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Hautkrebs: Früherkennung mit Handy-Apps möglich

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Von: Judith Braun

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Früherkennung bei Hautkrebs wird immer wichtiger. Inzwischen gibt es Apps, mit denen man seine Haut selbst untersuchen kann.

München – Jedes Jahr erkranken laut der Deutschen Krebsgesellschaft über 200.000 Menschen an Hautkrebs. Dabei ist die Anzahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Im Jahr 2020 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 81 Prozent mehr Hautkrebs-Patienten stationär behandelt als noch 20 Jahre zuvor.

Je früher ein Krebs erkannt wird, desto größer sind meist auch die Heilungschancen. Früherkennung wird also immer wichtiger. Dank der Digitalisierung muss man dafür nicht einmal mehr zum Arzt gehen: Mithilfe spezieller Handy-Apps können Sie Ihre Haut selbst nach Auffälligkeiten hin untersuchen.

Hautkrebs: Früherkennung mit Handy-Apps möglich

Tablet mit der Aufschrift Hautkrebs liegt neben einem Stethoskop. (Symbolbild)
Früherkennung von Hautkrebs kann auch per App geschehen. (Symbolbild) © Panthermedia/IMAGO

Es gibt mehrere Faktoren, die ein Hautkrebsrisiko begünstigen. So spielen regelmäßige Besuche im Solarium, ein geschwächtes Immunsystem, sehr viele Pigmentmal sowie häufige Sonnenbrände – besonders in der Kindheit und im Jugendalter – eine wichtige Rolle. Wenn in Ihrer Familie bereits jemand von Hautkrebs betroffen ist, besteht laut der Deutschen Krebsgesellschaft ebenfalls ein erhöhtes Risiko, selbst daran zu erkranken.

Besonders gefährdet sind Beschäftigte wie etwa Landwirte, Gärtner oder Dachdecker, die sich während der Arbeit viel im Freien aufhalten und somit kontinuierlich der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Gleichzeitig kursieren allerdings auch mehrere Irrtümer und Mythen zu seinen Ursachen.

Früherkennung von Hautkrebs: Screening beim Hautarzt

Für die Früherkennung von Hautkrebs hilft ein Besuch beim Hautarzt. Dieser führt in regelmäßigen Abständen ein sogenanntes Hautkrebs-Screening durch. Ab dem 35. Geburtstag können gesetzlich Versicherte von den Krankenkassen aus ein solches Screening alle zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Der Arzt prüft bei der Untersuchung den ganzen Körper auf auffällige Hautveränderungen hin. Sollten Sie selbst verdächtige Leberflecke auf ihrer Haut untersuchen wollen, können Sie die sogenannte ABCDE-Regel anwenden*. Inzwischen existieren jedoch auch Apps für Smartphones, mit denen Sie Ihren Körper zuhause selbst durchchecken können.

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Apps zur Erkennung von Hautkrebs

Dank künstlicher Intelligenz und mithilfe eines Fotos analysiert die von Michael Tripolt, Oberarzt für Dermatolgie und Venerologie an der Universitätsklinik Graz, entwickelte App „SkinScreener“ auffällige Hautpartien. Mit der App macht man dafür ein Foto der verdächtigen Hautstellen. Anschließend liefert diese eine Einschätzung zum Hautkrebs-Risiko und meldet, ob ein niedriges, mittleres oder hohes Risiko besteht. Laut Informationen des Herstellers wurden allein 2021 110.000 Scans mit der App durchgeführt. In 5000 Fällen wurde Hautkrebs festgestellt.

Die „SkinScreener“-App ist sowohl auf Android als auch auf dem Iphone installierbar. Sie funktioniert allerdings nur bei bestimmten Hauttypen. Deshalb muss die Haut eine Farbe zwischen Elfenbein bis Hellbraun haben. Die App kostet pro Monat 4,99 Euro, nur die ersten beiden Scans sind umsonst. Auch die Frauenhofer-Gesellschaft bietet inzwischen die App „AI Dermatologist“ zur Früherkennung an. Ab dem zweiten Scan kosten 20 Scans innerhalb einer Woche 7,49 Euro. Neben der Früherkennung spielt übrigens auch die Ernährung bei bestimmten Krebsarten eine wichtige Rolle. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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