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Ihr Kind hat sich den Finger eingeklemmt? Das sollten Sie sofort tun

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Von: Kristina Wagenlehner

Ein Junge winkt aus einem grauen Auto. (Symbolbild)
Bevor Sie eine Autotür zuschlagen: Checken Sie kurz, dass kein Finger eingeklemmt wird. (Symbolbild) © Dasha Petrenko/Imago

Alle sind startklar, die Autotür wird zugeworfen und schon ist es passiert: Die Kinderfinger sind in der Tür eingeklemmt, das Geschrei ist groß. Was Eltern jetzt tun müssen.

Berlin – Einmal unachtsam und schon ist es geschehen: Ein Finger war noch dazwischen und der kleine Leo oder die kleine Henriette weinen bitterlich. Was ist nun zu tun – und was lässt man lieber sein?

Finger eingeklemmt? Das sollten Sie nicht tun

Finger haben viele kleine Knochen und Gelenke und sind deshalb besonders sensibel. Noch empfindlicher sind Kinderfinger. Geraten kleine Kinderfinger zwischen Tür und Rahmen, drohen Verletzungen. Die Fingerkuppe kann stark anschwellen und schmerzhaft pochen. Unter dem Nagel sammelt sich Blut. Manche Menschen stechen dann ein Loch in den Nagel, damit das Blut und der Druck, der dadurch im Nagel entsteht, entweichen kann. Das kann sinnvoll sein, aber sollten Sie in jedem Fall von medizinischem Fachpersonal durchführen lassen, rät die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Eine Nagelbett-Trepanation müsse unter sterilen Bedingungen gemacht werden. Sonst können Keime in den Finger gelangen und Entzündungen entstehen.

Finger eingeklemmt? Das sollten Sie jetzt tun

Was Sie stattdessen tun sollten: Den Finger sofort kühlen, entweder unter kaltem Wasser oder mit kalten Umschlägen. Dauert die Schwellung und die pochenden Schmerzen an, sollten Sie ärztliche Hilfe kontaktieren. Auch ein Blutstau unter dem Nagel kann auf schwerere Verletzungen an Knochen oder Gelenken hindeuten. Dann sollten Sie besser umgehend einen Arzt aufsuchen. Wenn keine schweren Verletzungen entstanden sind, heilen gequetschte Finger oder eine eingeklemmte Hand laut der DGOU gut. Finger und Hände haben sich meist nach ein paar Tagen wieder erholt. Auch wer seine Finger knacken lässt oder an den Nägeln kaut, hat in der Regel gesundheitlich nichts zu befürchten. Allerdings sollte man vor allem in Pandemie-Zeiten auf die Handhygiene und Handpflege achten.

Finger eingeklemmt? Damit beugen Sie vor

Damit Kinderfinger heil bleiben, können Eltern an der Scharnierseite der Türen in der Wohnung einen Klemmschutz anbringen. Der verhindert, dass Kinder durch die Lücke zwischen Rahmen und Tür greifen und sich dabei die Finger einklemmen. Ein weiterer Rat: In der Nähe von Brandschutztüren sollten Kinder nicht allein gelassen werden. Diese Türen fallen von allein zu. Kinder haben oft nicht die Kraft, sie aufzuhalten. Ein einfaches Hilfsmittel gegen das Zuschlagen von Türen ist ein Handtuch. Das bindet man einfach um die Klinken auf beiden Seiten der Tür. So wirkt es wie ein Puffer und die Tür kann nicht zufallen. Bei Autotüren hilft nur der Kontrollblick, ob wirklich keine Kinderfinger im Weg sind, ehe man sie schließt. Wer sich etwas tiefer, die Zehen, gequetscht oder geprellt hat, kann mit diesen Hausmitteln die Beschwerden lindern.*

Die Vorbeugemaßnahmen auf einen Blick:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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