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Heißhunger und Zittern: Unterzuckerung ohne Diabetes – was dagegen hilft

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Unterzuckerung kann nicht nur Diabetiker treffen. Was bei plötzlichem Heißhunger und Zittern hilft, erklären wir Ihnen hier.

Wiesbaden – Plötzliches Zittern, Herzklopfen, Schwindel, Heißhunger und kalter Schweiß auf der Stirn: Hinter diesen Symptomen kann ein Zuckertief stecken, auch ohne, dass eine Diabetes-Erkrankung vorliegt. Ausgelöst werden die Beschwerden durch bestimmte Botenstoffe, die das Gehirn aussendet, wenn es nicht ausreichend mit Zucker versorgt wird, etwa durch Auslassen einer Mahlzeit in Verbindung mit körperlicher Anstrengung. Wir erklären, was in solch einer Situation zu tun ist.

Heißhunger und Zittern: Blutzuckerspiegel von Mensch zu Mensch verschieden

Wann sich der Körper meldet, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manch einer verspürt bei weniger als 70 mg Zucker im Blut Unwohlsein, andere schon ab 80 mg oder erst bei 60 mg. Meist handelt es sich bei Nicht-Diabetikern bei einem Zuckertief um Werte in diesem Bereich, während eine schwere Unterzuckerung (Hypoglykämie) nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) erst bei einem Blutglukosespiegel von weniger als 40 mg beginnnt.

Während bei Diabetikern eine Unterzuckerung häufig durch blutzuckersenkende Medikamente ausgelöst wird, stecken bei Nicht-Diabetikern andere Ursachen dahinter. Normalerweise regulieren Bauchspeicheldrüse und Leber den Blutzuckerspiegel. Eine falsche Ernährung oder Alkoholkonsum können die Blutzuckerwerte aber nach unten treiben. So senkt Alkohol den Blutzuckerspiegel und führt außerdem oft dazu, dass das Essen schlichtweg vergessen wird und erste Warnsignale zu spät wahrgenommen werden. Auch unregelmäßiges Essen oder sehr kohlenhydratreiche Speisen, die zu einer starken Insulinausschüttung führen, können nach einigen Stunden zu einem starken Abfall des Blutzuckerspiegels führen.

Tritt die Unterzuckerung immer wieder auf, kann sie Hinweis auf einen unentdeckten Diabetes oder andere Erkrankungen wie eine Fructoseintoleranz, Erkrankungen der Leber, Schilddrüse oder Nebennierenrinde oder auch einen gutartigen Tumor an der Bauchspeicheldrüse sein.

Heißhunger und Zittern: So beugen Sie der Unterzuckerung vor

Wer ein Zuckertief vermeiden möchte, sollte auf schnellverwertbare Kohlenhydrate wie Gebäck und Nudeln aus Weißmehl, Marmelade, Fruchtsäfte und zuckerhaltige Softdrinks verzichten. Besser sind Vollkornprodukte, bestimmte Obstsorten, Milchprodukte* und Hülsenfrüchte. Sie lassen den Blutzuckerspiegel langsamer steigen und machen lange satt. Auch Fett verlangsamt den Anstieg des Blutzuckerspiegels und sorgt dafür, dass weniger Insulin ausgeschüttet wird und der Blutzuckerspiegel nicht so stark schwankt.

Sport kann den Blutzuckerspiegel ebenfalls senken. Wer zu Unterzuckerung neigt, sollte deshalb etwa zwei bis drei Stunden vor dem Training eine letzte richtige Mahlzeit zu sich nehmen und direkt vor dem Sport eine Kleinigkeit essen. Wichtig ist auch, auf einen guten Wasser- und Elektrolythaushalt zu achten.

Heißhunger und Zittern: Schnelle Hilfe bei Unterzuckerung

Bei einer leichten Unterzuckerung kann man sich mit folgenden Snacks und Getränken selbst helfen:

Normalerweise verschwinden die Symptome dann schnell wieder. Hat sich der Blutzucker eingependelt, sollte man ihn mit einer kleinen kohlenhydratreichen Mahlzeit stabilisieren, zum Beispiel einem gesüßten Joghurt, einem Stück Brot oder etwas Obst. Sinkt der Blutzucker hingegen weiter ab und kommen Seh- und Bewusstseinsstörungen dazu, droht eine echte Hypoglykämie. In diesen Fällen sollte immer der Notarzt gerufen werden.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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