1. 24vita
  2. Prävention

Hautkrebs: Sieben Irrtümer und Mythen, die ihn verursachen können

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmina Deshmeh

Solarien bereiten die Haut auf die Urlaubssonne vor? Bei bewölktem Himmel braucht man keine Sonnencreme? Gefährliche Mythen über Sonnenschutz gibt es viele. Welche Sie kennen sollten.

Bonn – Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 276.000 Menschen an Hautkrebs – und das, obwohl die Krankheit durch präventives Verhalten verhindert werden kann. Die Hauptrisikofaktoren sind vor allem intensives Sonnenbaden und der Gang ins Solarium. Viele Menschen unterschätzen nach wie vor die Wirkung der natürlichen und künstlichen UV-Strahlung. Welche Irrtümer sonst noch gefährlich werden können, erklären die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

1. Hautkrebs: Vorbräunen im Solarium schützt vor Sonnenbrand

Es gibt immer noch Menschen, die darauf schwören: Der Gang ins Solarium soll die Haut auf die Urlaubssonne vorbereiten. Das ist ein gefährlicher Irrtum! Zum einen erzeugt die Solarium-Strahlung nur eine äußerliche Bräune, die schnell wieder verblasst. Zum anderen ist die Haut im Solarium einer extrem hohen Strahlenbelastung ausgesetzt, die mit der Mittagssonne am Äquator vergleichbar ist. Der Preis: ein deutlich erhöhtes Hautkrebsrisiko. Die Deutsche Krebshilfe, die ADP und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) raten deshalb generell von Solarien ab.

2. Hautkrebs: Mit Sonnencreme kann ich stundenlang in der Sonne bleiben

Das ist auch falsch. Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (30 oder höher) schluckt zwar eine Zeit lang einen Teil der UV-Strahlung, trotzdem können die Strahlen in die Haut eindringen und ihre Zellen schädigen. Zu dünn aufgetragene Sonnenschutzmittel, Bewegung, Schwitzen, Baden oder auch vernachlässigte Körperstellen erhöhen das Risiko zusätzlich. Im besten Fall sollte Sonnencreme nur ergänzend angewendet werden. Kopf, Schultern und Nacken möglichst mit Kleidern und Hüten bedecken und regelmäßig nachcremen, um die Wirkung der Sonnencreme aufrecht zu erhalten. Die Augen sollten Sie mit einer Sonnenbrille schützen.

3. Hautkrebs: Sonnenbrand härtet die Haut ab

Ganz im Gegenteil! UV-Strahlen können bei ungeschützter Haut das Erbgut der Zellen innerhalb kürzester Zeit schädigen. Die Haut kann diese Schäden zwar bis zu einem gewissen Grad beheben, dieser Mechanismus ist aber schnell überlastet. Verbleiben die geschädigten Zellen dauerhaft in der Haut, kann sich Jahrzehnte später daraus Hautkrebs entwickeln. Besonders bei empfindlicher Kinderhaut ist das Risiko groß: Häufige Sonnenbrände in der Kindheit führen nachweislich zu einem höheren Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter.

4. Hautkrebs: Bei bewölktem Himmel brauche ich im Sommer keinen Sonnenschutz

Das ist ein Trugschluss. Denn Wolken haben ganz unterschiedliche Einflüsse auf die UV-Strahlung:

Vor allem in der Mittagszeit sollte man sich deshalb nicht auf das Wetter verlassen. Eine gute Orientierung bietet dagegen der UV-Index. Er gibt an, wie stark die Sonnenstrahlen wirklich sind und welche Schutzmaßnahmen von Experten empfohlen werden. Er wird auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz veröffentlicht.

5. Hautkrebs: Gebräunte Haut ist ausreichend vor der Sonne geschützt

Leider auch falsch. Immer wieder ist von „gesunder Bräune“ zu hören. Bräune ist aber nichts anderes als eine Stressreaktion der Haut, mit der sie sich vor der schädlichen Strahlung schützen möchte.* Sie bildet dabei das Farbpigment Melanin, das wie ein Schirm über den Zellkernen liegt und so das Erbgut vor der Strahlung schützen soll. Gebräunte Haut spricht also für eine hohe UV-Belastung. Ihre Schutzwirkung entspricht nur einem Lichtschutzfaktor von etwa 4. 

6. Hautkrebs: Mit Sonnenmilch dürfen Babys in die Sonne

Der Rat von Experten lautet hier: Direkte Sonne ist für Babys im ersten Lebensjahr tabu, denn sie haben eine sehr empfindliche Haut. Zudem können Sonnenschutzmittel mit bedenklichen Inhaltsstoffen belastet sein, mit denen die Kleinen nicht ständig eingecremt werden sollten. 

7. Hautkrebs: Die Krankheit betrifft vor allem Ältere

Das stimmt nicht ganz. Zwar entsteht Hautkrebs oft über mehrere Jahre, weshalb Menschen über 70 besonders oft erkranken. Der gefährliche „schwarze“ Hautkrebs (malignes Melanom) wird aber auch zunehmend bei jüngeren Patienten diagnostiziert. Bei Frauen zwischen 20 und 29 Jahren ist diese Tumorart sogar die häufigste Krebserkrankung. Bis zum einem Alter von 55 sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer, dann kehrt sich das Phänomen um. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant