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Unser Kind ist übergewichtig: Was können wir als Familie tun?

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Von: Jasmina Deshmeh

Immer mehr Kinder sind zu dick. Dabei können Eltern und Bezugspersonen durch ihr Verhalten das Gewicht des Kindes schon früh beeinflussen und damit späteren Folgeerkrankungen vorbeugen.

Berlin – In Deutschland sind 9,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig und 5,9 Prozent adipös. Das zeigen die Daten der KiGGS Welle 2, einer Studie des Robert Koch-Instituts. In der Folge kann es zu Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gelenkproblemen und Depressionen kommen. Eltern sollten deshalb frühzeitig gegensteuern. 

Unser Kind ist zu dick: Was kann die Ursache sein?

In den meisten Fällen entsteht Übergewicht, wenn dem Körper mehr Energie zugeführt wird, als er verbrauchen kann. Nur selten sind Erkrankungen, wie zum Beispiel Hormonstörungen, die Ursache. Eltern sollten das Kind aber in jedem Fall von einem/r ÄrztIn untersuchen lassen. 

In vielen Fällen sind es die Lebensbedingungen, die das Übergewicht begünstigen, etwa Bewegungsmangel/zu viel Fernsehen/Zeit vor dem PC, das Essensangebot oder Werbung für ungesunde Produkte.* Das Problem: Sind Kinder zu dick, werden aus ihnen in den meisten Fällen auch übergewichtige Erwachsene. Dann kann es zu verschiedenen Folgeerkrankungen kommen. Bei stark übergewichtigen Kinder und Jugendlichen können diese sogar schon im Kindesalter auftreten. Hinzu kommen die Gefahren von sozialer Ausgrenzung, Stress, reduzierter Lebensqualität (etwa durch eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit) und Unwohlsein, welche das gestörte Essverhalten noch verstärken können. 

Unser Kind ist zu dick: Wann sollten Eltern eingreifen?

Ob ein Kind zu dick ist, lässt sich mithilfe des Body-Mass-Index (BMI), abhängig von der jeweiligen Altersklasse, berechnen. Er ergibt sich aus dem Körpergewicht (in kg), geteilt durch die Körperhöhe (in m)². Das Ergebnis wird als BMI in kg/m² angegeben. Dieser Wert wird mit dem Gewicht gleichaltriger Kinder (sogenannten Referenzkurven) verglichen. Haben nur 10 Prozent aller Gleichaltrigen einen höheren BMI, ist das Kind übergewichtig. Haben nur 3 Prozent der gleichaltrigen Kinder einen höheren BMI, ist das Kind stark übergewichtig (adipös).

Bei Verdacht auf Übergewicht ist es immer sinnvoll, eine/n KinderärztIn hinzuzuziehen. Sie/er wird das Gewicht kontrollieren, mögliche Krankheiten als Ursache ausschließen und Tipps zum weiteren Vorgehen geben.

Unser Kind ist zu dick: Wie kann die Familie unterstützen?

Eltern können als Vorbilder in jedem Fall einiges tun, um ihr Kind bei der Gewichtsreduzierung zu unterstützen. So rät die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Schritt für Schritt mehr spielerische Aktivitäten und Bewegung in den Alltag einzubauen – sei es durch Ausflüge oder Hobbys. Mindestens eine Stunde körperliche Aktivität am Tag sollte das Ziel sein. Wichtig: Das Kind regelmäßig für Fortschritte loben!

Fernseher und Computer sind dagegen echte „Bewegungskiller“ und sollten nicht im Kinderzimmer stehen. Gerade bei jüngeren Kindern ist es wichtig, dass Eltern das tägliche Maß festlegen und kontrollieren. Die Experten der DGKJ empfehlen für Kinder unter 5 maximal eine halbe Stunde und für Kinder bis 9 maximal eine Stunde am Stück. Außerdem sollten ausreichend Alternativen geboten werden, wie Gesellschaftsspiele, Vorlesen und Freunde treffen. Handys sollten bei Hausaufgaben, beim Essen und beim Spielen mit Freunden tabu sein.

Unser Kind ist zu dick: Vorbild bei der Ernährung sein

Eltern sind automatisch Vorbilder, ob sie wollen oder nicht. Wer seinem Kind eine gesunde und ausgewogene Ernährung angewöhnen möchte, sollte deshalb bei sich selbst anfangen:

Wenn sich die ganze Familie an diese Regeln hält, wird es auch dem Kind leichter fallen, sie zu befolgen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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