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Diabetes: Warum Sie bei Temperaturschwankungen häufiger den Blutzucker messen sollten

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau misst ihren Blutzucker mit einem Blutzuckermessgerät (Symbolbild)
An heißen Tagen sollten Diabetiker ihren Blutzucker besonders streng kontrollieren (Symbolbild) © agefotostock/Imago

Starke Wetterwechsel können Menschen mit Diabetes besonders belasten. Wie Sie sich bei Temperaturschwankungen schützen können und welche Regeln es zu beachten gibt.

Berlin – An einem Tag strahlender Sonnenschein und Hitze, am nächsten Tag schwere Unwetter und Temperatur-Stürze: Das Wetter scheint in vielen Regionen zur Zeit verrückt zu spielen. Menschen mit Diabetes Typ 1 oder 2 können diese Wetterwechsel besonders zusetzen, denn sie sind oft auch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Starke Temperaturschwankungen können sie belasten und die Gefahr eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls erhöhen, warnt die Deutsche Diabetes Hilfe.

Diabetes: Belastungen vermeiden

Wer an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankt ist, hat verglichen zu Stoffwechselgesunden ein zwei- bis vierfach erhöhtes Schlaganfallrisiko, warnen die Experten. Kommt Bluthochdruck hinzu, ist es sogar um das Zehnfache erhöht. „Herz-Kreislauf-Erkrankten raten wir bei hohen Temperaturen, sich zu schonen und keinen ungewohnten Belastungen aussetzen. Regelmäßige Bewegung ist zwar wichtig, für körperliche Aktivität eignen sich die Abend- oder frühen Morgenstunden jedoch am besten, weil es dann kühler ist“, rät Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim.

Bei einem instabilen Stoffwechsel und einem hohen Blutzuckerspiegel steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zusätzlich. „Wir empfehlen insulinbehandelten Menschen mit Diabetes, an heißen Tagen öfter ihre Glukosewerte zu überprüfen, denn neben Überzuckerungen können auch zu niedrige Werte auftreten“, so Professor Haak. Denn zum einen wirke bei hohen Temperaturen bei manchen Betroffenen das Insulin viel schneller, so der Experte, zum anderen spielten auch andere Faktoren wie Bewegung und Ernährung beim Auftreten von Unterzuckerungen eine Rollle.

Diabetes: Vorsicht bei Unterzuckerung beim Schwimmen

Besonders gefährlich ist eine Unterzuckerung beim Schwimmen, denn erste Anzeichen wie zitternde Hände und Schwindelgefühl bleiben dann leichter unerkannt oder werden falsch gedeutet. Außerdem steigt im kalten Wasser der Energieverbrauch und es kann schneller zu einer spontanen Unterzuckerung kommen.

Diabetiker sollten beim Ausflug ans Meer oder an den Badesee deshalb einiges beachten:

Ist es zu einer Unterzuckerung gekommen, hilft am besten flüssiger Traubenzucker. Menschen mit Typ-1-Diabetes, die eine Insulinpumpe tragen, können sie vor dem Schwimmen ablegen und die Kanüle in der Haut mit einem wasserdichten Katheterpflaster abkleben. Allerdings erst ab einem Glukosespiegel zwischen 120 und 180 mg/dl. Ist der Wert niedriger, sollten sie vor dem Schwimmen einen kohlenhydratreichen Snack zu sich nehmen.

Diabetes: Ausreichend trinken

Gerade ältere Menschen mit Diabetes sollten außerdem darauf achten, genug zu trinken. Denn im Alter lässt das Durstempfinden nach, ein instabiler Stoffwechsel fördert den Flüssigkeitsmangel zusätzlich. Am besten eignen sich dazu Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Schorlen, die zu einem Teil aus Saft und zu drei Teilen aus Wasser bestehen. Mindestens 1,5 Liter am Tag sollten es sein, wer stark schwitzt, darf gerne auch mehr trinken.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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