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Corona-Infektion bei Haustieren: Ob das möglich ist und was Besitzer unbedingt wissen müssen

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Von: Jasmina Deshmeh

Können sich Haustiere bei Herrchen und Frauchen mit dem Coronavirus anstecken? Und müssen sie dann auch in Quarantäne? Die Redaktion beantwortet hier die wichtigsten Fragen.

Greifswald – Viele Tierbesitzer fragen sich gerade, ob sie das Corona-Virus auf ihre Fellnasen übertragen können und umgekehrt. Tatsächlich besteht bei einigen Tierarten diese Gefahr. Welche Maßnahmen die Vierbeiner schützen und was es sonst noch zu beachten gibt, lesen Sie hier.

Corona bei Haustieren: Können Menschen Tiere anstecken?

Ja, Corona kann offenbar vom Menschen auf Haustiere übertragen werden. Das hat unter anderem ein Forscherteam aus Liverpool, Hong Kong sowie den italienischen Universitäten Mailand und Bari herausgefunden. Infizierte Haustiere sollten deshalb besser nicht frei draußen herumlaufen, um zu verhindern, dass sie andere Artgenossen anstecken. Dass sie das Virus auf den Menschen übertragen, ist nach aktuellem Kenntnisstand dagegen eher unwahrscheinlich.

Folgende Tiere sind laut Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, für SARS-CoV-2 empfänglich:

Meerschweinchen und Nutztiere wie Schweine, Hühner, Puten und Enten können sich offenbar nicht infizieren.

Vor allem von Katzen ist bekannt, dass sie bei einer Covid-19-Erkrankung ähnliche Symptome wie Menschen entwickeln können: Durchfall, Erbrechen, Husten und Atemprobleme. Meist klingen sie aber schon nach wenigen Tagen wieder ab. Todesfälle sind bisher nicht bekannt.

Corona bei Haustieren: Hygieneregeln einhalten

Da infizierte Menschen, vor allem diejenigen mit Krankheitssymptomen, große Virusmengen ausscheiden können, raten die Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts Tierbesitzern, beim Umgang mit dem Haustier vorsichtig zu sein. So sollte während der Dauer der Erkrankung enger Kontakt vermieden und Haustiere nicht angehustet oder angeniest werden. Sich von dem Tier das Gesicht abschlecken zu lassen, ist während einer Corona-Erkrankung ebenfalls keine gute Idee.

Zum Schutz des geliebten Vierbeiners sollten Infizierte zuhause außerdem einen Mund-Nasen-Schutz tragen, empfehlen die Experten. Den Tieren eine Maske aufzusetzen, verbietet sich dagegen aus Tierschutzgründen. Wer sich in häuslicher Quarantäne befindet, sollte Nachbarn, Freunde oder professionelle Hundesitter als „Gassigeher“ beauftragen, damit Hunde genügend Auslauf bekommen und nicht unter der Quarantäne leiden.* Aber Achtung: Vor und nach der Übergabe immer gründlich die Hände waschen, eine Maske tragen und auf ausreichend Abstand achten! Im Notfall können Hunde auch mal im eigenen Garten toben. Katzen, die Freigänger sind, sollten möglichst im Haus bleiben, bis ihre Besitzer genesen sind.

Gründe, infizierte Tiere ins Tierheim abzugeben oder einzuschläfern, gibt es dagegen nicht, betonen die Experten. In der Regel erholen sie sich schnell wieder.

Corona bei Haustieren: Infizierte Tiere müssen gemeldet werden

Was viele Tierbesitzer nicht wissen: Für infizierte Haustiere gilt die Meldepflicht. Werden Hunde oder Katzen beim Tierarzt positiv getestet, müssen ihre Halter oder der Arzt das der zuständigen Behörde, also dem Veterinäramt, melden. Das leitet die Information wiederum an das Tierseuchennachrichtensystem (TSN) weiter. Diese Meldung ist wichtig, um die Rolle von Haustieren bei der Übertragung des Coronavirus besser nachvollziehen und damit künftige Ansteckungsszenarien verhindern zu können. Eine Untersuchungspflicht des Haustieres bei Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht aber nicht.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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