-Pfalz und Hessen für die Coronaimpfung stark gemacht. „Impfen rettet Leben“ twitterte Hessens Minister Kai Klose, außerdem macht er sich für die wissenschaftliche Betrachtung des Virus stark: „Fakten > Glaubenssätze“.

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Noch kein angepasster Omikron-Impfstoff

Momentan gibt es noch keinen angepassten Coronaimpfstoff gegen Omikron. Der Konzern BioNTech arbeitet seit Januar an einer klinischen Studie. In den nächsten Wochen sollen erste Ergebnisse vorliegen. Bund und Länder rechnen damit, dass der angepasste Impfstoff frühestens im September geliefert werden kann. „Hoffentlich können angepasste Impfstoffe im Herbst eine Infektion vermeiden. Die Studien dazu laufen“, twitterte Karl Lauterbach (59, SPD) im Zusammenhang damit, dass auch die mögliche Folgeerkrankung und neue „Volkskrankheit“ Long Covid bislang noch viele Unklarheiten, wie Therapie und Heilung, bereitet. Abzuwarten sind dementsprechend noch mehrere Studien.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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