1. 24vita
  2. Prävention

„Klaps auf den Po“ bei Kindern: Folgen von Schlägen untersucht Studie

Erstellt:

Von: Natalie Hull-Deichsel

Kommentare

Vater hält Sohn am Arm fest und droht mit erhobener Hand. (Symbolbild)
In einigen Teilen der Welt sind Schläge als Strafe für Kinder noch Teil der Erziehung. (Symbolbild) © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago

Manche Eltern reagieren auf ihre Kinder mit körperlichen Strafen bzw. Schlägen. Welche gravierenden Folgen dies hat, zeigen internationale Studien.

Texas – Es sind Zahlen, die erschüttern: Weltweit erleben 63 Prozent der zweijährigen bis vierjährigen Kinder – dies sind ca. 250 Millionen Kinder – immer noch regelmäßig Prügelstrafen. In einigen Teilen der Welt ist es für Erwachsene noch Teil der Erziehung, ihre Kinder mit Schlägen zu bestrafen. In den USA beispielsweise sind offiziell in allen 50 Bundesstaaten noch körperliche Strafen erlaubt. Davon ist in 19 Bundesstaaten körperliche Züchtigung sogar an Schulen zulässig.

„Klaps auf den Po“ bei Kindern: Studie untersucht Folgen von Schlägen

In anderen 62 Ländern weltweit ist diese „Erziehungsmaßnahme“ mittlerweile verboten, da sie als Form von Gewalt gilt. Schweden untersagte 1979 die Prügelstrafe als erstes Land, 1983 gefolgt von Finnland, 1987 von Norwegen sowie 1989 von Österreich. In Deutschland sind Prügelstrafen immerhin seit 2000 verboten.

Professorin Elizabeth Gershoff von der University of Texas in Austin untersuchte aktuell mit ihren Kollegen, welche Folgen körperliche Gewalt und Schläge langfristig für betroffene Kinder haben. Dafür wertete das Team 69 Studien aus, von denen die meisten in den USA und acht in anderen Ländern durchgeführt wurden.

Noch mehr spannende Gesundheitsthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Gewalt an Kindern: Körperliche Bestrafung verändert das Verhalten der Kleinen

Die Wissenschaftler stellten fest, dass körperliche Bestrafung keinerlei positiven Erziehungseffekt auf Kinder hat. Vielmehr würde das Risiko steigen, dass Kinder sich aufgrund der Gewalt in ihrem Verhalten eklatant veränderten. Zum Teil würden sie selbst aggressiv und reagierten körperlich oder entgegengesetzt würden sie sich stark zurück ziehen und Angstzustände entwickeln. Manche der Kinder, die bereits selbstständig zur Toilette gingen, hätten mit zunehmender Häufigkeit der Prügelstrafen wieder begonnen, einzunässen. In den Studien wurden Kinder unabhängig von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Zugehörigkeit untersucht.

„Eltern schlagen ihre Kinder, weil sie denken, dass dadurch ihr Verhalten verbessert wird“, fasst Professorin Gershoff die Ergebnisse zusammen. „[…] Unsere Untersuchungen bewiesen deutlich […], dass körperliche Bestrafung das Verhalten von Kindern nicht verbessert, sondern verschlimmert“, schließt er.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare