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Emotionale Krisen überstehen: Hoffnung und Zuversicht trainieren

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Von: Kristina Wagenlehner

Eine junge Frau sitzt auf einem Stein auf einem Gipfel und blickt zuversichtlich in die Ferne. (Symbolbild)
Ob jemand zuversichtlich in die Zukunft blickt oder nicht, lässt sich trainieren. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

„Kopf hoch!“ Wer gerade eine Krise durchlebt, kann mit solchen Phrasen wenig anfangen. Was jedoch hilft, sind Hoffnung und Zuversicht und beides lässt sich trainieren.

Mannheim – Ein lieber Mensch stirbt, eine schwere Erkrankung oder eine Scheidung: Schicksalsschläge setzen uns stark zu. Gut gemeinte Ratschläge wie „Kopf hoch“, „Wird schon wieder“ oder „Andere Väter haben auch schöne Töchter“, helfen da oft wenig, meistens gar nicht. Manche Sätze wie „Sei doch nicht so depressiv!“ können sogar schaden. Was dagegen hilft, sind Hoffnung und Zuversicht.

Emotionale Krisen überstehen: Warum Hoffnung und Zuversicht hilft

Befinden wir uns in einem tiefen emotionalen Loch, überleben wir quasi nur anstatt zu leben: „Ein Schicksalsschlag oder eine schwere Erkrankung versetzen den eigenen Körper in eine Art Stresszustand“, sagt Karsten Noack, Coach und Berater aus Berlin. Was Hoffnung und Zuversicht in emotionalen Krisen so wichtig macht, ist, dass beide Gefühle enorm helfen, um aus den Schlaglöchern des Lebens wieder heraus zu kraxeln. Sie geben Energie für Körper und Geist. „Hoffnung und Zuversicht können enorm viel bewirken“, sagt die Mannheimer Psychotherapeutin Doris Wolf. Beides sind Machtfaktoren. „Sie beeinflussen unsere Gefühle, unseren Körper und unser Verhalten positiv.“ Wenn die niedergeschlagene Stimmung anhält, sollten Sie aktiv werden und sich psychologische Hilfe suchen. Sonst drohen psychische Erkrankungen wie eine Depression oder eine Verbitterungsstörung. Auch Bekannte und Angehörige sollten auf die Anzeichen einer psychischen Erkrankung achten.

Emotionale Krisen überstehen: Wie Hoffnung und Zuversicht entsteht

Aus der Sicht von Noak stehen sich Menschen mitunter auch selbst im Weg. „Die Entscheidung, wie wir uns fühlen, treffen wir selbst.“ Derweil reiche es bereits manchmal, sich nicht einfach als Opfer zu sehen, sondern gegenzusteuern und aktiv zu werden. Dadurch, dass man das Ruder in die Hand nimmt, bestärkt man sich selbst in der Zuversicht, zu einer Lösung zu kommen. Zudem können Sie Hoffnung und Zuversicht selbst herbeiführen. Zum Beispiel, wenn Sie sich vorstellen, wie ihr Leben in ein paar Jahren positiv sein könnte. Helfen kann auch, sich an brenzlige Situationen zu erinnern, die gut ausgegangen sind – oder an entsprechende Erlebnisse von anderen. Auch indem man den Blick auf die eigenen Kräfte und Möglichkeiten lenkt, entsteht Mut und Selbstbewusstsein, was wiederum die eigene Resilienz stärkt. „Man macht sich klar, was man schon alles bewältigt hat“, so Wolf. Ebenfalls wichtig: Denken Sie an die Menschen und Dinge, die Ihr Leben schöner machen und führen Sie sich Ihre Gründe vor Augen, warum es sich lohnt, weiterzukämpfen: Für die Kinder, den Ehemann oder die Ehefrau, die Mutter oder den Vater, die Geschwister, für den Freund oder die Freundin, das Haustier, den Beruf oder der guten Sache, der Sie in Ihrer Freizeit nachgehen.

Emotionale Krisen überstehen: Verstärkung suchen

Gemeinsam stark sein und es schaffen: Auch das Zusammentun und der Austausch mit anderen Betroffenen kann Kraft geben. In ganz akuten Krisen kann es außerdem helfen, Musik zu hören.* Zuversicht schafft auch, wer sich ganz kleine Ziele setzt, die er oder sie bewältigen kann, und sich dann den Erfolg vor Augen führt. Vielleicht findet man auch etwas Positives an der Situation. Und manchmal geschieht vielleicht sogar etwas, mit dem man nie gerechnet hätte.

Hoffnung schöpfen und zuversichtlich in die Zukunft blicken, lässt sich also trainieren. Um sich für Krisen zu wappnen oder auch um einen Weg aus einem aktuellen Tief zu finden, kann es zudem helfen, sich professionelle Unterstützung wie einen Psychotherapeuten oder eine Mental-Trainerin zu suchen. „Mit ihm oder ihr lassen sich beispielsweise bestimmte Visualisierungstechniken erlernen“, sagt Noack. Darüber hinaus kann das kritische Hinterfragen der eigenen Gedanken zielführend sein. „Mitunter reicht es schon, die geringste Wahrscheinlichkeit als Grund zu nehmen, an seine Rettung zu glauben“, sagt Doris Wolf. Oder sich darauf zu konzentrieren, welche Handlungsmöglichkeiten in dieser Situation noch zur Verfügung stehen.

Emotionale Krisen überstehen: Quick-Tipps

Die Realität sieht leider so aus, dass Ihnen niemand die schwere Zeit abnehmen kann. Aber Sie können ein paar Dinge beherzigen, die Ihnen vielleicht helfen, eine emotionale Krise besser zu überstehen:

(Mit Material der dpa)

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