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Corona: Der Herbst ist da — so rutschen Sie nicht in die Depression

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Von: Jennifer Köllen

Der nächste Corona-Winter steht vor der Tür. Dieser Gedanke zieht Sie runter? Wir zeigen Ihnen, wie Sie gut durch die nasskalte Jahreszeit kommen.

München — Psychische Erkrankungen haben seit Corona-Beginn stark zugenommen. Wie es aussieht, müssen wir im nächsten Winter zwar nicht nochmal auf Freunde, das Fitnessstudio oder die Bar verzichten — Dinge, die uns einen Ausgleich zum (Familien-) Alltag im Homeoffice schaffen. Denn Politiker sagen: Zumindest wird es für Geimpfte und Genesene keinen Lockdown geben. Dennoch wissen wir noch nicht, ob wir auch im Winter einen geregelten und normalen Alltag haben werden, wie wir es vor der Pandemie hatten. Denn die Zahlen steigen. Werden die Schulen und Büros offen bleiben?

Vielen Menschen graut es schon jetzt, Ende August, vor noch einem Corona-Winter. Denn die vergangenen Winter haben viele Menschen heruntergezogen. Und das sogar solche, die bislang keine psychischen Probleme hatten.

Corona: Zahl der Depressionen hat in der Pandemie zugenommen

Viele Studien zeigen, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen in der Coronapandemie gestiegen ist. Das berichtet der Spiegel. Vor allem junge Menschen würden unter der Krise leiden. „Die Cosmo-Studie der Uni Erfurt, die regelmäßig abfragt, wie die Bevölkerung die Coronakrise wahrnimmt, deutet immer wieder darauf hin, dass die psychologische Lage der Gesellschaft in Abhängigkeit von den Coronawellen schwankt“, heißt es im Spiegel.

Die Reha-Klinik Heiligenfeld im bayerischen Bad Kissingen hat daher ein eigenes Therapieprogramm für Menschen entwickelt, die in Folge der Coronapandemie Burnout-Erscheinungen zeigen. Burnout? Obwohl man ständig daheim ist? Gerade deswegen. Denn der klare Cut zur Arbeit fehlte im Lockdown. Man hatte ständig den Laptop offen, war nonstop erreichbar, zwischendrin half man den Kindern bei den Hausaufgaben. Und abends ging man nicht raus ins Fitnessstudio, sondern „entspannte“ vor dem Fernseher. Dazu der Winter, Matschwetter, Regen. Die Angst vor einer Infektion, und dann noch das allgemeine Weltgeschehen, das derzeit auch nicht gerade erbaulich ist. Und das monatelang. Puh.

Herbstwetter in Hamburg – dazu die Delta-Variante des Coronavirus. Droht uns im Herbst ein Lockdown?
Die Delta-Variante gefährdet unseren Herbst. Werden Schulen und Büros nochmal schließen? (24hamburg.de-Montage) © Gregor Fischer/dpa & Christian Ohde/imago images

„Seit etwa einem halben Jahr merken wir, dass immer mehr Patientinnen und Patienten zu uns kommen, bei denen ein Burnout durch die Coronasituation verstärkt wurde“, sagt Hans-Peter Selmaier, Chefarzt der Parkklinik Heiligenfeld, zum Spiegel. Bei vielen gäbe es ohnehin eine hohe Belastungssituation im Alltag. Die Pandemie habe die Lage für die meisten noch einmal verschärft. Und zu psychischen Beschwerden geführt, die sonst vielleicht später oder gar nicht aufgetreten wären.

Wichtig zu wissen: Ein Burnout-Syndrom gilt bis heute nicht als eine zu diagnostizierende Krankheit. Es gibt allerdings drei Symptome, die sich in nahezu allen Beschreibungen von Betroffenen wiederfinden: Erschöpfung, Entfremdung (von der Arbeit) und verringerte Leistungsfähigkeit. Häufig stellt sich im Laufe der Diagnose-Stellung heraus, dass der Betroffene bereits an einer Depression leidet.

Corona: Sie hängen durch, ja. Aber steuern Sie schon auf eine Depression zu?

Jeder Mensch geht anders mit Stress um. Die einen leiden mehr darunter, die anderen weniger. Das liegt auch an der Veranlagung. In der Medizin bezeichnet Resilienz die Aufrechterhaltung und rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensumständen. Wer nicht so resilient ist, leidet mehr unter Stress, und erholt sich nicht so schnell. Wenn die aktuelle Situation und der Gedanke an den Herbst und Winter sie etwas betrübt, ist das normal. Aber achten Sie schon jetzt auf die Frühsymptome einer Depression. Diese können als Reaktion auf belastende Ereignisse auftreten und sich zu einer depressiven Phase* ausweiten. Das geschieht häufig schleichend über mehrere Wochen und Monate, selten in wenigen Tagen.

Frühe Symptome und erste Anzeichen einer Depression sind:

Corona: Was Sie selbst tun können, damit Sie nicht in eine (Herbst-)Depression rutschen

Ein Schicksalsschlag, eine schwere Erkrankung oder anhaltender Druck versetzen den eigenen Körper in eine Art Stresszustand. Was dann hilft, sind Hoffnung und Zuversicht. Denn diese Gefühle helfen uns aus dem emotionalen Tief, geben Energie für Körper und Geist. Das Gute: Resilienz kann man lernen.

So können Sie vorsorgen, um nicht in ein Tief zu fallen:

Wenn die niedergeschlagene Stimmung dennoch anhält, sollten Sie aktiv werden und sich psychologische Hilfe suchen. Ihrer Freundin oder dem Bruder geht es so? Sprechen Sie das Thema behutsam an. So oder so: Holen Sie (sich) Hilfe. Schnelle Hilfe finden Sie bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 oder bei Ärzten oder psychiatrischen Kliniken. Eine Therapie und/ oder das Einnehmen von Antidepressiva wird helfen.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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