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Covid-19-Studie: Jugendliche und Kinder leiden massiv unter der Distanz

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Von: Christine Pander

Nicht nur die Erwachsenen leiden unter der Pandemie, auch Jugendliche und Kinder werden einer Studie zufolge immer unglücklicher.

Kiel – Die Freunde nur selten treffen, kein regelmäßiger Schulunterricht, kein Sport mehr im Verein: Die Corona-Pandemie belastet einer Studie der Krankenkasse DAK zufolge vor allem viele Kinder und Jugendliche. Grundlage der Erhebung ist eine Befragung von 14.000 Schulkindern der Klassen fünf bis zehn in dreizehn Bundesländern im Schuljahr 2020/21, die das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel im Auftrag der Krankenkasse übernahm.

Corona-Studie zu Kindern: Die Hälfte der Befragten ist unglücklich

Das traurige Ergebnis des DAK-Präventionsradar 2021: Mehr als die Hälfte aller Mädchen und Jungen ist im vergangenen Jahr unglücklicher geworden, wie der Präventionsradar 2021 der DAK-Gesundheit zeigt. Die Lebenszufriedenheit aller befragten Kinder ist der Studie zufolge im Schnitt um rund 20 Prozent im Vergleich zu der Situation vor der Corona-Krise gesunken. Emotionale Probleme nahmen stark zu.

Bei den Jüngeren der Klassenstufe fünf und sechs ist der Verlust mit 24 Prozent der Lebenszufriedenheit am stärksten. 23 Prozent der Befragten zeigten Symptome depressiver Störungen, Traurigkeit, geringes Selbstwertgefühl, Interessensverlust und sozialer Rückzug, deutlich mehr als im Jahr 2020 mit 18 Prozent. 

Corona-Studie zu Kindern: Vor allem Schulkinder stark belastet

„Der starke Rückgang der Lebenszufriedenheit der Kinder und Jugendlichen ist erschreckend“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Unsere Studie zeigt, wie sehr Corona das Leben der Schulkinder belastet. Dabei ist eine möglichst unbeschwerte Kindheit wichtig, damit die Mädchen und Jungen gesund groß werden. Wir müssen jetzt gegensteuern, um das Risiko für langfristige Gesundheitsprobleme im Erwachsenenalter zu senken.“

Jedes dritte Kind fühle sich in der Schule auch nicht ausreichend vor dem Virus geschützt. 56 Prozent hielten die Corona-Regeln dort dagegen für angemessen. Gleichzeitig hätten die emotionalen Probleme stark zugenommen, und das vor allem bei den Mädchen. In der aktuellen Befragung zeigen 23 Prozent aller befragten Kinder Symptome depressiver Störungen wie Traurigkeit, geringes Selbstwertgefühl, Interessensverlust und sozialen Rückzug.*

Corona-Studie zu Kindern: Die meisten Kinder bewegen sich zu wenig

Den Angaben zufolge führt auch der Wegfall vieler Freizeit- und Sportangebote zu massiven Problemen: Insgesamt gaben ein Fünftel weniger Kinder an, dass sie denken, dass sie sich ausreichend bewegen. Die allermeisten kämen nicht auf die wissenschaftlich empfohlenen 90 Minuten Bewegung täglich.

„Das ist besorgniserregend, denn die Bedeutung von Bewegung für die psychische Gesundheit ist immens“, so Studienleiter Professor Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord. Der Bewegungsmangel und die Ernährungsfehler in der Pandemie führen außerdem zu Übergewicht, das auch Auswirkungen auf das Erwachsenenalter und die Entstehung von Folgeerkrankungen haben kann.

Corona-Studie zu Kindern: Zehn-bis 14jährige leiden oft unter Übergewicht

So viele Kinder sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) in Deutschland übergewichtig:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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