1. 24vita
  2. Prävention

Corona: Hausarzt impft nicht mehr – Uni entzieht ihm Lehrerlaubnis

Erstellt:

Von: Christine Pander

Kommentare

Ein Arzt in weißem Kittel zeiht sich weiße Latexhandschuhe über. (Symbolbild)
Weil er nicht mehr impfen möchte, darf er auch nicht mehr unterrichten. (Symbolbild) © McPHOTO/Imago

Ein Leipziger Hausarzt möchte nicht mehr gegen Corona impfen. Seine Patienten kämen nur wegen des gesellschaftlichen Drucks, sagt er. Mit Folgen.

Leipzig – Immer wieder hat er anscheinend erlebt, dass Patienten nicht aufgrund des Wunsches nach einer Schutzimpfung, sondern nur wegen des öffentlichen Drucks zur Corona-Impfung in seine Praxis gekommen sind. Für einen Leipziger Hausarzt ist das Maß jetzt voll: Er will nicht mehr impfen, wenn sich die Patienten dazu genötigt fühlen.

Hausarzt will nicht mehr gegen Corona impfen: Uni entzieht ihm Lehrerlaubnis

Der Hausarzt hatte Recherchen des MDR zufolge zuvor auf seiner Webseite seinem Ärger freien Lauf gelassen und dort angekündigt, dass er fortan gar keine Covid-Impfungen mehr durchführen werde. „In letzter Zeit kamen vorwiegend Patienten zu mir, die als Grund für die Impfung den Druck der Gesellschaft, Druck durch Arbeitgeber und allgemeine Einschränkungen im öffentlichen Leben* angaben“, zitiert das Nachrichtenmagazin „Focus Online“ von der Webseite. „Für eine medizinische Maßnahme, wie eine Impfung, sind eine medizinische Notwendigkeit und das Einverständnis des Patienten Grundvoraussetzungen.“

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Um einer Corona-Impfung zuzustimmen, müsse „der Patient umfassend aufgeklärt sein und die Entscheidung darf nicht unter Druck oder unter Androhung von Sanktionen erfolgen“. Diese Bedingungen sieht der Mediziner aktuell nicht erfüllt. Und mehr noch: „Dies entspricht ... einer Körperverletzung, zu der ich nicht berechtigt und willens bin“, zitiert „Focus Online“.

Hausarzt will nicht mehr gegen Corona impfen: Impfen ist keine Körperverletzung

Die Sächsische Landesärztekammer lässt diesen Vorwurf nicht gelten und kontert wiederum auf der eigenen Webseite: „Alle öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen, wie die Impfung gegen Corona, werden stets nur nach ärztlicher Aufklärung und individueller Einwilligung des Geimpften durchgeführt. Damit begehen impfende Ärzte keine Körperverletzung!“ Derzeit gehört es zu den Kernaufgaben der Hausärzte, im Kampf gegen die Covid-Pandemie Corona-Impfungen durchzuführen.

Auch Erik Bodenbiek, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, findet klare Worte: „Ein Arzt, der diese Impfung als Körperverletzung bezeichnet, setzt nicht nur Falschmeldungen in die Welt, sondern diskreditiert damit alle auf dem Boden der Wissenschaft impfenden sächsischen Ärzte.“

Hausarzt will nicht mehr gegen Corona impfen: Uni Leipzig kündigt Zusammenarbeit

Klare Konsequenzen zieht auch die Universität Leipzig aus dem Fall: Da der Mediziner bisher eine akademische Lehrpraxis betrieben hatte, hat ihm die Universität kurzerhand die Lehrerlaubnis entzogen. Die Zusammenarbeit wurde gekündigt, weil der Mediziner den wissenschaftlichen und ethischen Grundwerten und dem Verständnis des Bildungsauftrages nicht mehr nachkomme, so die Universität Leipzig. Das bedeutet: Der Hausarzt darf in seiner Praxis keine Studierenden mehr ausbilden. Bislang war das während eines zweiwöchigen Praktikums möglich. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare