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Cucurbitacin-Vergiftung: Wann Sie Zucchini besser nicht essen sollten

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Von: Jasmina Deshmeh

Frische, nasse Zucchini liegen auf einem schwarzen Untergrund (Symbolbild)
Zucchini können den Bitterstoff Cucurbitacin enthalten, der im schlimmsten Fall zu Vergiftungen führen kann (Symbolbild) © agefotostock/Imago

Bittere Zucchini gehören auf keinen Fall ins Essen, sondern in den Müll. Denn der bittere Geschmack deutet auf Cucurbitacin hin, das sehr giftig ist.

Berlin – Sie lassen sich als mediterranes Sommergemüse im Backofen, in der Pfanne oder auch pur verarbeiten: Zucchini. Das grüne Gemüse zählt zu den Kürbisgewächsen, ist reich an Kalzium, Magnesium, Eisen, B-Vitaminen, Vitamin A (Provitamin A) und Vitamin C und damit nicht nur ein schmackhafter, sondern auch ein wertvoller Nährstofflieferant. Manchmal schmecken die Früchte aber bitter, dann sollten Sie sie auf keinen Fall essen, denn es drohen ernsthafte Gesundheitsgefahren.

Cucurbitacin-Vergiftung: Kann man Zucchini roh essen?

Immer wieder kursiert das Gerücht, Zucchini dürfe man nicht roh essen. Das stimmt so nicht: Gekaufte Zucchini aus dem Supermarkt lassen sich bedenkenlos roh verzehren und enthalten sogar mehr Vitamine als gekochte, bei denen durch die Zubereitung ein Teil der Nährstoffe verloren gegangen ist. Auch die Zucchini-Schale kann mitgegessen werden und ist sogar der vitaminreichste Teil der Frucht. Um sicherzugehen, dass sie keine Pestizidrückstände enthält, sollten Sie auf Gemüse aus biologischem Anbau achten und die Zucchini vor dem Verzehr gründlich waschen.

Anders sieht es bei selbstangebauten Zucchini aus dem Garten aus. Sie können durch Rückkreuzungen die Bitterstoffe Cucurbitacine enthalten, die aus den gängigen Kultursorten herausgezüchtet wurden. Haben die Zucchini einen bitteren Geschmack, sollten Sie sie weder roh noch gekocht essen, denn auch Erhitzen kann die Stoffe nicht zerstören.

Cucurbitacin-Vergiftung: So äußert sie sich

Cucurbitacine sind starke Zellgifte, die die Pflanze vor gefräßigen Insekten und anderen Fressfeinden schützen sollen. Auch beim Menschen greifen sie die Magenschleimhaut an und können zu folgenden Beschwerden führen:

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt deshalb, Zucchini vor der Zubereitung zu probieren und auch bei einem leicht bitteren Geschmack vorsichtshalber zu entsorgen.

Cucurbitacin-Vergiftung: Tipps für den eigenen Anbau

Wer trotzdem nicht auf Zucchini aus dem eigenen Gemüsebeet verzichten möchte, sollte beim Anbau einiges beachten: So lohnt es sich, Saatgut zu kaufen, statt es selbst nachzuziehen, denn dabei können sich wieder giftige Pflanzenlinien entwickeln. Auch sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner auf einen nährstoffreichen Boden und eine ausreichende Wasserversorgung achten, denn bei „Trockenstress“ bilden die Zucchini mehr Cucurbitacine. Außerdem ist es ratsam, die Früchte möglichts jung zu ernten, denn der Cucurbitacin-Gehalt nimmt im Laufe der Reife zu.*

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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