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Gestörte Fettverdauung: Wenn fettige Speisen Probleme bereiten

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Portion Chips steht in einer weißen Schüssel auf einem gelben Untergrund. Einige lose Chips liegen daneben (Symbolbild).
Fett in Lebensmitteln ist ein Geschmacksträger, kann aber auch Verdauungsbeschwerden auslösen (Symbolbild). © Cavan Images/imago-images

Magen-Darm-Beschwerden nach fettigem Essen können verschiedene Ursachen haben und sollten immer von einem Arzt abgeklärt werden. Meist lassen sie sich schnell in den Griff bekommen. Es kann aber auch eine gefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündung dahinterstecken.

München – Fett ist nicht nur ein wichtiger Nährstoff, der dem Körper lebenswichtige Fettsäuren liefert, es ist auch Geschmacksträger und verleiht vielen Gerichten ihr charakteristisches Aroma. Manchen Menschen liegen fettige Speisen aber „schwer im Magen“. Welche Ursachen das haben kann, warum es wichtig ist, die Beschwerden von einem Arzt abklären zu lassen und welche Hausmittel helfen können.

Gestörte Fettverdauung: Fett wird hauptsächlich im Dünndarm verdaut

Sorgen Bratwurst, Pommes und Co. für ein Druckgefühl im Magen, muss das nicht am Magen selbst liegen. Die Fettverdauung beginnt bereits im Mund, wo die Nahrung mit Speichel in Kontakt kommt, der bestimmte Enzyme enthält. Diese Enzyme spalten bereits einen Teil der Fette.

Die eigentliche Fettverdauung findet aber erst im Dünndarm statt, wo das Fett mithilfe von Gallensäuren aus der Leber und anderen Lipase-Enzymen aus dem Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse gespalten wird. Die Gallensäuren emulgieren das Fett, ähnlich wie Spülmittel, aus dem Nahrungsbrei heraus und zerlegen es in winzige Tröpfchen. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse spalten das Fett schließlich in seine Hauptbestandteile Glycerin und Fettsäuren. Diese können von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden. Das Gefühl, dass fettiges Essen auf den Magen drückt kann dabei durchaus vom Dünndarm kommen, erklärt Dr. Rainer Stange, Präsident des Zentral­verbandes der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V. gegenüber der Apotheken Umschau. Für Patienten seien die Beschwerden meist nur schwer zu unterscheiden.

Gestörte Fettverdauung: Gallensaftproduktion lässt im Alter nach

Funktioniert die Fettverdauung im Laufe des Lebens nicht mehr wie sie soll, kann das verschiedene Gründe haben. So lässt die Gallensaft-Produktion der Leber bei einigen Menschen im Alter nach. Auch die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder Mittel, die die Produktion der Magensäure hemmen (sogenannte Protonenhemmer), können das Verdauungssystem durcheinander bringen, informiert die Apotheken Umschau. Oft hilft es dann, fettige Gerichte nur in kleinen Portionen zu essen oder ganz aus dem Speiseplan zu streichen.

Bestimmte Gewürze und Kräuter beruhigen außerdem Magen und Darm und können fettiges Essen bekömmlicher machen. Darüber hinaus können bestimmte Heilpflanzen die Gallenproduktion anregen, darunter:

Gestörte Fettverdauung: Schmerzen im Oberbauch immer ärztlich abklären lassen

Kommt es nach dem Verzehr von fettigen Speisen zu Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden, sollten Betroffene immer zum Arzt gehen. Denn neben der Galle ist auch die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) an der Fettverdauung beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, blutzuckersenkendes Insulin und Glukagon sowie Verdauungssäfte zu produzieren, die für die Aufschlüsselung und Verkleinerung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten nötig sind. Wird das Enzym Lipase nicht mehr ausreichend in der Bauchspeicheldrüse gebildet, kann das Fett nicht gespalten werden und gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort kann es Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfällen auslösen.

Besteht der Verdacht, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig arbeitet, wird der Arzt bei einer Ultraschalluntersuchung und mithilfe einer Blutuntersuchung abklären, ob es sich bei den Beschwerden um eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse handelt. Die „Pankreatitis“ ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die oft mit starkem Gewichtsverlust und Diabetes einhergeht. Dabei zerstört sich das Organ durch die Entzündungsreaktion selbst. Häufig wird die Krankheit zu spät erkannt, wenn die Schäden bereits irreversibel sind. Eine schnelle Diagnose und Behandlung ist daher besonders wichtig.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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