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Kimmich stößt Debatte an: Sind Totimpfstoffe gegen Hepatitis besser als Biontech & Co.?

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Von: Jasmin Pospiech

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FC Bayern-Star Joshua Kimmich ist positiv auf Corona getestet worden. Will er dennoch weiter mit einer Corona-Impfung warten? Etwa auf einen Totimpfstoff?

Update vom 25. November 2021: Wie der FC Bayern verkündet hat, ist Profispieler Joshua Kimmich (26) wie Kollege Eric Maxim Choupo-Moting (32) positiv auf Corona getestet worden. „Joshua Kimmich befindet sich in häuslicher Isolation, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Dem Mittelfeldspieler des FC Bayern geht es gut“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Klubs auf Twitter.

München – Als FC Bayern-Profispieler Joshua Kimmich (26) in einem TV-Interview mit dem Bezahlsender Sky nach dem Bundesligaspiel gegen Hoffenheim erklärt, dass er nicht gegen Corona geimpft sei, hat das für hohe Wellen deutschlandweit gesorgt. Zwar rudert er kurze Zeit später zurück und bekräftigt, dass er kein Corona-Leugner sei, aber er habe Bedenken wegen möglicher Langzeitfolgen der Corona-Impfung.

Nach Kimmich-Debatte: Sind Totimpfstoffe gegen Corona besser als Biontech & Co.?

Daraufhin hat sich Karl Lauterbach (58), Gesundheitsexperte der SPD, sofort bereit erklärt, den Nationalspieler grundlegend über die Impfung und das Risiko möglicher Nebenwirkungen* aufzuklären. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich zu Wort gemeldet und die Bedenken von Kimmich vehement zurückgewiesen. Demnach sei der Fußballer zwar sicherlich ein Fachmann in Fragen des Fußballs, „aber kein Fachmann in Fragen der Impfung und der Impfstoffe“, heißt es. Dennoch scheint es, als ob die Sorge über spätere gesundheitliche Folgen der Corona-Impfung für viele Deutsche noch immer ein großes Thema ist. Der FC Bayern-Spieler hat dem offenbar nur öffentlich Ausdruck verliehen.

Bayern-Fußballer Joshua Kimmich vor dem Valneva Logo und dem Impfstoff und einer Spritze gegen Corona. (Symbolbild)
Joshua Kimmich will auf Totimpfstoffe warten, bevor er sich gegen Corona impfen lässt. (24hamburg.de-Montage) © Sven Hoppe/dpa/Pavlo Gonchar/imago

Schließlich ist Kimmich auf Druck der Berichterstattung zurückgerudert und hat angekündigt, dass er es sich doch noch überlege, sich impfen lassen zu wollen. Gegenüber Mannschaftskollegen habe der 26-Jährige allerdings verraten, wie die „Bild-Zeitung“ berichtet, noch auf die Zulassung eines sogenannten Totimpfstoffs zu warten. Doch was ist das genau?

Nach Kimmich-Eklat: Valneva als neuer, alter Impfstoff gegen Corona

Bei dem Vakzin des französischen Biotechnologie-Unternehmens Valneva handelt es sich um einen klassischen inaktivierten Impfstoff, der bereits erfolgreich seit Jahrzehnten gegen Tetanus oder Hepatitis A und B eingesetzt wird. Dieser Impfstoff soll im Gegensatz zu bisher zugelassenen mRNA-Impfstoff wie etwa Biontech oder Moderna und Vektorimpfstoffen wie AstraZeneca und Johnson & Johnson abgetötete Krankheitserreger erhalten. Gelangen diese mit der Impfung in den Körper, soll das denselben Effekt haben wie andere Impfstoffe. Das heißt, sie lösen eine Reaktion des Immunsystems aus und der Körper bildet daraufhin Antikörper.

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Aus diesem Grund werden Totimpfstoffe von manchen Impfskeptikern auch als sicherer angesehen als die neu entwickelten Impfstoffe. Doch medizinisch gesehen seien diese Aussagen nicht haltbar. „Es gibt zwar eine längere Erfahrung mit bestimmten Totimpfstoffen wie etwa gegen Hepatitis B, aber ein Vergleich ist schwer möglich. Jeder Impfstoff muss einzeln betrachtet und beurteilt werden“, erklärt hingegen Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gegenüber der „Bild-Zeitung“. Gleichzeitig wird Kimmich für seine Aussagen kritisiert, da er schließlich eine Vorbildfunktion habe*, wie 24hamburg.de berichtet.

Nach Kimmich-Eklat: „Jede Impfung besser als keine Impfung“

Und sogar Valneva-Chef, Thomas Lingelbach, hatte bereits im September im „Mittagsjournal“ des österreichischen Radiosenders Ö1 erklärt, dass bei Corona „jede Impfung besser als keine Impfung“ sei. Zwar gibt er zu, dass die Antikörper, die ein Totimpfstoff generiere, „denen einer natürlichen Infektion am ähnlichsten“ sind. Zudem sei Valneva nicht nur „im Allgemeinen gut verträglich“, sondern soll laut einer aktuellen Studie des Herstellers dazu führen, dass mehr Antikörper gebildet werden als mit dem bereits zugelassenen und verimpften Vakzin von AstraZeneca.

Dennoch: „Ich halte es für extrem wichtig, dass wir eine hohe Durchimpfungsrate haben, um wieder zu einer Normalität zu kommen und Varianten hintan zu halten. Und ich versuche, jeden, mit dem ich rede, zu ermutigen, sich impfen zu lassen“, schließt der Geschäftsführer des französischen Pharmaunternehmens. Wenn weitere Untersuchungen positiv verlaufen, soll Valneva eine erste Zulassung in Großbritannien bis Ende des Jahres erhalten, in der EU dann in der ersten Hälfte 2022. *24hamburg.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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