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Wenn Kinder an Alkohol kommen: 0,5 Promille kann eine Alkoholvergiftung verursachen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Kinder probieren Alkohol – eine Horrorvorstellung für viele Eltern. In einem Kindergarten ist dies passiert. Welche gesundheitlichen Folgen möglich sind.

Köln – Was erstmal wie eine unvorstellbare Situation klingt, hat sich in einem Kindergarten in Livonia, Michigan, tatsächlich zugetragen. Ein Kindergartenkind hatte kürzlich eine Flasche in die Gruppe mitgebracht, in die auch Alkohol gemischt war und die wohl gemäß Label als eine Art Limonade für Erwachsene vermarktet wird. Zehn prozentiger Alkohol soll in dem Tequila-Mischgetränk des Herstellers Jose Cuervo enthalten gewesen sein – vier Kindergartenkinder tranken in der Früh davon.

Kindergartenkinder trinken Alkohol – Eltern sind schockiert

Die Eltern der vier betroffenen Kinder wurden sofort von der Kindergartenleitung über den Vorfall und die umgehende, ärztliche Untersuchung hinsichtlich Vergiftungserscheinungen informiert. Obwohl Erzieher die Situation bemerkten, konnte nicht rechtzeitig verhindert werden, dass die betroffenen Kinder aus der Flasche tranken – ein Erwachsenen-Mischgetränk, das wohl wegen der Optik für ein kinderfreundliches Getränk gehalten wurde. Ein in die Wege geleitetes Disziplinarverfahren solle näher Aufschluss geben.

Glücklicherweise schien es den Kindern nach dem Vorfall nicht schlecht zu gehen. „Wir sind dankbar, dass keines der Kinder krank wurde oder medizinische Hilfe benötigte“, so die Kindergartenleitung. Was aber zurückbleibt, ist die Empörung und Angst der Eltern sowie die Sorge, was noch Schlimmeres hätte passieren können.

Kleines Kind von 10 Monaten greift nach einer Weinflasche aus dem Weinregal. (Symbolbild)
Wenn Kinder mit Alkohol in Kontakt kommen und ihn probieren, können kleinste Mengen schon Vergiftungserscheinungen zur Folge haben. (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

Kleinkinder probieren Alkohol: Welche Folgen kann es haben?

Ab wann ist Alkoholkonsum „schlimm“? Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gibt es keinen Richtwert für risikoarmen Alkoholverbrauch. Schon der geringste Konsum ist ungesund und birgt Risiken – besonders und allen voran für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Erwiesenermaßen ist die menschliche Gehirnentwicklung erst mit 25 Jahren abgeschlossen, sodass schon kleinste Mengen Alkohol erheblichen Schaden der Organe verursachen können.

Die Folgen, die das Trinken von Alkohol bei Kindern haben kann:

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Alkoholvergiftung: Wie macht sie sich bemerkbar?

Bei einer Alkoholvergiftung, sogenannte Alkoholintoxikation, werden die Funktionen des Gehirns durch eine Überdosis des Zellgifts (Alkohol) gestört. Bei Kindern können sich bereits mit 0,5 Promille Alkohol im Blut – zum Vergleich bei Erwachsenen mit drei Prozent – typische Anzeichen einer Vergiftung zeigen:

Alkoholvergiftung: Was ist zu tun?

Besteht die Möglichkeit, dass ein Kind Alkohol konsumiert hat, sollten die Eltern oder Betreuer genauestens auf das Befinden des Kleinen achten.

Wenn Sie nur eine Frage mit „ja“ beantworten können, sollten Sie in jedem Fall den Giftnotruf und Notarzt 112 kontaktieren. Bis der Arzt eintrifft, legen Sie Ihr Kind in die stabile Seitenlage – Babys in Bauchlage – sodass es Erbrochenes nicht einatmen oder daran nicht ersticken kann. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind warm bleibt, decken Sie es zu. Durch Alkohol im Körper verengen sich die Blutgefäße und es kann zu einer Unterkühlung kommen. Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt, sprechen Sie mit ihm und versuchen es zu beruhigen.

Alkohol außer Reichweite von Kindern aufbewahren

Erwachsene und Eltern können Kindern ein Leben mit wenig bzw. ohne Alkohol so gut es geht vorleben. Ab einem Alter von vier oder fünf Jahren können Sie Ihrem Kind in einfacher Sprache vermitteln, dass Alkohol dem Körper schaden kann. Zudem sollten alkoholische Getränke außer Reichweite von Kinderhänden aufbewahrt werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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