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Experten gegen Corona-Booster-Impfung: „Impfen ist kein Freibier“

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Von: Kristina Wagenlehner

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Weltweit sprechen sich Experten gegen eine breite Auffrischungsimpfung, die sogenannte Corona-Booster-Impfung, aus. Sie sei schließlich „kein Freibier“.

Genf – Brauche ich eine Auffrischungsimpfung? Bekomme ich eine? Wann? Eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus, die sogenannte Booster-Impfung, ist laut Experten in der Regel nicht nötig – und sie erklären auch, warum.

Experten gegen Corona-Booster-Impfung: Impfstoffe sind wirksam

Für alle Geimpften ist es eine gute Nachricht: Laut einer aktuellen Studie, an der auch Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligt waren, sind die zugelassenen Corona-Impfstoffe wirksam. Das gelte für alle derzeit verbreiteten Virusvarianten und Mutationen.

Die Wissenschaftler überprüften Beobachtungs- und klinische Studien und kamen zum Ergebnis, dass die Impfstoffe bei allen wichtigen Virusvarianten nach wie vor hochwirksam gegen schwere Symptome von Covid-19 sind. Der Grund: die aktuellen Varianten seien nicht ausreichend mutiert, um der Immunantwort der derzeit verwendeten Impfstoffe zu entgehen.

Experten gegen Corona-Booster-Impfung: Keine Auffrischungsimpfung für alle

Länder wie Deutschland und Frankreich bieten derzeit älteren und besonders gefährdeten Menschen bereits eine Booster-Impfung an. Allerdings sprechen sich viele Experten gegen eine generelle Corona-Auffrischungsimpfung aus. „Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen“, schreiben unter anderem Soumya Swaminathan, Chef-Wissenschaftlerin der Weltgesundheitorganisation WHO, sowie Experten der US-Arzneimittelbehörde FDA im Fachmagazin „The Lancet“.

Auch die leitende Astrazeneca-Entwicklerin Sarah Gilbert spricht sich gegen eine baldige Auffrischungsimpfung für alle aus. Bei der Mehrheit halte die Schutzwirkung gut an.

Experten gegen Corona-Booster-Impfung: Ärmere Länder warten noch immer

Der Hintergrund ist, dass in manchen reichen Ländern bereits über Booster für alle nachgedacht wird, während Menschen in anderen Ländern oft noch auf die eine erste Dosis warten. „Wenn Impfstoffe dort eingesetzt würden, wo sie am meisten bringen, könnten sie das Ende der Pandemie beschleunigen, indem die die weitere Entwicklung von Varianten bremsen“, so Swaminathan und Kollegen.

Experten gegen Corona-Booster-Impfung: „Impfen ist kein Freibier“

Zwar könnte es sein, dass irgendwann ein Booster für alle notwendig sein könnte, weil die Schutzwirkung der Impfung nachlässt, oder weil Virus-Varianten der Immunabwehr entkommen. Noch gebe es aber keine klaren Hinweise darauf. Dieser Meinung ist auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen, der auch kürzlich für einen „Freedom Day“ plädierte.*

Zudem sei das Gremium, das über den Sinn von Auffrischimpfungen zu befinden habe, die Ständige Impfkommission (STIKO), sagte Gassen kürzlich auf einer Vertretersammlung in Berlin. Außerdem: „Eine Impfung ist kein Freibier, sondern eine medizinische Maßnahme und muss auch als solche behandelt werden.“ Er warnte daher davor, dass „ohne wissenschaftliche Grundlage ungezielt ein drittes Mal geimpft werde. “ (Mit Material der dpa)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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