1. 24vita
  2. Prävention

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Warum sie empfohlen wird

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmina Deshmeh

Eine schwangere Frau mit gestreifter Bluse bekommt eine Impfung verabreicht (Symbolbild)
Eine Impfung in der Schwangerschaft kann Neugeborene vor einer gefährlichen Keuchhusten-Infektion schützen (Symbolbild) © AFLO/Imago Images

Um Neugeborene zu schützen, empfiehlt die STIKO Schwangeren eine Impfung gegen Keuchhusten im letzten Drittel der Schwangerschaft. Was Sie dazu wissen müssen, lesen Sie hier.

Berlin – Trotz hoher Impfquoten zählt Keuchhusten (Pertussis) weltweit noch immer zu den häufigen Erkrankungen im Kindesalter. Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht und kann vor allem bei Säuglingen zu schweren akuten und potenziell lebensbedrohlichen Atemwegsinfektionen führen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Schwangeren deshalb, eine Impfung im dritten Schwangerschaftsdrittel durchführen zu lassen, um sich und das Kind vor einer Ansteckung zu schützen.

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Vor allem Säuglinge unter zwei Monaten gefährdet

Laut Robert Koch-Institut (RKI) stecken sich in Deutschland jährlich etwa 12.000 Menschen mit Keuchhusten an. Darunter auch zunehmend Erwachsene.* Ausgelöst wird die Krankheit durch das Bakterium Bordetella pertussis, das über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Bakterien setzen sich in den Atemwegen fest und vermehren sich dort, wobei sie Gifte bilden, die die Schleimhäute und die Flimmerhärchen angreifen.

In den meisten Fällen verläuft die Krankheit in drei charakteristischen Stadien:

Besonders gefährlich ist eine Pertussis-Infektion für Säuglinge, die häufig keine typischen Symptome zeigen, dafür aber gefährliche Atemaussetzer (Apnoen) und schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündungen und neurologischen Erkrankungen (Krampfanfällen oder bleibende Hirnschädigungen) entwickeln können. Im schlimmsten Fall droht ein Atemstillstand. Etwa die Hälfte der erkrankten Babys muss laut RKI deshalb im Krankenhaus behandelt werden.

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Nestschutz soll Kinder bis zur ersten Impfung schützen

Da eine Keuchhusten-Impfung bei Säuglingen erst ab einem Alter von 2 Monaten möglich ist, empfiehlt die STIKO Schwangeren eine (Auffrischungs)Impfung im dritten Trimeon, also ab der 28 Schwangerschaftswoche. Sie soll das Neugeborene schützen, bis es selbst geimpft werden kann. Eine Impfung ein bis zwei Jahre vor der Schwangerschaft reicht dagegen nicht aus: Studien haben gezeigt, dass die Antikörperkonzentration bei Geimpften schnell nachlässt. Auch eine durchgemachte Keuchhusten-Erkrankung führt nicht zu einer dauerhaften Immunität.

Damit die Mutter in der Schwangerschaft Antikörper auf das Kind übertragen kann, muss die Impfung also gegen Ende der Schwangerschaft durchgeführt bzw. wiederholt werden. Zeichnet sich eine mögliche Frühgeburt ab, kann sie auch schon im zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten so zu 90 Prozent vor einer Ansteckung mit Keuchhusten geschützt ist.

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Ist das nicht gefährlich?

Oft haben Schwangere Angst, mit einer Impfung dem ungeborenen Kind zu schaden – und tatsächlich sollte während einer Schwangerschaft nur so „wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ geimpft werden, erklärt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf seiner Seite. Vor allem für sogenannte Totimpfstoffe, zu denen auch der Pertussis-Impfstoff gehört, zeigen Studien aber, dass kein schädigender Effekt auf das Kind zu befürchten ist. Das gilt laut ebryotox, dem Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin auch für die in Impfstoffen enthaltenen Hilfsstoffe, wie zum Beispiel Aluminiumhydroxid oder Ethylquecksilber. Ihre Konzentration ist zum einen sehr gering, zum anderen handelt es sich hierbei um eine Einmalexposition. Hinzu kommt, dass die Aluminiumbelastung durch Impfungen deutlich unter den Grenzwerten für die Aluminium-Aufnahme über die Nahrung liegt.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant