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Krebs bekämpfen: Hydrogel bringt Hoffnung

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Von: Anna Katharina Küsters

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Noch immer ist Krebs eine der häufigsten Todesursachen in Europa. Forschende richten ihre Aufmerksamkeit im Kampf gegen den Krebs auch auf Hydrogel.

Madison (Wisconsin) – Allein im Jahr 2018 sind in Deutschland 489.000 Menschen an Krebs erkrankt. Mit der steigenden Lebenserwartung in Industrienationen klettert auch die Zahl der Krebskranken in die Höhe. Frauen leiden besonders häufig an Brustkrebs, wohingegen bei Männern oft die Prostata betroffen ist.

Die Forschung versucht bereits seit Jahrzehnten, wirkungsvolle Krebs-Medikamente zu entwickeln, die keine starken Nebenwirkungen mit sich bringen. Hydrogel ist dabei schon länger im Fokus der Wissenschaft, besonders um einen erneuten Krebsausbruch nach einer Operation zu vermeiden. An Mäusen konnten Forschende nun einen möglichen Weg zeigen, Hydrogel bei der Bekämpfung von Krebs einzusetzen.

Krebs bekämpfen: Hydrogel bringt Hoffnung

Zu sehen ist eine Seniorin und eine Krankenschwester, die die Dame bei der Chemotherapie unterstützt. (Symbolbild)
Hydrogel könnte die Behandlung von Krebs erleichtern. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Forschende von der Universität in Wisconsin-Madison geben mit ihrer neusten Studie Krebspatienten Hoffnung. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen testeten an krebskranken Mäusen ein Hydrogel, das nach einer Tumoroperation Medikamente an den Körper abgibt. Diese Medikamente sollen ein erneutes Wachsen der Krebszellen verhindern beziehungsweise verzögern und minimieren. Die Forschenden erhoffen sich, mit dieser Methode im kranken Körper gezielter gegen ein erneutes Ausbrechen der Krebszellen vorgehen zu können und die Nebenwirkungen für Patienten dabei möglichst gering zu halten. Tests an krebskranken Menschen nahmen die Forschenden bisher noch nicht vor.

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Krebs bekämpfen: So funktioniert die Therapie

Im Mittelpunkt der Behandlung mit Hydrogel steht die Reduzierung von sogenannten TAMs. TAM ist die Abkürzung für tumor-associated macrophages, was auf Deutsch Tumor-assoziierte Makrophagen bedeutet. Diese TAMs spielen eine entscheidende Rolle beim erneuten Wachstum von Krebszellen. Sie sind häufig an chronischen Entzündungen des Tumorgewebes beteiligt, welche die Tumorbildung fördern. TAMs zu entfernen oder zu blocken kann also dabei helfen, das erneute Krebszellenwachstum zu unterbinden oder zumindest zu verlangsamen.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zeigten in ihrer Studie, dass sie ein Hydrogel entwickeln konnten, dass die TAMs in Schach zu halten scheint. Sie fügten ihrem Hydrogel zwei entscheidende Bestandteile hinzu:

Pexidartinib ist bekannt dafür, TAMs zu hemmen. Protein-1-Antikörper helfen T-Zellen dabei, Krebszellen schneller zu erkennen und sie zu attackieren. Das damit angereicherte Hydrogel gab die Wirkstoffe im Körper der Mäuse nur langsam ab, wodurch sich laut der Forschenden eine langfristige Immunantwort auf Krebszellen entwickeln kann.

Krebs bekämpfen: Tests an Menschen erforderlich

Die Hoffnung der Forschenden ist nun, dass sich die Therapie bei unterschiedlichen Krebsarten beim Menschen einsetzen lässt. Bisher ist noch nicht klar, welche Nebenwirkungen wie beispielsweise allergische Reaktionen beim Menschen auftreten können, wenn er dieses Hydrogel verabreicht bekäme. Umstritten ist auch, wie genau das Hydrogel nach einer Operation zum Einsatz käme. Das Gel müsste genau an der Tumorstelle zum Einsatz kommen, die Ärzte und Ärztinnen bei einer Operation aber komplett entfernen.

Laut Einschätzung von Experten und Expertinnen ist es eher unwahrscheinlich, dass der Tumor nach der Operation wieder lokal an derselben Stelle auftritt. Die Hydrogel-Therapie könnte jedoch für Menschen eine Hilfe sein, die zu schwach für eine Operation sind. Die Hydrogel-Methode könnte Krebspatienten und -patientinnen also Hoffnung bringen. Hoffnung bringt zurzeit auch ein speziell für Krebspatienten mit schwachem Immunsystem entwickelter Corona-Impfstoff aus Tübingen. Um den Einsatz dieses Impfstoffes und des Hydrogels bei Krebspatienten jedoch sicher vorzunehmen, bedarf es weiterer Studien.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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