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Kinder so unglücklich wie nie zuvor: Forscher mahnt vor Zukunftstrend

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Von: Jasmin Farah

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Laut einem Generationenforscher sind die Kinder heutzutage unzufriedener als noch vor einigen Jahren. Schuld daran seien auch sogenannte Helikopter-Eltern.

München – Die Welt geht in das dritte Jahr der Corona-Pandemie. Lockdowns, Ausgangssperren und Einschränkungen im privaten und öffentlichen Leben haben bei vielen Spuren hinterlassen. Demnach sollen seit dem Beginn der Pandemie die psychischen Erkrankungen unter Erwachsenen hierzulande stark zugenommen haben. Das gilt aber auch für die Kleinsten. Der eingeschränkte soziale Kontakt und die Einsamkeit hat viele mitgenommen. Doch Generationenforscher Rüdiger Maas glaubt, dass diese Unzufriedenheit unter den Jüngsten der Gesellschaft bereits früher eingesetzt hat.

Kinder so unglücklich wie nie: Forscher mahnt vor Zukunftstrend

Er beschreibt sie sogar im Interview mit Focus Online als „Generation lebensunfähig“. Denn laut Studien aus dem Jahr 2020 von Unicef und dem Deutschen Kinderhilfswerk sei jedes vierte Kind unglücklich, habe Schwierigkeiten, Freunde zu finden und berichte sogar von depressiven Symptomen, erklärt er. Schuld tragen dem Experten zufolge vor allem die Erziehungsberechtigten. Denn diese würden als „Helikopter-Eltern“ mit allen Mitteln versuchen, ihren Kindern Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Gleichzeitig steige der Leistungsdruck.

Ein Junge in weißem T-Shirt und blauer Shorts liegt auf dem Bett und spielt auf einem Handy (Symbolbild)
Verbringen Kinder zu viel Zeit vor dem Display, haben sie weniger soziale Kontakte. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

Dadurch lernen die Kinder wiederum allerdings nicht, sich selbst zu behaupten und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Stattdessen werden sie zu unselbstständigen Erwachsenen erzogen, die beim geringsten Widerstand frustriert aufgeben. Was das noch befördert, so Maas, ist, dass Eltern das Gefühl haben, ihre Kinder ständig bespaßen und unterhalten zu müssen. Doch Langeweile fördere die Fantasie und diese würde dadurch im Keim erstickt. Außerdem sollten Kinder Langeweile auch mal aushalten können, um selbst Ideen zu entwickeln oder kreativ zu werden. Die Motivation der Kleinsten sinkt, wenn sie also an einer Aufgabe scheitern. Stattdessen fragen sie sofort nach Hilfe, anstatt zuerst selbst zu versuchen, sie zu bewältigen.

Kinder sind unglücklich wie nie: Kindern nicht zu stark behüten

Der Generationenforscher sieht auch die digitalen Medien in der Verantwortung. Schließlich würden diese oft von den Eltern missbraucht, um die Kinder bei Laune zu halten. Dadurch lernen sie aber auch nicht, auf etwas zu warten. Vor allem kleine Kinder brauchen Grenzen und klare Strukturen und Rituale, in denen sie sich bewegen dürfen und sich gleichzeitig sicher und geborgen fühlen.

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Das Fazit des Forschers: Eine zu lasche Erziehung schade den Kindern eher. Demnach habe man unter Grundschülern festgestellt, dass Kinder, die zu stark behütet werden, ebenfalls wie Kinder, die vernachlässigt werden, auffällige Störungen zeigen. Das reiche von Entwicklungsverzögerungen bis hin zu Schwierigkeiten, sich in einer Gruppe sozial zu verhalten und zu kommunizieren. Doch wie können wir das verhindern?

Kinder sind unglücklich wie nie: Weniger Smartphone, mehr spielen

Der Forscher rät, Kinder ernst zu nehmen, aber sie nicht als kleine Erwachsene anzusehen. Eltern sollten ihnen die Chance geben, sich zu beweisen und sich selbst etwas zurückzunehmen. Was die digitalen Medien angeht, rät der Psychologe: Generell mehr Zeit analog für die Kinder zum Spielen zu nehmen und selbst auch mal öfters das Smartphone zur Seite zu legen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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