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Kinder richtig erziehen: Diese Erziehungsmethode schadet den Kleinen

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Von: Christine Pander

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Ein kleines Mädchen mit blonden Haaren sitzt am Tisch und spielt mit Knetmasse (Symbolbild)
Kinder brauchen auch Zeit zum Spielen. (Symbolfoto) © McPHOTO/M. Ploeb/ Imago

Viele Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Frühkindliche Förderung wird zur Selbstverständlichkeit. Doch es lauern Gefahren im gut gemeinten Ansatz.

Göttingen – Montags Yoga, mittwochs Musikschule, donnerstags Kinderturnen und samstags Schwimmkurs: Der Terminplan von kleinen Kindern kann in manchen Familien ganz schön voll gepackt sein. Die Eltern meinen es meist nur gut und wollen dem Kind alle nur erdenklichen Optionen für ein möglichst glückliches und erfolgreiches Leben mit auf den Weg geben. Ein zu viel des Guten schadet aber dem Kind: Da sind sich Erziehungswissenschaftler einig.

Kinder richtig erziehen: Diese Erziehungsmethode schadet den Kleinen

Besonders fatal: Wenn Eltern versuchen, Träume, die sie selbst nicht verwirklichen konnten, auf die Kinder zu projizieren. Nach dem Motto: Wenn ich schon nicht Klavierspielen kann, dann doch aber wenigstens mein Julius.

In einem Interview mit Focus Online hat Hirnforscher Gerald Hüther interessante Einblicke in die Entwicklung der Kleinsten unserer Gesellschaft gegeben. Er findet klare Worte: Wer seine Kinder permanent (über)fordert, erschwert ihnen den Lebensweg.

Geraubte Freizeit: Zu viele Angebote nehmen Entdeckerfreude

Indem Eltern versuchen, das Kind zu Hause schon bestmöglich auszubilden, ihm noch vor der Schule Lesen und Rechnen beizubringen, behindern sie seine freie, geistige Entwicklung, so der Hirnforscher. Die besteht nämlich laut Hüther vor allem darin, seine Umwelt selbst und möglichst frei zu erkunden: „Kinder haben eine angeborene Entdeckerfreude – bis irgendwann jemand kommt und ihnen sagt, was sie jetzt machen sollen“, betont der Experte.

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Die Folgen können fatal sein: Wird der Entdeckerdrang Kindern früh genommen, weil keine Freizeit mehr dafür ist, beeinträchtigt sie das womöglich ein Leben lang. Es fällt ihnen dann schwerer, sich ein eigenes Weltbild, frei von Erwartungen und Schranken Erwachsener, zu gestalten. Sie erleben etwas, das Erwachsene nur zu gut kennen: Terminstress.

Geraubte Freizeit: Warum das freie Spielen so wichtig ist

Gleichzeitig ist das freie Spielen, dessen Relevanz Hüther in seinem Buch „Rettet das Spielen!“ verteidigt, wichtig für die Entwicklung von Kreativität, Fantasie, aber auch der Neugier. Und auch wenn einen die permanenten Fragen nach dem „Warum?“ als Eltern fast in den Wahnsinn treiben kann: Sie ist für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig.

Dem Wissensdurst wird jedoch das Potenzial genommen, wenn sich Kinder nur in durchgeplanten Lebenswelten bewegen. Fazit: Weniger ist mehr, das gilt auch für die Frühförderung. Und: Eltern dürfen darauf vertrauen, dass die Kleinen gut mit der freien Zeit umzugehen wissen. Spiele am Handy oder PC gehören Entwicklungspsychologen aber nicht dazu. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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