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Erste Hilfe für die Seele lernen: Erste-Hilfe-Kurse für psychische Gesundheit

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Von: Kristina Wagenlehner

Acht Leute sitzen in einem Stuhlkreis in einem Wohnzimmer zusammen. Ein Mann mit Brille spricht. (Symbolbild)
Wie soll man reagieren, wenn sich jemand in einer schweren psychischen Krisen befindet? Erste-Hilfe-Kurse könnten das Wissen dafür liefern. (Symbolbild) © Everett Collection/Imago

„Wenn jemand tief verzweifelt ist, weiß keiner, was zu tun ist.“ Erste-Hilfe-Kurse für psychische Gesundheit könnten das ändern – und es gibt sie.

Melbourne – Einen Erste-Hilfe-Kurs macht fast jeder, mindestens einmal vor der Führerscheinprüfung. Auch in psychischen Krisen senden Betroffene Signale aus. Es muss sie nur jemand erkennen und reagieren. Aber wie verhalte ich mich, wenn ich auf einen Menschen in einer psychischen Notlage treffe? Dafür gibt es keinen Kurs, oder? Stimmt nicht ganz. Die australische Initiative „Mental Health First Aid“ (MHFA) bietet Erste-Hilfe-Kurse für die psychische Gesundheit an.

Erste Hilfe für die Seele lernen: „Wenn jemand tief verzweifelt ist, weiß keiner, was zu tun ist“

„Mental Health First Aid“ (MHFA) wurde von der australischen Krankenpflegerin Betty Kitchener, die selbst mehrere depressive Episoden durchlebte, und ihrem Mann, dem Psychologen Tony Jorm, ins Leben gerufen. Zusammen mit anderen Psychologen, Psychiatern, Verbraucherschützern, Pflegekräften und Sozialarbeitern aus mehreren Ländern entwickelten sie einen Erste-Hilfe-Kurs für die psychische Gesundheit. Mittlerweile haben mehr als zwei Millionen Menschen weltweit daran teilgenommen.

In Deutschland sind diese Erste-Hilfe-Kurse für die psychische Gesundheit, wie sie im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim angeboten werden*, kaum bekannt. Einen solchen Kurs mit Fokus auf mehrere psychische Erkrankungen hält Arno Deister, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), aber für sinnvoll: „Wenn jemand auf der Straße umfällt, rufen wir schnellstmöglich den Notarzt“, sagt Deister gegenüber dem Spiegel. „Wenn jemand tief verzweifelt ist, weiß keiner, was zu tun ist. Das müssen wir ändern.“

Erste Hilfe für die Seele lernen: Was im Kurs gelehrt wird

Die Kurse informieren über psychische Krankheiten und geben Angehörigen Sicherheit, wie sie sich in Notsituationen zu verhalten haben. Solche Angebote helfen außerdem psychische Krankheiten zu entstigmatisieren und führen dazu, dass Betroffene schneller Unterstützung und Hilfe bekommen.

Wie bei einem Erste-Hilfe-Kurs lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der MHFA-Kurse von geschultem Fachpersonal, was in sie in einem psychischen Notfall zu tun haben – zum Beispiel in Rollenspielen. Die MHFA bietet verschiedene Kurse an. Unteren anderem einen Kurs von und für Erwachsene sowie für Erwachsene mit einem Fokus auf Jugendliche und Kinder oder Senioren. Folgende Fragen werden dort behandelt:

Die MHFA bietet Kurse an, die offline und online in englischer Sprache stattfinden. Anmelden kann man sich auf der Homepage.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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