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Coronavirus: Warum sich manche Personen einfach nicht anstecken

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Von: Judith Braun

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Immer wieder kommt es vor, dass sich eine Person trotz Kontakt mit einem Corona-Infizierten nicht mit dem Virus ansteckt. 

Berlin – Durch die ansteckendere Omikron-Variante verbreitet sich das Coronavirus derzeit in Deutschland rasant. Jeder kennt inzwischen sicherlich jemanden aus dem näheren Bekannten-, Freundes- oder Kollegenkreis, der sich bereits mit dem Virus infiziert hat. Immer häufiger kommt es sogar vor, dass man mit einer Person Kontakt hatte, die – wie sich später herausstellte – zu diesem Zeitpunkt schon infiziert war. Doch das bedeutet nicht zwingend, dass das Virus übertragen wurde. Manche Menschen stecken sich trotz (engem) Kontakt mit einer infizierten Person nicht an. Woran liegt das?

Coronavirus: Warum sich manche Menschen trotz Kontakt nicht anstecken

Gerade wenn man mit einer Corona-infizierten Person im selben Haushalt oder auf engstem Raum zusammen wohnt, ist die Gefahr groß, dass das Virus übertragen wird. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) gab für die letzte Woche im Jahr 2021 den eigenen Haushalt als häufigsten Ansteckungsort an. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen das nicht passiert. „Das Teilen eines Haushalts stellt das höchste Infektionsrisiko dar, aber es gibt viele Gründe, warum nicht jeder infiziert wird“, zitiert die australische Tageszeitung „The Sidney Morning Herald“ den Wissenschaftler Professor Paul Griffin, Experte für Infektionskrankheiten.

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Mehrere Faktoren können Corona-Infektion trotz Kontakt verhindern

Demnach spielen mehrere Faktoren eine Rolle, warum es bei machen Menschen zu keiner Infektion kommt. Manche Corona-Infizierte seien beispielsweise ansteckender als andere. Dies sei abhängig von den Symptomen und ihrer Viruslast. Niesen oder husten sie etwa weniger, so sinkt auch das Risiko einer Übertragung des Virus.

Frau mit Atemschutzmaske hält sich eine Hand vor den Mund und die andere auf ihren Brustkorb. (Symbolbild)
Manche Menschen bleiben trotz Kontakt mit einer Corona-infizierten Person von einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 verschont. © Sorapop Udomsri/IMAGO

Selbstverständlich spielt auch die Impfung eine wichtige Rolle. Wer bereits geboostert ist, hat laut Griffin eine höhere Chance, sich nicht anzustecken. Dies bezieht sich wohl vor allem auf die mRNA-Vakzine. Kanada genehmigte im Februar 2022 indessen den weltweit ersten pflanzlichen Impfstoff. Zudem kann auch ein regelmäßiges Durchlüften der Wohnung die Ansteckungsgefahr verringern. Der oder die Infizierte sollte sich bestenfalls im Wohnraum in eigenen Räumen isolieren, um den Kontakt zu den anderen Haushaltsmitgliedern zu vermeiden.

Corona-Infektion: Booster schützt vor Omikron-Variante

Die Auffrischungsimpfung macht offenbar zusätzlich einen großen Unterschied beim Schutz vor der Omikron-Variante. Das behauptet Nathan Bartlett laut „The Sidney Morning Herald“. Nach einer Booster-Imfpung steige der Schutz wieder auf bis zu 70 Prozent an, so der Wissenschaftler der University of Newcastle. Die Ständige Impfkommission (Stiko) sprach sich unlängst sogar für eine zweite Auffrischungsimpfung aus. Jedoch empfiehlt sie diese aktuell nur bestimmten Bevölkerungsgruppen.

Angeborene Immunität und frühere Infektion mit Corona-Erkältungsviren können schützen

Ausschlaggebend kann aber auch die angeborene Immunität sei. Auch eine bereits in der Vergangenheit erfolgte Infektion mit Corona-Erkältungsviren könnte das Risiko verringern. Diese Viren sorgten bereits vor der Pandemie für Infektionen auf der ganzen Welt. Eine Studie zeigte, dass das Immunsystem jener Personen, die sich früher mit diesen infiziert hatten, höhere Werte bei bestimmten T-Helferzellen aufwiesen. Demnach könnten sie möglicherweise wiederum einen Schutz gegenüber SARS-CoV-2 darstellen.

Warum sich eine Person trotz Kontakt nicht mit Corona ansteckt, hängt von mehreren Faktoren ab

Endgültig beweisen ließe sich das jedoch noch nicht, so Bartlett. Außerdem können weitere Faktoren die Immunität beeinflussen, wie etwa das Alter, das Geschlecht, die Ernährungsweise, chronische Krankheiten oder die Gene. Bei letzteren konzentriere sich die Forschung allerdings aktuell auf die Untersuchung von Variationen, die für schwere Verläufe verantwortlich sein können. Sie traten teilweise sogar bei Geimpften auf. Diese sogenannten Impfdurchbrüche passierten vor allem bei Menschen mit eingeschränkter Immunantwort.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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