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Erkältung: Warum wir gegen Schnupfen, Husten & Co. nicht immun werden

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Von: Laura Knops

Kaum sind Husten, Schnupfen und Halsschmerzen überwunden, fangen sich einige Menschen schon die nächste Erkältung ein. Warum man gegen Erkältungsviren nicht immun werden kann.

Wien – Jeder kennt die typischen Symptome: Kratzt und schmerzt es im Hals, läuft die Nase und quält uns ein ständiger Husten, leiden wir vermutlich an einer Erkältung. Wer immer wieder unter denselben Beschwerden leidet, fragt sich vermutlich, warum er jedes Jahr aufs Neue erkältet ist. Bisher gibt es weder ein wirksames Mittel, dass vor einer lästigen Infektion mit den Erkältungsviren schützt, noch Medikamente, die den Körper zuverlässig davon heilen. Doch warum ist das so?

Erkältung: Darum kann man gegen Husten, Schnupfen & Co. nicht immun werden

Anders als gegen viele anderen Krankheiten können wir gegen Erkältungen nicht immun werden. Schuld daran sind vor allem die Viren, die als Hauptauslöser für die Erkältungsbeschwerden gelten: Rhinoviren sind weniger aggressiv als Influenza-Viren, doch gerade deswegen können sie sich leichter verbreiten. Denn das Rhinovirus greift meist nur die oberen Atemwege an und sorgt so für die typischen Erkältungsbeschwerden, die Sie mit Hausmitteln wie der Königskerze* behandeln können. Über Tröpfchen-Infektion verbreitet sich das Virus dann von Mensch zu Mensch.

Erkältung: Darum wird er Körper immun gegen bestimmte Viren

Kommt der Körper mit Viren in Kontakt, erkennen und analysieren sogenannte Fresszellen normalerweise die Eigenschaften des Virus. Über Botenstoffe informiert der Organismus dann das Immunsystem, damit dieses spezifische Antikörper zum Schutz vor einer weiteren Infektion bilden kann.

Gelangen die Viren ein weiteres Mal in den Körper, ist das Immunsystem schon mit den Erregern vertraut. Erkennt der Organismus die lästigen Viren, kann er sie direkt bekämpfen, bevor sie sich weiter ausbreiten. Der Körper ist also immun gegen eine weitere Infektion mit einem bereits bekannten Virus.

Erkältung: Rhinoviren tricksen Immunsystem aus

Leider ist dies jedoch nicht bei allen Viren der Fall. So funktioniert der natürliche Abwehrmechanismus nur bei bestimmten Erregern. Gegen typische Erkältungsviren wie das Rhinovirus kann der Körper dagegen nicht immun werden. Grund dafür ist, dass das Rhinovirus die Fresszellen austrickst. So bringt es die körpereigenen Zellen laut Forschern der Medizinischen Universität Wien dazu, einen falschen Botenstoff auszusenden. Die Immunzellen rüsten sich infolge dessen gegen die „falschen“ Erreger und der Körper bleibt ungeschützt.

Erkältung: Viren entwickeln sich immer weiter

Neben dem Täuschungsmanöver ist auch die große Menge verschiedener Viren ein Grund, warum der Körper gegen das Rhinovirus nicht immun wird. Alleine 150 verschiedene Varianten der Rhinoviren sind bereits bekannt. Hinzu kommt: Jede diese Varianten verändert sich regelmäßig. So verbreiten sich in jeder Saison rund 15 bis 20 verschiedene Formen des Virus.

Wie kann man sich also schützen? Da eine Impfung aufgrund der zahlreichen Virus-Formen sinnlos wäre, hilft nur eine sorgfältige Hygiene. Wie auch beim Coronavirus sollte man sich daher regelmäßig die Hände waschen und Menschenansammlungen meiden. Auch das Tragen einer Maske hilft nachweislich, sich nicht anzustecken. Eine Erkältung, Grippe und Covid-19 voneinander zu unterscheiden kann nicht immer einfach sein, denn die Symptome der drei Krankheiten ähneln sich teilweise enorm*, wie Merkur.de berichtet. *24garten.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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