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Eiweiß: Tierische oder pflanzliche Proteine? Beide haben Vorteile

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Von: Kristina Wagenlehner

Brötchen, Brot und Eier auf einem Holzbrett davor links liegt ein Nudelholz (Symbolbild)
Tierisches oder pflanzliches Eiweiß? Beide Proteinquellen haben Vorteile (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß. Tierische Proteine kann der Körper schneller aufnehmen, können aber im Gegensatz zu pflanzlichen auf lange Sicht krank machen.

Bonn – Der Körper braucht Eiweiß, um zum Beispiel Fette und Sauerstoff zu transportieren, Muskeln aufzubauen oder um Zellen zu reparieren. Vorhanden ist es in pflanzlichen und tierischen Produkten. Die jeweiligen Proteine unterscheiden sich in der Zusammensetzung ihrer Aminosäuren und in deren Bioverfügbarkeit, also wie die Eiweiße aufgebaut sind und wie gut der Körper sie aufnehmen kann.

Tierisches versus pflanzliches Eiweiß: Vorteile von tierischem Protein

Tierisches Protein aus Fleisch, Fisch und Milch ist dem menschlichen Körpereiweiß ähnlicher. Es enthält alle wichtigen Aminosäuren, die der Mensch nicht selbst herstellen kann. Pflanzliche Lebensmittel hingegen weisen, laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), häufig nicht das volle Spektrum der unentbehrlichen Aminosäuren auf. Es fällt also leichter, den Proteinbedarf mit tierischen Lebensmitteln zu decken.

Ein Qualitätskriterium für Protein ist die biologische Wertigkeit. Sie zeigt an, wie schnell der Körper die Proteine aus dem Nahrungsmittel in Körpereiweiße umwandeln kann. In verschiedenen Studien hat sich gezeigt, dass tierische Eiweiße meist bessere Werte aufweisen. Tierisches Eiweiß wird also vom Menschen schneller aufgenommen. Dazu kommt, dass in den meisten tierischen Proteinen die Aminosäuren vorhanden sind, die dafür sorgen, dass sich die Muskeln gut regenerieren und anpassen. High-Protein-Produkte oder Eiweißshakes sind aber auch für Sportler nicht immer sinnvoll, vor allem bei einer Allergie gegen Hühnerei.

Tierisches versus pflanzliches Eiweiß: Vorteile von pflanzlichem Protein

Tierisches Protein punktet im Vergleich also vor allem kurzfristig, weil es der Körper besonders schnell aufnehmen kann und gut verträglich ist. Allerdings deuten immer mehr Studien darauf hin, dass tierische Proteine mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen. So veröffentlichte das Jama Internal Medicine eine Studie der Harvard Medical School, die herausfand, dass die Aufnahme von tierischen Proteinen mit einem höheren Sterberisiko verbunden war. Bei pflanzlichem Eiweiß, das beispielsweise in Hülsenfrüchten enthalten ist, war das nicht der Fall. Zu Hülsenfrüchte gehören:

Die genaue Ursache wissen Forscher bisher nicht genau. Vermutet wird, dass Bestandteile der pflanzlichen Proteine die Zellfunktionen und den Kreislauf schützen. Weitere Argumente, die für pflanzliches Eiweiß sprechen, wie das Tierwohl und die ökologischen Folgen von Tierzucht, sind vor allem moralischer Natur.

Geht es aber kurzfristig um die Menge und Verwertung von Protein, haben Fleisch & Co. die Nase vorne. Soweit die Theorie – in der Praxis ist es aber doch so, dass wir uns nicht ausschließlich von Reis oder Brot ernähren. Auf das Brot schmieren wir Hummus und zum Linsengemüse essen wir Reis. Und wer pflanzliche Proteinquellen mischt, hat keinen Proteinmangel zu fürchten. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteur:innen leider nicht beantwortet werden.

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