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Mit Muffins die Gesundheit checken: Forscher nutzen skurrile Methode

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Von: Max Partelly

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Mit blauen Muffins können Forscher prüfen, ob Ihr Darm gesund ist. 

London – Lust auf einen leckeren Muffin? Falls ja, könnte dieser Genuss gleich mit einem Gesundheits-Check verbunden werden, sofern der Muffin noch nicht gebacken ist. Nach den Erkenntnissen der Forscher des King‘s College London reicht die Zugabe von blauer Lebensmittelfarbe aus, um erste Erkenntnisse über die Darmgesundheit zu erhalten.

Die Experten glauben, dass mit dieser Methode Anhaltspunkte für die Gesundheit des Darms gewonnen werden können. Wie schnell die Farbe nach dem Essen den Körper wieder verlässt, kann demnach Aufschluss darüber geben, wie gesund die Darmflora ist. Eine Forscherin, die an der Entwicklung der Variante mitwirkte, gibt auch Empfehlungen zur Ernährung und wie sich die Darmflora verbessern lässt..

Darmgesundheit mit blauen Muffins checken: Kommt die Farbe zu spät raus ist Vorsicht geboten

In der Regel sollte die Mahlzeit etwa 20 Stunden nach dem Verzehr den Körper wieder verlassen, schreibt Daily Mail in einem Bericht über die skurrile Methode. Dauert die Verdauung länger, könnte es ein Warnzeichen für das Risiko von Typ-2-Diabetes sein. Ist die Zeit deutlich kürzer, liegt möglicherweise eine entzündliche Darmerkrankung vor.

Mit der Zeit, die die Verdauung braucht, lassen sich also Einschätzungen treffen, wie gesund der Darm und seine zugehörige Darmflora sind. Die Zeiten können natürlich variieren – zwischen wenigen Stunden bis zu drei Tagen – aber eine Schätzung ist damit möglich. Mit der sogenannten „Blue Poo Challenge“ wollen die Forscher um Dr. Sarah Berry, eine Ernährungswissenschaftlerin am King's College London, eine kostengünstige Möglichkeit zur Überprüfung der Darmgesundheit gefunden haben, die sowohl für Ärzte als auch Patienten wenig Aufwand bedeutet.

„Frühes Warnsignal“ der Darmgesundheit dank blauer Lebensmittelfarbe

Dr. Berry war an der Entwicklung der Methode mit den blauen Muffins beteiligt. Gegenüber Daily Mail spricht sie davon, dass die „Blue Poo Challenge“ Medizinern ein „frühes Warnsignal“ geben kann, wenn etwas nicht in Ordnung ist mit der Verdauung. Bei der Studie aßen 1002 Probanden aus den USA und Großbritannien zum Frühstück Muffins, die mit herkömmlicher blauer Lebensmittelfarbe eingefärbt wurden.

Sogar die exakte Farbe, die verwendet wurde, wird benannt. Es handelt sich um Sugarflair Colours Royal Blue. Die Farbe blau wurde verwendet, da diese leicht erkennbar und unverwechselbar nach der Verdauung zu erkennen ist. Beim Backen der Muffins wurde nur eine kleine Menge des Farbstoffs verwendet – diese reicht für das Experiment vollkommen aus.

Blaue Muffins essen und dann Tagebuch führen: So prüften die Probanden ihre Darmgesundheit

Im Zuge des Experiments wurden die Teilnehmer gebeten, Tagebuch zu führen, wenn sie auf Toilette gingen und den Zeitpunkt, an dem der blaue Farbstoff wieder zu sehen war. Die Rechnung ging auf. Je nach Person kam die Farbe nach unterschiedlichen Zeiten wieder zutage, beziehungsweise in die Toilette.

424 der Probanden notierten, dass der blaue Farbstoff nach etwa 24 Stunden wieder ihren Körper verlassen hat. Das entspricht etwa 50 Prozent der Teilnehmer. Etwa ein Fünftel der Personen – 186 der Teilnehmer – die zuvor einen blauen Muffin gegessen hatten, notierten 48 Stunden. Am längsten dauerte es bei weiteren 174 Studienteilnehmern mit 59 Stunden. Beim anderen Extrem waren es 79 Personen, bei denen die Farbe offenbar schon nach 14 Stunden oder weniger wieder zu sehen war. Im Durchschnitt dauerte es ungefähr 28 Stunden, bis die gegessenen Muffins den etwa acht Meter langen Darm durchlaufen haben.

Forscherin über skurille „Blue Muffin Challenge“ und was die ideale Zeit der Verdauung ist

Die Darmtransitzeit sei ein guter Indikator für die Gesundheit und den Zustand des Darmmikrobioms, erklärt Dr. Berry. Das Darmmikrobiom ist die Gemeinschaft von Bakterien im Darm, welche den Abbau der Nahrung dort unterstützen. „Ziemlich zufrieden“ sollte man mit der 20-Stunden-Marke sein, teilte sie bei Daily Mail Online mit. „Aber ich denke, für eine endgültige Antwort müssen wir uns mehr mit den Daten befassen.“

Dauere die Verdauung zu lange, könne dies ein Zeichen für „verstecktes“ Fett um Organe und Därme sein, erklärt Dr. Berry – ein Risikofaktor für Typ-2-Diabetes*. Für klare Diagnosen brauche es aber noch mehr Daten. Die „Blue Muffin Challenge“ alleine sei noch keine ausreichende Diagnose-Methode.

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Darmgesundheit: Ernährungswissenschaftlerin erklärt wie die Verdauungszeit verbessert werden kann

Ist die Zeit, die es dauert, bis die Verdauung vollendet ist, deutlich zu lang oder zu kurz, empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Arzt. Dr. Berry rät dann zu einer Ernährungsumstellung. Sie setzt bei ihrer Empfehlung unter anderem auf pflanzliche Lebensmittel: „Aber nicht nur pflanzliche, sondern mehr pflanzliche und weniger verarbeitete Lebensmittel, und wenn möglich auch fermentierte Lebensmittel.“

Die Darmflora sollte gesund sein, damit die Verdauung gut funktioniert und die Darmtransitzeit ideal ist. Dr. Berry meint zum Schluss des Berichts: „Also bestimmte Käsesorten, Joghurts und so weiter. Auch Paprika ist fantastisch für das Mikrobiom.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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