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Richtig Grillen: So lassen sich gefährliche Verletzungen verhindern

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Familie grillt im Garten, der Vater reicht seiner Tochter ein Würstchen vom Grill (Symbolbild)
Grillen gehört zum Sommer dazu. Damit es dabei nicht zu Verletzungen kommt, gibt einiges zu beachten (Symbolbild) © Westend61/Imago

Mit der warmen Jahreszeit beginnt für viele auch wieder die Grillsaison. Ganz ungefährlich ist das Sommerhobby allerdings nicht. Was es dabei zu beachten gibt, erklären wir hier.

Berlin – Mit den hohen Temperaturen startet die Grillsaison und damit leider auch die Zeit der Grillunfälle. Etwa 4.000 davon ereignen sich in Deutschland jedes Jahr. Jeder achte endet laut der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) mit schweren Verbrennungen. Viele dieser Verletzungen ließen sich vermeiden, wenn bestimmte Verhaltensregeln eingehalten werden. Welche das sind, erklären wir hier.

Richtig Grillen: Finger weg von Brandbeschleunigern

Viele Unfälle gehen auf den Einsatz von flüssigen Brandbeschleunigern wie Spiritus oder Benzin zurück.* Kommen sie mit dem heißen Grill in Berührung, kann sich eine Stichflamme entzünden, die nicht nur die Person am Grill, sondern auch alle Menschen in der Nähe in große Gefahr bringt. Stichflammen können bis zu mehrere Meter hoch sein und sind vor allem für Kinder riskant, da sie sich auf Augenhöhe mit dem Grill befinden.

Gefährdet sind nicht nur die Extremitäten wie Bauch, Arme und Oberschenkel: Durch Einatmen der heißen Gase kann es auch zu Verbrennungen der oberen und in schweren Fällen auch der unteren Atemwege kommen. Experten sprechen dann von einem Inhalationstrauma.

Richtig Grillen: Erste-Hilfe bei Verbrennungen

Ist es zu Verbrennungen durch Stichflammen gekommen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

Richtig Grillen: Verbrennungen und Verletzungen durch Grillzubehör

Aber auch ohne Brandbeschleuniger birgt das Grillen einige Gefahren. So kann es beispielsweise zu Schnittverletzungen durch Schaschlikspieße oder Verbrennungen durch umkippende Grills oder schlecht isoliertes Grillzubehör kommen. Die Lösung: Den Grill immer stabil platzieren und beim Grillen feuerfeste Grillhandschuhe und Grillzubehör mit isolierten Plastik- oder Holzgriffen verwenden. Wichtig ist auch, keine Grillutensilien herumliegen zu lassen, um zu verhindern, dass spielende Kinder hineintreten.

Richtig Grillen: Vorsicht, Kohlenmonoxid

Ebenfalls riskant: Bei schlechtem Wetter den Grill nach dem Grillen in geschlossenen Räumen abkühlen zu lassen. Glüht die Kohle noch nach oder ist die Gaszufuhr beim Gasgrill noch nicht vollständig abgeschaltet, kann es dabei zu Kohlenmonoxidvergiftungen kommen. Da das Gas farb- und geruchslos ist und zunächst auch keine Reizungen hervorruft, wird es oft zu spät bemerkt. Zwischen den ersten Vergiftungserscheinungen und der Bewusstlosigkeit liegt dann ein kurzes Zeitfenster, in dem man reagieren kann. Erste Warnsignale sind Kopfschmerzen, Schwindel, Orientierungslosigkeit und Brustschmerzen. Um der Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung aus dem Weg zu gehen, gilt deshalb immer: Den Grill an der frischen Luft abkühlen lassen, egal wie schlecht das Wetter ist!

Richtig Grillen: Nichts verkohlen lassen

Gegrillte Fleischwaren können nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft krebserregende Stoffe enthalten, sogenannte heterozyklischen aromatischen Amine (HAA) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Wer größere Mengen davon zu sich nimmt, hat ein höheres Risiko für Adenome, eine Vorstufe von Darmkrebs. HAA und PAK entwickeln sich, wenn man Fleisch zu heiß und zu lange grillt und bei Kontakt mit offenen Flammen und Rauchgasen. Diese können entstehen, wenn Fett, Fleischsaft oder Marinade in die Holzkohle tropft und Würste oder Steaks dadurch „geräuchert“ werden.

Deshalb gilt:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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